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Thema: Rutenbau-Tutorial : Das Gesamtwerk !

  1. #1
    Angelgott... Raubfischspezialist Avatar von -GT-
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    Rutenbau-Tutorial : Das Gesamtwerk !

    Hi Freaks,

    da es so wenig bebilderte Berichte zum Thema Rutenbau gibt und sich momentan viele mit dem Thema beschäftigen, möchte ich nun Einen beginnen.

    Wichtige Warnung vorab !

    ALLE hier gezeigten Vorgehensweisen entsprechen gesammeltem Wissen, welches ich mir angelesen habe. Ich bestehe nicht auf deren Richtigkeit !

    Allen voran ist bei solchen Arbeiten jeder für seinen Selbstschutz verantwortlich und sollte sich im Umgang mit scharfen Werkzeugen auskennen, sowie geeignete Schutzausrüstung in Form von Schutzbrillen, Gehörschutz, Handschuhen, usw. tragen ! Ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden an Mensch oder Material !

    Demnächst steht bei mir wieder ein Projekt an, die Finger kribbeln bereits, einige Teile sind geordert, spätestens nächste Woche wird angefangen !

    Aber wobei schaut ihr mir da eigentlich zu ?
    Aaaaalso, ich habe folgendes vor :

    1. Auf Basis des Golianos Twitchbait Blanks den ich bereits zum 3. Mal umbaue wird wieder eine Baitcaster aufgebaut
    2. Ich beschreibe und fotografiere den Prozess, der sich mit den Themen Stripping des alten Blanks, Vorbereitung zum Neuaufbau, dem auswählen der Komponenten und dem Aufbau an sich befasst.
    3. Die Curado 51E die sich momentan mit ihr paart, soll auch in neuem Glanz erstrahlen, d.h. sie wird im Laufe des Umbaus umlackiert und auf die Rute angepasst. ----> Wird nicht durchgezogen, da ich dafür eine Airbrush, Mini-Sandstrahgerät und Farben besorgen müsste, ist mir für eine einzige Curado leider zu teuer !

    Damit ihr Euch vorab ein Bild machen könnt, um welche Rute es sich handelt, poste ich weiterführend mal den Link zum jetzigen Aufbau :

    Golianos Twitchbait 2. Aufbau

    Das strippen wird in den nächsten Tagen bereits von statten gehen, über Teilelieferungen usw. werde ich dann ebenfalls informieren, damit es einen Überblick gibt, in welche Richtung das Ganze überhaupt geht.

    Links zu den bekannten und guten Rutenbaushops, dort kann sich jeder Interessierte vorab mal umschauen, was es so Alles gibt :

    http://www.cmw-angeln.de/angelgeraet...-angelgeraete/
    http://www.tackle24.de/
    http://www.karl-bartsch.de/

    Let´s get started !

    Hier vorab noch ein paar Bilder der Biegekurve und der aktuellen Beringung mit Spiral Guide System ( Belastung 500g ) :




    Golianos "The Black Stallion" 6", 3/16-1/2 oz

    Part 1 : Striptease !!!

    Die erste Arbeit besteht darin, alle vorhandenen aufgebauten Kompenenten vom Blank zu entfernen. Dieser Vorgang wird als "strippen" bzw. "stripping" des Blanks bezeichnet.
    Dazu gibt es nun verschiedene Ansätze. Bei einem lackierten Blank, macht es sinn den Lack mit einer zu ca. 90° aufgestellten Klinge abzuschaben.
    Hierfür eignet sich im Prinzip alle möglichen scharfen Klingen, sei es von einem Cuttermesser, einem Jagdmesser, einem breiten Stecheisen, usw...

    Wie angedeutet wird Material abgetragen, indem man die Klinge bei fast 90° Anstellwinkel über den Blank zu seinem Körper hinzieht ( Ich schabe ungern vom Körper weg, finde das arbeiten in Richtung Körper kontrollierter, Vorsicht Verletzungsgefahr ! ). Dies geschieht im Gegensatz zum schneiden sehr kontrolliert, die Gefahr in den Blank zu schneiden geht gegen 0.

    Update 8. Februar 2013

    Werkzeug :

    Hier eine Auflistung an Werkzeug, welches hilfreich ist :

    Cuttermesser, ( in meinem Fall benutze ich ein mehrschneidiges Stecheisen "2cut" von Kirschen, zu sehen rechts neben dem Cuttermesser ) Eisensägen, ( in meinem Fall ein oszillierender "Multischneider" der Marke Fein, zu sehen rechts außen im Bild ) breite Schraubendreher zum hebeln am Rollenhalter, Rohrzange und evtl. einen Heißluftföhn zum erwärmen des alten Klebers.



    Ringe runterschneiden :

    Das runterschneiden der Ringe geschieht, indem man einfach vorsichtig die Garnreihen die auf dem Blank liegen durchtrennt und abfriemelt, überschussiger Lack und Garnreste werden dann vor dem schleifen entfernt.



    Entfernen des alten Lacks :

    Wie oben beschrieben geschieht dies schabenderweise, hier ein Bild zur Verdeutlichung, wie die Klinge angestellt wird. In dem Fall wird sie nun Richtung links gezogen und trägt so feine Späne ab.



    Griffsektion abtrennen :

    Hier wird vorsichtig der Duplon in mehreren Schichten abgetragen, einfach schichtweise abschneiden und Reste mit den Fingernägeln "abpulen".



    Winding Checks entfernen :

    Auf diesem Blank sind 3 Winding Checks verbaut die es zu entfernen gilt. Alle müssen Richtung Steckverbindung entfernt werden, da diese auch von dort aus aufgezogen werden und im Durchmesser zu klein sind, um am Buttend des Blanks abgenommen zu werden.

    Den Check vor dem Rollenhalter habe ich mit der Klinge rundrum etwas angeschnitten und dann vorsichtig abgehebelt :



    Die beiden Checks am Splitgrip forderten gröberes Werkzeug, bevor die entfernt werden können, muss natürlich auch der Rollenhalter runter. ( nächster Schritt im Tutorial ) Ich habe da wenig Berührungsangst und nutze die Rohrzange, um den Ring vom Blank runter zu drehen. Funktioniert einwandfrei, da die Checks Centartikel sind, mache ich mir nicht die Mühe sie zu erhalten.



    Rollenhalter entfernen ( Der schwiergiste Part bei einem Umbau! ) :

    In meinem Fall habe ich den Vorteil der oszillierenden Säge genutzt, Andere müssen sich mit einer langen Eisensäge behelfen und den Rollenhalter in mehrere kleine Sektionen zersägen und dann abnehmen.
    Bei mir reichte ein gerader glatter Schnitt und ich konnte ihn vom Blank hebeln und abdrehen. In seltenen Fällen lassen sich die Rollenhalter von Hand vom Blank lösen, indem man Rollenhalter und Blank gegeneinander verdreht, dies gilt vorher auszuprobieren. Man kann dazu den Rollenhalter auch vorsichtig in einen Schraubstock einspannen und versuchen, wenn die Griffsektion noch vorhanden ist, den Blank zu drehen und ihn damit zu lösen. In vielen Fällen hilft aber nur der Griff zum Werkzeug, vor Allem bei direkt auf dem Blank verklebten Rollenhaltern.







    Nun werden mit dem Messer alle verbliebenen Lack- und Klebereste abgeschabt, so wenig wie möglich, so viel wie nötig, umso weniger Schleifarbeit benötigt es später.

    So sieht der Blank dann nach der ganzen Behandlung aus, nun geht es an Part 2 !




    Part 2 : Das vorbereiten des Blanks

    Damit ist im Prinzip nichts Anderes gemeint als den Blank für das wickeln der Ringe vorzubereiten.
    Wenn jemand seinen Blank in einer Lackfarbe haben möchte oder ihn klar lackieren will, bevor er die Ringe anbindet, zählt dieser Schritt ebenso.
    Bei meinem jetzigen Aufbau werden die Ringe auf den "nackten" Blank gewickelt und nur die Bindungen lackiert, um Gewicht einzusparen, was hoffentlich noch etwas mehr Schnelligkeit mit sich bringt.

    Hierfür eignet sich Nassschleifpapier hervorragend. Schleifpapier, auch bekannt als "Schmirgelpapier" gibt es in verschiedenen Körnungen. Je höher die Zahl, desto feiner das Papier. Als grobe Richtlinie würde ich so ca. 200er Körnung für den allergröbsten Schliff empfehlen, wenn wirklich noch hartnäckige Klebe- oder Lackreste entfernt ( die sich vorher aber auch auf andere Weise mechanisch entfernen ließen, dazu später mehr ) werden sollen. Ansonsten nicht unter 400er loslegen.
    Die Körnung wird dabei aufsteigend feiner werdend gewählt, in meinem Fall bis 1000er Körnung zum Finish. Zu beachten ist, dass es mit jeder feineren Körnung möglich sein sollte die Schleifspuren der vorherigen Körnung in kurzer Zeit wegzuschleifen. Deswegen lieber etwas feiner anfangen, als später stundenlang Riefen wegschleifen müssen. Das trägt zudem unnötig viel Material vom Blank ab. An einem werksfrischen Blank sind für gewöhnlich keine Schleifarbeiten nötig ! Hier empfiehlt es sich im Einzelfall allerdings das Ende welches später vom Handteil verdeckt wird grob anzuschleifen, ( 80er oder 100er Körnung Trockenschliff ) damit der Kleber für Reargrip und Rollenhalter eine bessere Haftung bekommt. Gilt nur, wenn nicht mit Kreppband/Distanzrohr -> "Arbor" unterfüttert werden muss und man einen im Innendurchmesser passgenauen Griff und Rollenhalter verbaut !

    Das Nassschleifpapier wird also satt in Wasser eingeweicht und in Längsrichtung der Blank damit beschliffen. Vorteil im Gegensatz zum trockenschleifen : Sämtliche Schleifpartikel werden vom Wasser aufgenommen und größtenteils abgeführt und nicht beim schleifen jedesmal wieder auf der Oberfläche verrieben. So ergeben sich automatisch feinere Ergebnisse als beim Trockenschliff.
    Achtung ! Beim trockenschleifen unbedingt eine Staubmaske tragen !

    Meine Auswahl an Nassschleifpapier (400er, 600er, 1000er)



    Zu kleineren Stücken geschnitten und eingeweicht in eine Schale Wasser
    ( die zwischendurch auch zum "auswaschen" des Papiers dient. )



    Nun werden Blank und Schleifpapier schön nass gehalten und so lange geschliffen, bis alle verbliebenen Lackreste runter sind, danach kommt mit dem 600er der erste Feinschliff und mit dem 1000er das Finish. Immer schön den Blank drehen beim schleifen, damit gleichmäßig in der Rundung Material abgetragen wird.

    Und da ich gerade keine Gummihandschuhe mehr hab, sehen die Hände schnell so aus, der Staub ist unheimlich hartnäckig !



    Der fertig geschliffene Blank :

    Waren wir dann sorgfältig, werden wir mit einem Ergebnis wie bei einem werksfrischen Blank belohnt, was wie folgt aussehen kann :




    Part 3 : Aufbau des Handteils (UPDATE 2, 18. Februar )

    Shopping !

    Der Aufbau des Handteils besteht im wesentlichen darin, sich erstmal darüber klar zu werden, wohin die Reise gehen soll.
    In meinem Fall stellt mich der Steez-Rollenhalter vor die besondere Herausforderung einen außermittig gearbeiteten Griff verbauen zu müssen, da das hintere Teil des Rollenhalters nicht mittig zum Blank liegt.
    Somit benötige ich ein Stück Vollduplon ( Bei Tackle24 gibt es sowas, ist ein Block in den Abmessungen 500mm x 50mm x 50mm )
    Warum ? Alle meine Ruten besitzen einen Duplon-Griff, welcher zur Mitte hin schmaler wird ( Major Craft Day´s, Tailwalk Muddy Walker und Go.Emotion ML Spinning ).
    Somit soll sich auch diese Rute optisch einreihen.
    Hier stehen also persönliche Vorlieben im Vordergrund.
    Was ihr letztendlich braucht hängt von eurem Geschmack ab, die Auswahl und die Kombinationsmöglichkeiten sind nahezu endlos, sodass ich auf dieses Kapitel nicht tiefer eingehen werde.
    Wichtig ist hierzu nur zu wissen, wie dick der Blank an den Stellen ist, wo später Rollenhalter, Griff und Endkappe sitzen sollen. Außerdem ist zu klären wie der Reargrip und Foregrip aufgebaut werden sollen. Dementsprechend bestellt man die benötigten Teile.
    In meinem Fall wie bereits angedeutet absolut custom, hier komme ich mit vorgeformten und vorgebohrtem Duplon nicht weit.
    Dies gilt allerdings nur für meinen Aufbau, es gibt wie beschrieben hunderte Möglichkeiten einen Griff aufzubauen und dafür bereits fertig geformte und durchbohrte Duplon- und Kork-Teile, Carbontubes, usw.
    Deswegen ist der weitere Werdegang dieses Tutorials nun nicht unbedingt allgemeingültig und sehr speziell, da hier viel Handarbeit gefragt ist.
    Es geht später beim verkleben dann aber so weiter, wie man es auch mit Formteilen machen würde, von daher sind die nächsten Schritte nun nur wichtig, falls jemand vor einem ähnlichen Aufbau steht.

    Rollenhalter anpassen

    Da ich einen Rollenhalter verwende, den ich von einem anderen Stück Rute abbaue, säge ich dort einfach den Blank vorn und hinten bündig ab. Somit ergibt sich für meinen Rollenhalter auf dem hinteren Ende genügend Standfläche, um den Rollenhalter aufzubohren. Hierzu ermittle ich am Blank die spätere Position des Rollenhalters und messe den größten Durchmesser am Blank, wo der Rollenhalter später sitzt. In meinem Fall 9,5mm.
    An der Standbohrmaschine ist der Fall dann in 2 Minuten erledigt und der Rollenhalter sauber mit 9,5mm durchbohrt :

    ( Schön wäre es gewesen, wenn Alles so vorbildlich geklappt hätte. Beim bohren mit 9,5mm verblieb vom alten Blank eine "Hülse" von ca. 1mm Durchmesser. Somit muss ich den Rollenhalter später leicht an meinem Blank unterfüttern, da dieser nun einen Innendurchmesser von rund 10,5mm hat. )



    Teilelieferung

    Nachdem alle benötigten Komponenten geliefert sind, verschaffen wir uns erstmal eine kleine Übersicht was wir Alles davon benötigen.
    Ich habe, da ich bezüglich der Endkappe unschlüssig war, 3 Varianten ausprobiert. Dafür habe ich die Daiwa-Kappe angebohrt, sodass ich sie auf den Blank stülpen kann. Außerdem eine Einsteckkappe von Tackle 24 und eine Duplonkappe, ebenfalls von Tackle 24 bestellt. Ich habe mich für den Verbau der Daiwa-Kappe entschlossen, da hier der eloxierte, goldene Teil farblich am ehesten passt.
    Außerdem zu sehen : Goldenes Ringbindegarn und im Hintergrund das Stück Vollduplon. Das Lineal liegt zur Verdeutlichung der Problematik mit dem außermittigen Rollenhalter zur Ansicht parallel zum Blank. Den Duplon muss ich entsprechend dieser Linie irgendwie anpassen.



    Rollenhalterposition festlegen und Duplon zuschneiden


    Wie habe ich die Position des Rollenhalters ermittelt ?
    Nun, relativ zwecknah. Die Rute soll für kleine Hardbaits eingesetzt werden und sie ist später kurz und sehr leicht, was sie für Einhandbedienung prädestiniert. Dementsprechend kann der Reargrip sehr kurz ausfallen, was dem beschleunigen mit einer Hand und dem twitchen zu Gute kommt.

    Ich möchte also rund 17cm Reargrip aufbauen und markiere mir die Hinterkante des Rollenhalters mit einem Stück Tape :



    Danach markiere ich das nötige Stück Duplon und säge es vom Block ab, mit etwas Zugabe, falls später noch was weggeschnitten werden muss an einem Ende :



    Nun werden Rollenhalter und Endkappe vermessen, damit ich weiß wie weit ich den Duplonklotz schonmal vorschneiden kann :



    Mit einer Vorschubhilfe schneide ich das Stück dann kurzerhand an der Kreissäge auf 32x32mm auf. VORSICHT VERLETZUNGSGEFAHR ! Mit einem Messer oder einer Eisensäge ließe sich das Stück auch mechanisch auftrennen !



    Der Block ist nun schonmal etwas passender für mein Vorhaben :



    Einpassen der Abschlusskappe :


    Da die Abschlusskappe später mittig auf dem Blank sitzt, nutze ich diese als Anhaltspunkt für die spätere Mitte des Griffes. Diesen Punkt reiße ich mir an und bohre die Abschlusskappe ein, in diesem Fall zuerst 25mm, dann 15, da die Kappe stufenweise geteilt ist.

    Sind beide Löcher gebohrt sieht das Ganze dann etwa so aus :





    Handteil aufbohren :

    Nun wird der Durchbruch für den Blank gebohrt.

    Zuerst das Buttend des Blanks messen ( dickster Teil auf dem das Duplon später sitzt ).
    Ich habe dann mit einem langen Bohrer mit 10mm Durchmesser den Duplon-klotz durchbohrt. Als Richtungshilfe dient ein Lineal als Verlängerung der Bohrlinie, damit man in etwa die Richtung halten kann.





    Dann sollte man etwa mittig aus dem anderen Ende rauskommen ( Dafür habe ich den Duplonblock 2mm größer geschnitten als der Rollenhalter breit ist, falls ich etwas daneben liege beim bohren ).



    Dann eine kleine Passprobe, ob Alles so sitzt wie erhofft ( Jubelschreie und durchatmen erlaubt, wenn Alles passt ;) ).



    Duplon/Handteil formen :

    Nun habe ich mir schonmal die Außenränder des späteren Griffes markiert. Das sind jeweils die Linien passend zum Außendurchmesser des Rollenhalters und der Abschlusskappe. Sie dienen nun als Orientierung beim ersten Abtrag des Materials.



    Mit einem scharfen Messer lässt sich der Duplon gut schneiden. Hiermit habe ich nun die grobe Form heraus gearbeitet :



    Nun habe ich mir eine kleine Schablone aus einem dünnen Streifen Buchenholz zurecht geschnitzt, um einen Anhaltspunkt zu haben, wo ich noch etwas wegnehmen muss :



    Hiermit habe ich dann einmal rundrum Material abgetragen und die Schablone an verschiedenen Stellen zur Kontrolle angelegt :



    Nachdem die grobe Form herausgearbeitet war, habe ich dann mal die Rolle montiert und den Griff mal mit Rolle in die Hand genommen, um zu schauen ob Alles gut in der Hand liegt. Passt !



    Nun habe ich den Rollenhalter provisorisch am Blank fest geklebt, damit nichts mehr verrutscht und die Bereiche abgeklebt, die ich beim schleifen unbeschadet lassen will. Also den Rollenhalter und den Zierring der Abschlusskappe. Dann habe ich den Duplon mit 80er Trockenschliffpapier endgültig in Form gebracht und die Schnitzer vom Messer geglättet.



    Das Ganze geht recht flott von der Hand. Danach bin ich noch vorsichtig mit 180er Trockenpapier drüber gegangen und habe letzte Feinheiten definiert. Das Ganze sieht dann trocken zusammen gesteckt so aus :






    Fortsetzung im nächsten Post ! Maximale Zeichenanzahl überschritten....
    Geändert von -GT- (17.03.2013 um 12:47 Uhr)

  2. #2
    Angelgott... Raubfischspezialist Avatar von -GT-
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    Verkleben des Handteils ( Ab hier gilt die Vorgehensweise wieder für Alle, egal ob Kork, Duplon, usw. Kleben muss jeder ! )

    Hier die benötigten Materialien :

    2 Komponenten-Kleber, Spritzen zum dosieren der Komponenten, Pinsel, Klebeband zum unterfüttern, Reiniger, Tücher,



    Nun werden Alle nötigen Vorbereitungen vor anmischen des Klebers getroffen und die Teile sortiert bereit gelegt. Der Blank wird vor und nach dem unterfüttern entfettet, da man zu diesem Zeitpunkt noch mit den Fingern daran zu Gange ist.
    Beim kleben selber möglichst nicht mehr die Klebeflächen vor dem auftragen des Klebers berühren.

    Der Rollenhalter musste wie weiter oben erwähnt leicht unterfüttert werden. Dies geschah hier mit Klebeband an 3 Stellen, die später unter dem Rollenhalter liegen :



    Der Kleber wird dann in die Spritzen gezogen und beide Komponenten zu gleichen Teilen in den Becher gegeben. Mit dem Pinsel sorgfältig umrühren, bis eine gleichfarbige Masse entsteht.




    Dann großzügig auf dem gereinigten Blank verteilen, wo das Duplonteil sitzen soll und das Formteil von Richtung der Steckverbindung her nach hinten auf den Blank schieben bis in die richtige Position. Der Kleber der dabei mitgezogen wird, lässt sich dann direkt zur Befestigung der Endkappe nehmen, dann saut man nicht so damit rum.




    Selbe Vorgehensweise beim Rollenhalter, diesen auch von Richtung der Steckverbindung her aufschieben und evtl. etwas hin und her drehen, sobald er auf die Unterfütterung trifft, um den Kleber schön zu verteilen.



    Danach Alles schön fest zusammen drücken und überschüssigen Kleber, falls irgendwo welcher durchdrückt, direkt mit Reiniger entfernen :



    Fertig ist das Handteil ! Nun darf sich zurückgelehnt werden, der Kleber trocknet über Nacht durch.


    Part 4 : Herr der Ringe.....und des Wickelgarns (Update 22. Februar 2013 )

    Nun kommen wir zu einem weiteren, sehr wichtigen und dem fummeligsten Teil beim Rutenbau.
    Das wickeln der Ringe geschieht mit speziellem Garn. Einfach Oma´s Nähstube plündern ist also nicht, man sollte schon auf die angebotenen Garne der Rutenbauer zurückgreifen.
    In diesem Fall verwenden wir Garn der Stärke "A", es gibt auch noch Stärke "D", welches allerdings eher für schwere Jerkruten, Wallerruten und Meeresruten in Frage kommt.

    Materialien und Werkzeuge :

    Ich zeige euch erstmal den Arbeits bereich und die Werkzeuge :

    Zu sehen sind der Blank auf den Wickelböcken, welche in der Platte meiner Wickelbank liegen und frei verschiebbar sind. In der hinteren Reihe sieht man den Garnhalter mit den 2 Sorten Garn die ich verwenden möchte. Rechts ist Platz für ein paar Zwingen und die Kleber und Lacke die man braucht ( Unter anderem auch die 2 Komponenten für den Verbau des Rollenhalter´s ).
    Links diverse Sorten Klebeband zum fixieren des Garns ( gilt nicht für Menschen mit 3 Händen ) während des wickelns und zum fixieren der Ringe beim anwickeln.
    Rechts unten liegen die Ringe bereit, mittig dazwischen eine Rasierklinge und ein Tool, welches aus einer alten Zahnbürste rausgefeilt wurde. Dies dient dazu das Garn zu "packen". Damit ist schlichtweg gemeint die Abstände zwischen den Garnwindungen zu verdichten, um eine schön gleichmäßig geschlossene Wicklung zu bekommen. Dazu später mehr.



    Hier das Tool in Nahaufnahme, die geschliffene Kante schiebt später das Garn. Man kann auch spezielle Tools kaufen, ein Eigenbau ( aus einer Zahnbürste z.B. ) tut´s aber allemal.



    Hier eine Nahaufnahme der Ringe, die zum Einsatz kommen.
    ( auf dem großen Ring sind Rückstände der Beschichtung geflochtener Schnur zu sehen, ich hatte anscheinend vergessen ihn zu säubern, nur falls sich jemand wundern sollte )



    Etwas Theorie zur Wahl der richtigen Beringung :

    Ich binde einen sogenannten "Spiral Wrap". Ein Spiral Wrap besteht im wesentlich daraus das, Anders als bei einer typischen Baitcaster-Beringung ( Rolle oben, Ringe oben ), die Ringe sich um den Blank winden und je nachdem über wie viele Windungen, irgendwann so um den Blank verlaufen, dass die letzten Ringe wie bei der Beringung einer Stationärrute liegen ( Rolle unten, Ringe unten ).
    Dies hat den Vorteil, das weniger Kraft auf dem Spitzenring liegt, da dieser bei einer Baitcastberingung dazu neigt, schnell zu "schnalzen", wenn die Spitze unter Belastung im Drill verdreht wird. Dies lässt sich selbst nachvollziehen, wenn man zu Hause die Schnur durch die Ringe fädelt, irgendwo festbindet, leicht an der Rute zieht wie beim Drill, sodass sich Druck auf der Spitze aufbaut und die Rute dann auf ihrer Parallel-Achse leicht dreht. Der Spitzenring springt dabei häufig in eine bestimmte Richtung. Das ist mehr oder weniger deutlich zu merken. Dieses Phänomen tritt bei einer Stationärberingung nicht auf. Zudem verhindern wir, dass die Schnur unter Vollbelastung am Blank schleifen kann und somit Schäden verursacht und können Ringe einsparen, weil wir die Schnur nicht vom Blank fernhalten müssen, da dieser Aufbau das von selbst tut.

    Das ist aber schon Theorie für Fortgeschrittene, zu Anfang empfehle ich nach Mustern aufzubauen, die von z.B. Fuji vorgegeben sind. Es gibt PDF-Dateien zum Download auf denen Musterberingungen, passend für jeweilige Rutenlängen mit Angaben zum Abstand und zu Größe der Ringe angegeben sind. Damit liegt man idR nie falsch, da diese Aufbauten erprobt sind.
    Ich gehe in meinem Aufbau einen Schritt weiter und binde eine Beringung ohne Vorgabe, bei der der Startring/Bockring ( erster Ring nach dem Rollenhalter ) direkt um 90° nach links versetzt am Blank liegt und die Schnur dann in einen Ring führt der 180° "unten" am Blank liegt. Das ist ein Spiral-Wrap über einen Ring. Häufig wird über 3 oder 4 Ringe gedreht, um die Schnur harmonisch zu führen. Da mein Aufbau von mir bereits eine Saison erprobt ist, binde ich wieder nach dieser Methode.

    Ab hier geht es also um das reine binden, was für jeden der einen Ring an den Blank bindet gilt, unabhängig davon, wie der Ring später am Blank liegt.

    Ich verwende sehr kleine Ringe, der Startring ist ein Doppelsteg, der 1. Führungsring ein Größe 6 Einsteg und die restlichen Führungsringe bis zur Spitze Größe 4 Einstegringe ( die kleinste Größe die es bei Fuji-Ringen gibt soweit ich weiß ). In meinem Fall Fuji Alconites, da sie einen schwarzen Rahmen besitzen. Die Einlagen sind allerdings auch für die meißten Zwecke ausreichend, ich bin der Ansicht, es muss nicht immer SIC sein. Ich habe allerdings einen Edelstahl-Spitzenring mit SIC-Einlage verbaut, da dies mein Gewissen beruhigt :D.

    In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, die Stege der Ringe zu bearbeiten, sodass sie :
    1.) Sauber und vollflächig auf dem Blank aufliegen ( sehr wichtig )
    2.) Die Stege nicht zu viel Materialstärke haben, umso schwerer ist es, das Garn den Steg rauf zu wickeln und umso dicker wird die ganze Wicklung später
    3.) Die "Stufe" von Blank zum Ring hoch schön homogen zu schleifen, damit man leicht mit dem Garn den Ringfuß hinauf wickeln kann.

    Hier habe ich die Enden der Ringfüße etwas angeschliffen, um Punkt 3 zu erfüllen. Bei so kleinen Ringen sind die Stege häufig nicht besonders dick und plan aufliegen tun sie bei Einsteg-Ringen sowieso sehr gut. Bei Zweisteg-Ringen muss man evtl. die Stege etwas hinbiegen.



    Ringe fixieren und anlegen einer Zierwicklung :

    Fangen wir also an. Zuerst wird der Ring an der dafür vorgesehenen Stelle ( Nach Beringungstabelle Position ausmessen, mit Bleistift anzeichnen, Ring dort mit Klebeband fixieren. )
    Hier ist auch schon zu sehen das das Garn um den Blank gelegt ist und ist rechts ( wir wickeln von links nach rechts in diesem Fall ) am Blank fixiert ist, damit man es einfacher hat den Anfang zu wickeln.



    Nun wird das Garn mit weiteren Windungen umwickelt und somit gefestigt und fixiert :



    Ich habe ca. 5 Wicklungen gemacht, das reicht mir aus für eine Zierwicklung, schiebe das Garn etwas zusammen und ziehe es leicht stramm, damit es sich möglichst selbst fixiert. Nun schneide ich den überwickelten Faden der nach rechts zeigt bündig ab ( Rasierklinge wird vorsichtig flach über die Bindung gelegt und der Faden quasi nur durch strammhalten und gegenschieben der Klinge abgetrennt. Alles ohne viel Druck oder hektisches schneiden ).
    Im Bild ist die Klinge noch vor der Bindung, damit man sieht von wo sie kommt. Im weiteren Verlauf wird sie natürlich über die angelegte Bindung geschoben und schneidet den Faden rechts durch.




    Der schwarze Faden wird nun über den Ansatz des goldenen Garns gelegt, um die Wicklung damit ebenfalls zu fixieren. Nun sichert der schwarze Faden die goldene Wicklung ( im besten Fall, auf den nächsten Fotos hat sich leider die goldene Bindung wieder geöffnet, was aber nicht schlimm ist, wie man diese wieder fixiert zeigt der weitere Verlauf.



    Dann würden ein paar Bindungen gemacht werden ( 4 bis 5 ) und der goldene Faden, der hier mit Klebeband am Ring gesichert war, abgeschnitten. In diesem Fall hat sich wie gesagt die Bindung gelöst, deswegen ist der Schritt hier nicht zu sehen.



    Wir wickeln dann weiter den Ringfuß rauf.



    Wenn einige Windungen auf dem Fuß liegen, kann man das Tool benutzen, um die Bindung zu verdichten. Dazu schieben wir ganz vorsichtig aus Richtung des Ringfußes vom Ende der Bindung her nach links und schieben die Fäden somit gegeneinander auf, sie bilden dann eine gleichmäßige, saubere "Reihe".



    Danach binden wir solange den Ringfuß entlang, bis wir kurz vor dem Ende des Fußes am Übergang des Ringes sind ( so ca. 5-6 Bindungen fehlen noch ) und binden eine Schlaufe aus Monofiler Schnur mit ein.



    Diese dient dazu das Garn, wenn die Wicklung fertig bis an den Ringsteg gebunden ist, unter der bereits vorhandenen Wicklung durchzuziehen und damit die gesamte Wicklung "unsichtbar" zu fixieren. Der Faden wird dazu von der Garnrolle abgeschnitten, sodass ein ausreichendes Stück übrig bleibt, um es in die Monofil-Schlaufe zu legen. Diese ziehen wir dann stramm, bis die Schlaufe ein kleines Stück unter der Bindung liegt. Dann können wir mit dem Tool die Bindung noch etwas stauchen.



    Danach wird die Schlaufe durchgezogen und der Faden liegt unter den Windungen.
    Faden abschneiden und fertig ist die Bindung :



    Das goldene Garn, welches nun ja nach wie vor fixiert unter der schwarzen Bindung liegt, wird nun einfach von rechts nach links rückwärts gebunden. Außerdem wird die Monfil-Schlinge direkt mit eingebunden, um die kleine Zierwicklung dann am Ende festziehen zu können :






    Auf diese Weise lassen sich einfache Wicklungen erstellen. Auch ein Zierfaden mit anzubinden stellt einen anfangs nicht vor eine unlösbare Herausforderung, es ist aber durchaus knifflig, da man sich teilweise mehrere Hände dafür wünscht und sich am besten mit Hilfsmitteln einen Gefallen tut ( Garn mit Klebeband irgendwo fixieren, damit es nicht frei herum hängt, usw...)

    Ich versiegle dann gern die fertige Bindung mit einem Farbfixativ. Die Chance das die Bindung sich dann löst, wenn weitere Wicklungen am gleichen Blankstück angebracht werden verringert sich und die Bindung kriegt ( gerade bei farbigem Garn wichtig ) eine Versieglung die vor Vergilbung oder ausbleichen der Farbe schützt. Allerdings wird farbiges Garn idR etwas dunkler, wenn ein Fixativ aufgebracht wird. Dies ist in meinem Fall schnelltrocknend auf Acrylbasis, man kann bereits nach kurzer Zeit weiterbinden.




    Jetzt habe ich mich dem abbinden der Steckverbindung am Handteil zugewandt. Eine kleine Bindung auf dem Handteil hinter dem Überschub lässt den Eindruck eines Zapfens entstehen, was ich immer recht ansehnlich finde. Im Prinzip hat diese Bindung ansonsten keinen Nutzen.

    Ich habe einfach das schwarze Garn angebunden, dann einen goldenen Faden für 4 Wicklungen untergelegt und das goldene und schwarze Garn nebenbeinander gebunden. Das goldene habe ich dann wieder für 4 Wicklungen unter das Schwarze gelegt und jeweils die Enden bündig abgeschnitten. Dann das schwarze Garn bis zum Punkt gewickelt, den ich markiert hatte ( kurz vor dem Anfang des Spitzenteils ) und dann wie oben beschrieben mit der Schlaufe untergelegt unter 5 Wicklungen zurück geführt und abgeschnitten.




    Auf dieselbe Art und Weise werden auch einfarbige Wicklungen gelegt.
    Zuerst den Ring fixieren mit Klebeband, dann den Anfang des Garns 4-5 mal überwickeln nach rechts überwickeln, festziehen, abschneiden. Weiterwickeln bis kurz vor die Ringstege, zwischendurch immer mal wieder die Bindungen mit dem Tool zusammenschieben bei 4-5 übrigen Wicklungen die Mono-Schlinge einbinden, Faden weiterwickeln, lang genug abschneiden, durch die Schlinge fädeln, Schlinge samt Faden durchziehen, Überstand abschneiden, fertig.










    Auch bei den ganz kleinen Ringen natürlich dasselbe Verfahren, mit Geduld und wenn man sich Mühe gibt, entstehen schöne, saubere Wicklungen :


  3. #3
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    Part 5 : Vor- und ablackieren der Bindungen (Update 24. Februar 2013 -> 25. Februar Bilder online gestellt)

    Widmen wir uns nun dem letzten Teil des Rutenbaus, dem lackieren bzw. versiegeln der Bindungen.

    Vorerst sollten die Bindungen vorsichtig mit einem geeignetem Reinigungsmittel wie z.B. Pinselreiniger vorsichtig entfettet werden und danach möglichst nicht mehr berührt, damit der Lack eine fettfreie Basis vorfindet, auf der er eine gute Haftung entfalten kann.

    Ich beschreibe hier den Vorgang, wie ich ihn gelernt habe, einige wertvolle Hinweise lieferte User "averlanche" auf Seite 2 des Threads, wie man den Lack möglichst blasenfrei auf die Bindungen kriegt, den ich hier kurz zitiere :

    "Bei meinen ersten Wicklungen hab ich es genauso gemacht wie du. Also Lack angemischt, Pinsel rein, lackieren. Das Resultat: Ich durfte die Lackierungen ordentlich mit dem Feuerzeug nachbearbeiten um auch die feinsten Bläschen raus zu bekommen (durch das Erhitzen das Lacks wird dieser flüssiger, dadurch haben die Luftbläschen es einfacher aus dem sonst recht viskosem Lack herauszutreten).
    Nen Tipp aus dem Rutenbau Forum hat mir da Abhilfe geschaft. Zum einen den Lack vor dem Anrühren gut 10 Minuten auf die Heizung legen. Dadurch wird er wärmer=flüssiger und die Bläschen, die beim anrühren entstehen leichter entweichen. Nachdem der Lack fertig vermischt ist, kippe ich ihn auf eine ~ 15 x 15 cm große Alufolie die ich vorher mit Pinselreiniger gereinigt habe. Das ganze lässt man dann nochmal kurz stehen oder bearbeitet es kurz mit dem Feuerzeug (von unten). Dadurch sollten dann wirklich auch die letzten Bläschen aus dem Lack kommen.

    Die Bindungen reinigie ich ebenfalls vor dem Lackieren mit Pinselreiniger um mögliche Fettrückstände von den Fingern zu entfernen. "

    Zuerst wird die Rute in den Trockenmotor gespannt, bei mir ein simpler Discokugelmotor mit 5 U/min, auf einer Trägerplatte und einem v-förmigen Stück Siebdruckplatte, auf das ein Haargummi gezwirbelt ist, um den Griff der Rute dort einzuschlaufen. Rechts eine v-förmige Auflage in der die Rute gleichmäßig ihre Runden drehen kann.



    Ich nutze hierfür einen 2-Komponenten Lack den es bei CMW fertig in Spritzen zu kaufen gibt mit Skalen zur richtigen Dosierung im Verhältnis 1:1. Das ganze ist quasi idiotensicher ;).
    Für meine Bindungen brauche ich weniger als 4ml, also wirklich eine Kleinstmenge.



    Weitere Werkzeuge und Materialien sind ein Pinsel, ein kleiner Schnapsbecher ( für den Lack, vielleicht auch einen zweiten Becher für ein Gläschen zwischendurch, wenn beim lackieren eine ruhige Hand benötigt wird ).
    Außerdem ein Feuerzeug und einen Einwegpinsel (die Menge Pinselreiniger ist vermutlich teurer als so ein Pinsel... )




    Den Lack GUT durchrühren, damit auch sichergestellt ist, dass ich beide Komponenten komplett miteinander vermengen.
    Ich lackiere mit laufendem Trockenmotor, man kann aber auch manuell drehen und den Lack aufbringen und Alles erst zum trocknen in den Motor einspannen, falls es leichter fällt.
    Danach eine gute Menge Lack auf den Pinsel nehmen und vorsichtig an die Bindung ansetzen. Hier wird nicht gepinselt im eigentlichen Sinne, viel mehr soll der Lack einfach den Pinsel hinunter auf die Bindung fließen, deswegen den Pinsel satt in den Lack tauchen und einfach fließen lassen. Ist dann eine gewisse Menge Lack auf der Bindung und die Rute ein paar Runden gedreht, sodass die Bindung allseitig etwas abbekommen hat, dann kann an anfangen ihn gleichmäßig links und rechts auf die Bindung bis an die Ränder zu schieben. Dort wird es nun etwas knifflig, da man den Lack erst dazu bringen muss, die Außenkante am Garn hinab zu wandern, gleichzeitig aber aus optischen Gründen aufpassen sollte, nicht zu weit über das Ende der Bindung heraus zu lackieren, aber auch nicht zu wenig Lack dort hinzubringen, damit das Garn später allseitig gut geschützt ist. Besonders schwierig stellt sich dieser Teil des Geschehens später bei den Ringstegen dar. Dort muss man dann evtl. nochmal Lack aufnehmen und gezielt an den Ringsteg tupfen, damit dort keine Lücke entsteht.



    Wenn man den Lack auf allen Bindungen aufgebracht hat, wird man häufig eine Blasenbildung im Lack feststellen können. Um diese aus dem Lack zu kriegen, kann man aus einiger Entfernung ein Feuerzeug neben die lackierte Bindung halten und hin und her schwenken, um die Blasen "aus dem Lack zu ziehen". Ich denke das der Vorgang deshalb funktioniert, weil die Flamme der Umgebung die Luft entzieht und die Bläschen quasi gezwungen werden ihre Luft an die Flamme abzugeben. Ansonsten kenne ich keine genaue Beschreibung warum dieser Vorgang funktioniert, jedenfalls sollte man damit nach kurzer "Brenndauer" saubere, blasenfreie und klare Bindungen erhalten.
    Das Feuerzeug sollte dabei neben oder über die Bindung gehalten werden, mindestens 3cm Abstand zum Blank und immer hin und herbewegen, damit es nirgends zu heiß wird. Außerdem das Feuerzeug nicht in unmittelbarer Nähe zur Bindung anmachen, da hierbei kleine Rußpartikel in den Lack geschleudert werden könnten.




    Das war es dann vorerst, trocknen lassen für mindestens 24 Stunden.
    Bei solch kleinen Ringbindungen, kann man bereits mit einmal lackieren ein gutes Ergebnis erzielen und eine geschlossene Lackfläche erhalten. In den meißten Fällen und gerade anfangs ist das garnicht so einfach. In vielen Fällen ist daher noch ein zweiter oder gar dritter Auftrag notwendig.
    So auch in meinem Fall, da an zwei Stellen ein paar Garnfussel durch den Lack dringen. Wie man diese beseitigt zeige ich in Teil 2.

    Part 5, Teil 2 ( Update 3. März 2012 )

    Heute bin ich endlich dazu gekommen den Rest des Tutorials fertig zu stellen

    Dieser Teil wird zeitgleich auch der kürzeste, denn soviel auf dem Weg zur Fertigstellung ist garnicht mehr zu tun.

    Erstmal schauen wir uns die erste Lackschicht genau an und werden feststellen, dass einige Unebenheiten, eingeschlossener Staub und Garnfussel kleine Pickelchen im Lack hinterlassen haben :



    Diese lassen sich recht einfach und kontrolliert mit einer Rasierklinge abschneiden. Dabei muss nur drauf geachtet werden die Klinge flach anzusetzen und nicht zu tief zu schneiden. Mit der nächsten Schicht Lack werden diese Stellen dann von selbst wieder unsichtbar und egalisiert, hier sieht man die Stellen wo ich die Klinge ansetzen musste :



    Danach vollführt man einfach die in Part 5 gezeigten Schritte zum Bindungen lackieren nochmals.
    An dieser Stelle möchte ich mal eine Erfahrung schildern die ich dabei heute hatte:

    Ich habe alle Tips beherzigt die im vorherigen Thema ( siehe Zitat Part 5 ) gegeben wurden, also Lack in den Spritzen auf der Heizung vorwärmen, flach auslaufen lassen in einem Behältnis, kontrolliert erwärmen. Half bei mir Alles nichts, der Lack blieb einfach voller Blasen und beim auftragen hatte ich eine der schlimmsten Lackierungen die ich je gemacht hab.
    Deswegen kam auch bei mir heute wieder die Feuerzeug-Methode zum Einsatz, die ich bereits geschildert hatte. Ich kann hierbei einfach kontrollierter sehen, wann die Blasen verschwinden und vor Allem auch, wann der Lack flüssig wird und anfängt zu verlaufen.
    Nachdem ich den erwärmten Lack von der Heizung nämlich auftragen wollte, hatte er bei der letzten Bindung fast wieder dieselbe Viskosität wie vor der Heizungsbehandlung.
    Erwärme ich ihn an der Bindung mit dem Feuerzeug, kann ich genau sehen, wann er so flüssig wird, das sich eine Art Tropfen bildet der nach unten an der Bindung zieht ( Der Blank dreht sich bei mir ja während des lackierens und nach kurzem erwärmen sieht man deutlich wann der Lack den Drang hat schwerkraftgerecht nach unten abzufließen). Dann halte ich an mit der Erwärmung und 2 Runden später ist der Lack blasenfrei und durch die Drehung sauber auf der Bindung verlaufen und hat sich gleichmäßig an den beim ersten Mal lackierten Rändern verteilt. Weiter fließt der Lack nicht, benetzt aber gleichzeitig die ganze bereits lackiere Fläche gleichmäßig.

    Bei diesem zweiten Lackiervorgang muss also nicht zwingend wieder bis an die Kanten ranlackiert werden. Wenn man den Lack ausreichend erwärmt, sodass er fließfähig wird, verteilt er sich nahezu von selbst an den vorgegebenen Rändern.

    So sehen die Bindungen bei mir nach dem zweiten Lackiergang aus, Makro-Aufnahmen sind übrigens einfach grausam, da sie jeden Fehler aufdecken ;).
    Aber wir wollen hier ja was lernen. Teilweise sieht man deswegen das trotz aller Mühen beim binden, packen der Bindungen und dem Versuch möglichst staubfrei und sauber zu lackieren, immernoch Stellen entstehen an denen deutlich wird, worauf man beim nächsten Mal noch etwas mehr achten sollte.

    Ich denke aber nur so kann man sich auch verbessern.





    Da dies aber "erst" mein 6. Aufbau/Umbau ist, bin ich doch sehr zufrieden mit dem Ergebnis und konnte auch diesmal wieder was lernen. Wie man einen Reargrip selbst herstellt beispielsweise. Ich bin auch durch und durch zufrieden mit dem Aufbau ansonsten und mag die Rute sehr. Hoffe ich kann sie bald mal probewerfen, wir haben derzeit leider Schonzeit, was sich bis Mai auch nicht ändern wird.

    Bilder von der neuen Biegekurve bei gleicher Belastung werde ich noch machen. Außerdem noch ein paar gute Fotos bei Tageslicht vom gesamten Aufbau und den Highlights.

    Diese werden dann hier in dem Post zu finden sein. Die Umlackierung der Rolle wurde (vorerst) leider auf Eis gelegt, da die Kosten in keinem Verhältnis zum Ergebnis stehen.
    Ich werde ihr allerdings noch passende Gold-Schwarze Knobs verpassen, dann sieht es bis auf das Grün der Curado wenigstens etwas einheitlich aus. Ich suche dennoch weiter nach Alternativen. Vielleicht gibt es ja engagierte Leute die sowas auch für Bezahlung machen würden !? Rund 150€ für Airbrush und Mini-Sandstrahlgerät übersteigen allerdings die angestrebten Ausgaben deutlich.

    Die Rute wird nun abschließend noch mit etwas Wachs aus dem Autopoliturbereich behandelt, um dem (momentan ja nur geschliffenen) Blank etwas Schutz vor Schmutz zu geben. Einfach mit einem fusselfreien Tuch auf den Blank aufpolieren ( nur Wachs zum versiegeln, keine Schleif-Politur verwenden. )

    Ich hoffe ansonsten das Euch das Tutorial geholfen hat, hoffe das ich ein paar Leute bewegen konnte wieder etwas Liegengelassenes anzufangen oder Neueinsteigern den Anstoß zur Sucht gegeben habe :D.

    Danke für die Teilnahme am ursprünglichen Thema, die vielen grünen Kekse und die positiven Zusprüche.
    Das spornte sehr gut an dieses Projekt hier fertigzustellen und ich freue mich jedesmal über die hohe Qualität der Diskussionen.

    Damit beende ich das Tutorial soweit und werde, wenn mir noch etwas einfällt Ergänzungen treffen, wie z.B. der Linkliste im Startpost !

    Liebe Grüße, Mike !

    Alte Biegekurve vor Umbau :



    Bilder der Biegekurve vom fertigen Umbau bei 500g Last
    (Update 13. März 2013 ) :




    Geändert von -GT- (14.03.2013 um 14:34 Uhr)

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Raubfischspezialist Avatar von Fabi
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    Hättest ein Buch schreiben sollen! SEHR SEHR SEHR GEIL!
    Erfahrung ist nur der Name den wir unseren Irrtümern verleihen

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Raubfischfänger Avatar von Olti
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    Zumindest wäre das mal definitiv was für die Startseite...

    Echt klasse geworden.
    Gruß Olti



    Manche Männer bemühen sich lebenslang, das Wesen einer Frau zu verstehen. Andere befassen sich mit weniger schwierigen Dingen, z.B. der Relativitätstheorie.
    (Albert Einstein)

  6. Nippon-Tackle
  7. #6
    Angelgott... Raubfischspezialist Avatar von -GT-
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    Jetzt ist es vollständig, habe gerade den letzten abschließenden Teil in den 3. Post editiert.

    Hier ist also nun Platz für Kritik, Lob, usw.

    Gruß, Mike.

  8. #7
    isn't it ironic? Raubfischfänger Avatar von averlanche
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    Zitat Zitat von Olti Beitrag anzeigen
    Zumindest wäre das mal definitiv was für die Startseite...

    Echt klasse geworden.
    2 Dumme, ein Gedanke

  9. #8
    Holsteinfan Raubfischjäger Avatar von dilambda
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    Wow, großes Kino. Da kriegt man direkt Lust. Vielen Dank dafür!

  10. #9
    Grundeljäger Raubfischjäger Avatar von Jonas
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    Am schönen Rhein:-)
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    Sehr sehr guter Artikel, vielen Dank!


  11. #10
    der alte Barschzocker Raubfischfänger Avatar von Klausi
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    Kleiner Tip von mir noch: Alte Ringe lassen sich besser entfernen, wenn Du mit dem Cuttermesser direkt auf dem Ringfuß arbeitest... trifft garantiert auf Metall, kannst gleich bis obenhin durchschneiden und der Rest läßt sich in der Regel mit dem Daumennagel entfernen, bis auf den letzten kleinen Rest neben den Fäden zum Blank hin. Spart etwas Zeit...
    Zum Fixieren der Ringfüße arbeite ich nicht mit Tapestreifen, sondern mit Fliesenlegergummi. Das presst gut an, ist dennoch elastisch, so daß man den Ring noch optimal platzieren kann.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    Geändert von Klausi (03.03.2013 um 22:48 Uhr)
    Wo die Natur nicht will, ist die Mühe umsonst - aber der Köder muß ins Wasser, sonst kein Fisch

  12. #11
    F4M-PowerSeller Board-Inventar Avatar von Boris
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    - und vielen Dank!

  13. #12
    Benutzer Raubfischjäger
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    Wow, vielen Dank für die Mühe. Sehr gut geschrieben und definitiv was für die Startseite.

  14. #13
    Angelgott... Raubfischspezialist Avatar von -GT-
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    Hier schonmal ein kleiner Vorgeschmack auf das aktuelle Gesamtwerk ! Die Knobs sind eingetroffen und wurden soeben montiert. Ich bin vollstens zufrieden. Bessere Bilder gibts dann direkt am Wasser ;).

    Außerdem füge ich gleich noch Belastungsbilder nach dem Umbau oben ein !
    ( siehe Ende Part 5 ! )

    Vorher :



    Nachher :


    Geändert von -GT- (13.03.2013 um 19:48 Uhr)

  15. #14
    Erfahrener Benutzer Raubfischfänger Avatar von habakuk
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    Nice! Jetzt könntest du das Handle noch schwarz lackieren... (ohne die goldenen Löcher) Edith meint: Hab deinen Eintrag zum Thema jetzt erst gelesen! sry
    Geändert von habakuk (13.03.2013 um 20:07 Uhr)

  16. #15
    Angelgott... Raubfischspezialist Avatar von -GT-
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    Ich denke das bleibt silber =). Gefällt mir gut, auf dem schwarzen Chronarch-Handle aufgesteckt sahen die Knobs irgendwie merkwürdig aus. So ergibt das eine ganz gute Kombi zur Spule und dem Rad für die Spulenbremse.

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