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Thema: Erfahrungsbericht G-Loomis NRX 802C JRW

  1. #1
    Gefahrenerprobter Raubfischfänger Avatar von Tuco
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    Erfahrungsbericht G-Loomis NRX 802C JWR

    Hallo,

    ich habe die G-Loomis NRX 802C JWR nunmehr ein Jahr, kurzum es ist meine Lieblingsrute auf Barsch. Ich habe sie zu ca. 60 % meiner Angelaktivität in Nutzung und eine komplette Saison mit ihr gefischt. Also Zeit für einen Erfahrungsbericht.

    Rutenbeschreibung
    Länge: 6‘8‘‘ (2,05 m)
    Wurfgewicht: 1/8 - 3/8 Oz (3,5 – 10,5 g)
    Blank: Aktion Ex-Fast/ Power Medium
    Ringe: 11, dazu eine Hakenöse
    Griff: geteilt, aus Kork, Fuji-Rollenhalter,
    Gewicht: 103 g (gewogen)
    Schnur: 10 – 14 lbs
    Ausgeliefert wurde die Rute mit einer Kunststoffhülle.

    Anwendungsbereich
    Ich angelte mit der Rute ausschließlich in großen Naturseen in Wassertiefen von 2 bis 30 Metern vom Boot aus mit verschiedenen Gummiködern am Jigkopf sowie verschiedenen Rigs, Wobblern, Pilkern und Spinnern.
    Die Rute kam auch einmal zum Testen auf dem Eis zum Einsatz. Entsprechend meiner Erwartungen war sie hier auf Grund der kleinen Ringe, die sofort vereisten, hierfür jedoch ungeeignet.

    Kombination Rute/Rolle
    An der Rute ist eine Shimano Core 51 MG7 montiert. Die Combo wiegt fangfertig, exklusive Köder, 257 g (gewogen).
    Die Rolle sitzt gut an der Rute, die Kombination wirkt ausgewogen und die Finger liegen auf dem Blank. Ausbalanciert ist die Kombination zwischen Foregrip und Hakenöse
    Das dargestellte Gesamtgewicht spricht für sich, es ist ein langes ermüdungsfreies Fischen mit der Angel möglich. Es ist immer wieder eine Freude die Angel in die Hand zu nehmen und mit quasi Nichts herumzufuchteln. Die Rolle harmoniert wie die Rute auch wunderbar mit dem im Folgenden aufgeführten Köderspektrum.

    Rutenverhalten
    Die Rute ist straff, die Köderarbeit erfolgt über die Rutenspitze. Die Spitze arbeitet sehr schnell.
    Die leichtesten genutzten Köder bei mir sind Illex Chubby 38 und Squirrell 61 mit knapp 4 g Eigengewicht. Diese Köder entsprechen dem angegebenen unteren Wurfgewichtsbereich von 3,5 g. Beide lassen sich wunderbar werfen. Wurfweiten von deutlich über 20 m mit diesen Ködern an der Kombo sind Satz. Eine Aufladung der Rute beim Werfen ist nur leicht gegeben.
    Die nächste Ködergruppe liegt bei einem Gesamtgewicht von 7 bis 9 g. Bei diesem Gewichtsspektrum beginnt bei mir der das Angeln mit Gummifisch am Jigkopf sowie Finessrigs (5 bis 6 g + Trailer), mit Softjerks und Wobbler wie Squirrell 67, Squad Shad 65 und Rapalla X Rap.
    Bei den Gewichten dieser Köder lädt die Rute sich bereits gut auf und verleiht so den Ködern zusätzliche Beschleunigung.
    Die nächste Ködergruppe liegt zwischen 11 und 13 g. Es sind verschiedene Gummis am Jigkopf sowie an Finessrigs und Spinner.
    Mit dem Eigengewicht der Köder ist die angegebene Obergrenze des Wurfgewichts der Rute überschritten, jedoch beginnt sie meiner Meinung nach ab hier erst zu zeigen was sie drauf hat. Beim Werfen mit diesen Gewichten lädt sie sich zunehmend auf.
    Dies gutmütige Verhalten beim Werfen setzt sich bis etwa 25 g Ködergewicht fort. An der Schnur hängen dann Spinner bis 16 g, verschiedene Jig- sowie Finessmontagen bis 23g Eigengewicht (bis 20g Gewichte +Trailer) und Barschzocker bis 25 g.
    Beim Werfen habe ich nicht den Eindruck, dass ich die Rute überfordere. Sie voll durchzuziehen ist kein Problem.
    Über 25g Ködergewicht wirkt die Rute überladen und man sollte es ihr nicht antun...

    Die Köderführung und Köderkontrolle kann ich nur als: „total geil“ beschreiben. Das aufgeführte Köderspektrum bis 25 g lässt sich über die Rutenspitze wunderbar animieren. Egal ob jiggen, zocken, jerken oder twitchen, alles geht einfach super! Bei Gewichten über 25 g beginnt die Rute über das Rückgrat zu arbeiten. Größere/ schwere als die aufgeführten Wobbler und Spinner hingen bei mir nicht am Band.
    Der Blank ist sehr sensitiv. Beispiel Dropshot - Zuppelbisse von Kleinbarschen sind deutlich am Blank unterhalb der Rollenhalterung zu vernehmen, Grundkonturen lassen sich erfühlen und die Grundbeschaffenheit stellt sich stets klar dar. Beispiel Spinnangeln – Einsteiger beim einfachen Ködereinholen werden als Hieb wahrgenommen, angehaktes oder eingesammeltes Kraut bemerkt man sofort.
    Die Rute hat unglaubliche Reserven. An ihr konnte ich Barsche bis 44 cm, Zander bis 70 cm und Hechte bis 90 cm nach aufregenden Drills problemlos landen. Die Rute wirkte mit diesen Kalibern nicht überfordert. Wer jetzt denkt kleine Barsche machen mit ihr keinen Spaß, der irrt. Gerade die letzten Tage hatte ich fast nur Barsche zwischen 20 und 25 cm an der Angel und es war ein Heidenvergnügen, wenn sie an der Rute randalierten.
    Anhiebe, bei 40 m Schnur und mehr von der Rolle, hakten sicher. Stramme Fluchten und hefige Schüttelbewegungen wurden ordentlich abgefedert. Aussteiger waren selten.

    Fazit
    Eine super Rute zum Barschangeln mit großem Spaßfaktor.
    Ob kapitale Barsche oder auch Beifänge von Zander und Hecht sind für sie kein Problem. Die Rute ist sehr feinfühlig, man weiß was mit dem Köder passiert, bekommt ihn sehr gut animiert und kann auch den Gewässergrund mit ihr erkunden.
    Die Rute eignet sich für ein breites Köderspektrum im Gewichtsbereich von 4 bis 25 g, was sie in meinen Augen zur Allrounderin auf Barsch macht.
    Die mitgelieferte Kunststoffhülle kann man vergessen, sie ist einfach unzweckmäßig als Rutenschutz.
    Bei Wind verhält sie sich wie ein Segel und lässt die darin verpackte Rute eine riskante Eigendynamik beim Durchschreiten von Türen oder beim Verladen in den PKW entwickeln.
    Verarbeitungs- oder Qualitätsmängel sind mir nicht bekannt (Nachtrag: siehe Beitrag #5!)

    Anbei ein paar Bilder, u.a. mit zunehmender Belastung des Blanks und Vergleichsfotos 802/842:
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    Geändert von Tuco (30.01.2015 um 15:42 Uhr) Grund: Vergleichsfotos 802/842

  2. #2
    josefbepperlsepp Board-Inventar Avatar von sepp
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    Super Review - Prädikat "Wertvoll"
    . . . so vui schee unser boarisch Hoamadl . . .

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Raubfischspezialist
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    Danke für den Bericht!

    Ich habe die gleiche Rute und bis auf zwei oder drei Details stimme ich dem ganzen voll zu. Nach meinem empfinden fühlen sich schon 21 Gramm Jigköpfe mit kleinen Gummis nicht mehr gut an. Das kann man mal eben machen wenn es die Bedingungen erfordern aber zum Dauereinsatz lieber Geld in eine andere Rute investieren.

    Und die neuen Blanks der Rute sind grün wodurch sie optisch nicht mehr mit der Core harmoniert. Ich hab die 51er Curado drauf - technisch zwar nicht ganz so top aber optisch ein Augenschmaus.
    Vielleicht will ja jemand mal eine grüne 802 gegen eine schwarz-blaue tauschen.

  4. #4
    Gefahrenerprobter Raubfischfänger Avatar von Tuco
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    Da ich in den letzten Wochen einige PN mit Fragen zu dieser Rute erhalten habe hier noch einige ergänzende Erläuterungen und Bilder (sind beim anklicken beschriftet) aus dem Kontext der jeweiligen Nachfragen:

    Zur Köderführung:
    Diese ist bei mir als eher defensiv zu betrachten – eine Mischung aus Faulenzen und leichtem Anjigen.

    Zur Ködergröße/-gewicht:
    Gummis aller Art zwischen 6 und 10 cm. In der Erscheinung eher schlank gehalten. Ein 17g Jigkopf mit einem 3,8“ FSI (gesamt 25 g) ist das schwerste und voluminöseste was ich der Rute abverlange.
    Mein persönliches „Wohlfühlwurfgewicht“ liegt bei 8 bis 17 g.

    Zur Rutenspitze:
    Hartes Anjigen des 17g Jigkopf mit einem 3,8“ FSI (gesamt 25 g) ist möglich. Die Rute arbeitet dabei nur über die Spitze bis ca. zum vierten Ring (also die obersten ca. 25 cm).

    Rutenspitze NRX802CJRW.jpg

    Jigkopf 17g + 3,8er FSI.jpg
    Last leicht.jpgLast mittel.jpgLast schwer.jpg

    Gruß Mathias

  5. #5
    Gefahrenerprobter Raubfischfänger Avatar von Tuco
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    Auch das gehört zu einem Review....


    Nach nicht ganz zwei Jahren hat sich die Gewindehülse am Foregrip gelöst. Diese wird auf einen ca. 4 mm breiten Rand einer verklebten Manschette geschoben (auf dem Foto bei 10 cm), war selber aber nicht verklebt.
    Die Gewindehülse ist ein Passstück, welche auf ca. 30 mm Länge stramm auf dem Blank aufliegt. Am Ende der Hülse befindet sich eine ca. 5 mm breite Klebestelle (auf dem Foto bei 16,6 - 17cm), welche die gesamte Kraftentwicklung beim Festschrauben der Rolle und bei der Angelei halten soll.
    Offenbar handelt es sich bei dieser Ausführung der Teilesicherung um einen Konstruktionsmangel, da einfaches Verkleben auf solch kleiner Fläche den auftretenden Kräften nicht standhält.
    Vor einiger Zeit hatte ich die Hülse mittels 2K-Epoy ebenfalls punktuell verklebt, jedoch hatte es nicht gehalten.
    Nach Rücksprache mit einem User fehlt hier offenbar eine Wicklung vor der Hülse (Prinzip eines Hemmschuhes) und die Hülse gehört großflächiger verklebt, damit diese den auftretenden Kräften standhält.

    An der Problembeseitigung wird gearbeitet....

  6. Nippon-Tackle
  7. #6
    ich heisse Dirk = F.A.L. Board-Inventar Avatar von dgspec
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    Einfach eine Wicklung aus 19mm TESA Krepp in ein paar mm Abstand zur Manschette anbringen. Die Gewinde-Hülse muss gerade so über die Wicklung gehen. Das Ganze mit 2K Kleber festkleben.
    Wenn Platz vorhanden eventuell eine 2 Wicklung (wieder mit einigen mm Abstand zu 1. Wicklung)
    anbringen.
    Oa Verfahren mag jetzt nach Pfusch“ klingen ist aber Gang und Gäbe im Rutenbau.
    Wichtig sind die freien Abstände zwischen den Wicklungen damit sich Kleber dazwischen setzen kann und die Wicklungen von der Seite stabilisiert werden.
    NEIN, ich bin nicht NEGAN !

    Für Ben und Olga R.I.P

    Koa Hiatamadl mog i ned,
    weils so dicke Wadln hed.
    I mog a Madl aus da Stadt,
    woas reichlich in da Blusn hat.

    Derk'che von Goisern

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