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Thema: Schnelligkeit von Ruten

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Raubfischjäger Avatar von Andi500
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    129

    Schnelligkeit von Ruten

    Da das nebenan im Taper Beitrag zu weit geführt hätte(und ich gerade ein bissl Zeit hab) schreib ich mal noch etwas zur Schnelligkeit(Rückstellvermögen) von Ruten.

    Der Begriff "schnelle Rute" wird heute immer wieder mit "fastem taper" oder anderem durcheinander gewürfelt wird, ohne dass man dabei den Eindruck hat, derjenige Welcher wüsste wovon er spricht.
    Auch wird immer gern mit der Schnelligkeit vonRuten geworben, ohne die Angabe schnell im Vergleich zu was(?)!

    Kurzes Zitat aus dem taper Beitrag( http://www.fishing-for-men.de/showth...1#post691363):

    Je höher moduliert Carbonfasern sind, umso stärker ist ihr Bestreben sich schnellstmöglich nach Belastung/Biegung wieder auszurichten, ohne viele Schwingungen.
    Glasfaser in Reinform kann das nicht. Eigengewicht und wenig Spannkraft arbeiten dagegen
    Die Rückstellgeschwindigkeit/Schnelligkeit eines Blanks wird also von den verbauten Fasern(und ihrer Anordnung) bestimmt und ist unabhängig von der Aktion und unabhängig vom taper, auch wenn eine Rute mit wirklicher Spitzenaktion schneller wieder gerade ist als eine parabole(durchgehende Aktion)!


    Nehmen wir an zwei gleich lange Ruten aus identischem Material sind durch verschiedene Anordnung der Carbonmatten nur hinsichtlich der Aktion(Biegekurve) verschieden.
    Rute A hat Spitzenaktion und Rute B hat Parabolaktion.

    Nehmen wir weiter an, beide werden mit dem selben Gewicht belastet.
    Dann wird bei Rute B wegen der Parabolaktion mehr von der Rute aus der ursprünglichen Ideallinie abgelenkt als bei Rute A mit Spitzenaktion, wo sich nur ein kurzes Spitzestück neben der Ideallinie befindet.
    Läßt man nun beide zurückschnellen, wird mans ehen dass Rute A eher wieder in der Ausgangsposition ist als Rute B.
    Das liegt daran, dass einfach weiniger Masse über eine kürzere Strecke bewegt werden muss.

    Trotzdem ist die parabole (gleiches Material) genauso schnell. Das Material hat ja die selbe Rückstellkraft.
    Nehmen wir der Einfachheit halber an, Rute A (Sp-Akt.) braucht 1 sec. um die 10cm wieder zurück in die Ausgangsposition zu schnellen und sich zu beruhigen. Dann braucht Rute B(selbes Material!) 3 sec. für 30cm.
    Dauert länger ist aber genauso schnell.

    Viel Ringgewicht, Lack usw. bremsen die Schnelligkeit(Rückstellgeschwindigkeit) zusätzlich.


    Als Fazit bleibt nur übrig, dass je höher moduliert die Fasern sind, umso schneller die Rute ist und andersrum, je mehr Glasfaseranteil umso langsamer.

    Das alles hat aber nichts mit dem taper und auch nichts mit dem Wurfgewicht zu tun.

    Falls also mal wieder jemand von "schnellen Ruten" erzählt, fragt mal erst was er damit meint.....
    Lieber einen Ort im Grünen als einen Grünen im Ort !

  2. #2
    Angelgott... Raubfischspezialist Avatar von -GT-
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    1.054
    Schön das sich hier die Mühe gemacht wird das Thema mal ausgiebig zu betrachten und Missverständnisse aus der Welt zu schaffen bzw. die Begrifflichkeiten genau zu beschreiben damit jeder unter einem Begriff dasselbe versteht.
    Gerade dem Absatz mit dem Ringgewicht, Lack und Anbauteilen kann ich aus dem Rutenbau nur zustimmen. Stand kürzlich vor der Entscheidung eine 6" Rute mit 6+1 oder 8+1 zu beringen. 8+1 war deutlich zu merken in der Rückstellgeschwindigkeit, obwohl die Ringsätze gewichtsmäßig vergleichbar waren. 8+1 waren eben durchschnittlich kleinere Ringe, dafür mehr, 6+1 enthielt etwas Größere, was mir letztlich mehr zusagte und die Aktion des Blanks an sich unterstrichen hat.

    Danke für deine Mühe.
    Gruß
    Mike.

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