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Thema: Nochmals: Titanvorfächer

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Board-Inventar
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    Nochmals: Titanvorfächer


    Dass ich von Hardmono und FC gar nichts (mehr) halte und warum, ist wohl bekannt. Meine Wahl schon seit langem, und zwar bei sämtlichen von mir betriebenen Techniken, auch beim Fischen auf Barsch: Eindrähtiges Titan in verschiedenen Stärken, je nach Combo.

    Alerdings hat das laut Werbung angeblich unverwüstliche Material seine Tücken. Die Langlebigkeit ist nämlich nicht so, wie es die Werbung verspricht.

    Zunächst: Es knickt es durchaus, wenn auch längst nicht so leicht wie die üblichen Stahlvorfächer. Zwar ist es möglich, den Knick auszubügeln, indem man das Vorfach unter Zug setzt und dann die entsprechende Stelle bis zu einem gewissen Grad erhitzt. Aber das ist kritisch, denn wenn die Temperatur zu hoch ausfällt, ist das Material an dieser Stelle geschwächt.

    Ein weiteres Problem: Titan neigt nach einigem Gebrauch an den Ösen zur Materialermüdung und schließlich zum Bruch, mit Köderverlust oder Schlimmerem. Die Langlebigkeit kann man zwar dadurch erhöhen, indem man das Vorfach deutlich stärker auslegt, als eigentlich erforderlich, aber das schlägt sich dann natürlich in erhöhter Sichtigkeit nieder.

    Gerade das allerdings will ich nicht. Der Vorteil von eindrähtigem Titanmaterial im Vergleich zu 1x7- oder 7x7-Material gleicher Tragkraft besteht neben der jedenfalls längeren Lebensdauer nämlich darin, dass es dünner und also weniger sichtig ausfällt und obendrein leichter ist.

    Daher dimensioniere ich meine sämtlichen Titanvorfächer folgendermaßen: Von der Tragkraft wird das Material so gewählt, dass es sich nicht allzu sehr von der Tragkraft der Schnur unterscheidet, also so dünn wie möglich, ohne zum Schwachpunkt der Montage zu werden. Zum Beispiel verwende ich an einer Combo, die mit einer 8kg Stroft GTP bespult ist, Titanmaterial von 9kg Tragkraft. Oder an einer 6kg Schnur Titan mit 6,8kg Tragkraft und so fort.

    Aber, siehe oben, die Materialermüdung. Da man es dem Material nicht ansehen kann, wenn es geschwächt ist, und es obendrein unmöglich ist, halbwegs genau vorherzusagen, wie viele Tage oder Wochen das Material überstehen wird, habe ich mir folgende Methode angewöhnt, die zwar nicht billig, aber dafür 100% sicher ist, nämlich: Auswechseln des gesamten Vorfachs nach maximal drei Angeltagen und noch eher, wenn es irgendwo geknickt wurde im Drill.

    Das hat obendrein den Vorteil, dass sich auch Wirbel und Snaps von der Tragkraft knapp dimensioniert und also so klein bzw. Dünndrähtig und unauffällig wie nur möglich auslegen lassen, denn auch sie bleiben nicht lange im Einsatz und werden ebenfalls entsorgt, wenn das Vorfach ausgedient hat.

    Wie gesagt keine billige Methode. Aber so habe ich garantiert hechtsichere Vorfächer mit der geringstmöglichen Sichtigkeit dran. In geringen Stärken von wenigen Kiilogramm Tragkraft fällt das Material buchstäblich haarfein aus.

    Ohne ein derart passend dimensioniertes Titanvorfach fische ich unter keinen Umständen, egal auf was auch immer. Und egal, ob das Wasser getrübt ist oder nicht. Fangen tue ich damit so, dass ich mich sicher nicht beklagen muss. Meiner Ansicht nach ist Titan das derzeit beste Vorfachmaterial, dem man das Attribut hechtsicher tatsächlich zubilligen kann.

  2. #2
    Administrator Board-Inventar Avatar von Hans
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    Re: Nochmals: Titanvorfächer

    hast du Bezugsquellen?

    Wie verhällt es sich mit Titanvorfächern in der 4kg-Klasse?? Wie ist dabei die Knotenfestigkeit oder kann man dieses auch mit Klemmhülsen bearbeiten?
    Der Schlüssel zu beständig guten Fängen liegt nicht in ausgefallenen Techniken, dem biologischen Wissen um einzelne Fischarten, sondern vor allem an der Zeit, die ein Angler am Wasser verbringt... und Erfahrung sammelt

    Guter Spruch: "Let them go, let them grow"

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Raubfischfänger Avatar von herrm
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    Re: Nochmals: Titanvorfächer

    Mache ich genau so ,
    und bin davon überzeugt ,dass es auf Dauer auch nicht teurer ist.

    Wie oft war das Vorfach mit normalem Stahl ,nach einem Fisch schon verkringelt
    so dass ich es wechseln musste.
    Manche fischen so weiter , ich hasse es.

  4. #4
    Bavarian Baitcaster Board-Inventar Avatar von hdidi
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    Re: Nochmals: Titanvorfächer

    Ich bin von Titan wieder weggegangen zum altbewährten 49x Flexonit.
    Dieses kringelt weder zu schnell, noch zeigt es Materialermüdungen nach einem Monat fischen.
    Titanvorfächer sind mir bei den Zugtests nach der Fertigung von Vorfächern zuoft gerissen.
    Nicht beim ersten Belasten, sondern beim zweiten mal.
    Speziell die dünneren Varianten mit 5kg bis 10kg.
    „Da steh ich nun, ich armer Tor,
    und bin so klug als wie zuvor.“

    Johann Wolfgang von Goethe (Werk: Faust)

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Raubfischfänger Avatar von Sebastian Lucius
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    Re: Nochmals: Titanvorfächer

    Bei mir kommen seit Jahren nur Tita-Vorfächer ans Band. Anfangs hatte ich auch die Probleme, wie oben beschrieben. Mit einer kleinen Modifikation traten diese nicht mehr auf.
    Eines ist beim KuKöfischen enorm wichtig, dass bei gequetschten Vorfächern 1/4 des Snaps, die Hülse und min 5mm des köderseitigen Endes mit einem Schrupfschlauch überzogen wird. Tut man dies nicht, kommt es durch die Bewegung des KuKö unweigerlich oberhalb der Hülse zum Ermüdungsbruch.
    Das dünnste Vorfach, welches ich fische, ist das 15lbs Boa no Knick. Mit dem hatte ich bisher noch keine Probleme. Es war z.B. ca. 6 intensive Angeltage am Band und überstand am 6. Tag auch noch einen 82er Rapfen in der Stömung.
    Zur Sicherheit sollten aber alle 3-4 Angeltage die ersten 2-3cm abgeschnitten und inkl. Snap entsorgt werden. So kann man das Vorfach mehrmals verwenden. Meine Vorfachlänge liegt zu Beginn bei ca. 45cm. Wesentlich kürzer als 40cm fische ich nicht.
    Da ich mit den schwarzen Rossco Duo-Locks fische, ist der Abrieb der Brünierung im inneren köderseitigen Snapbogen ein guter Anhaltspunkt für die oben beschriebenen Maßnahmen.
    Es ist sicher kein unzerstörbares Wundermaterial, aber eins, welches wesentlich länger hält als 1x19; 7x7 o.ä.
    Wenn man weiß, wie mit dem Material umzugehen ist, ist es ein sehr zuverlässiges, reflexionsarmes, hechtsicheres Material.

  6. Nippon-Tackle
  7. #6
    Master of Disaster Board-Inventar Avatar von NorbertF
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    Re: Nochmals: Titanvorfächer

    Denkt ihr das Titan lässt sich auch an die Hauptschnur angeknotet verwenden? Also mittels Verbindungsknoten an die Hauptschnur getüdert.
    Es soll für Rigs benutzt werden, also direkt aufs Titan dann ein Bullet und auch den Haken direkt anknoten, per Palomar o.Ä.
    Auch Rubberjigs sollen angeknotet werden, also ohne Snap.
    Denkt ihr das ist machbar? Mit normalem Stahl gehts einigermassen, aber das kringelt sehr schnell.
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  8. #7
    Erfahrener Benutzer Raubfischfänger Avatar von Jupp82
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    Re: Nochmals: Titanvorfächer

    Ich liebe Titan, meines Erachten nach auch das beste Vorfach wo gibt, nicht nur für Hecht...

    Knoten kann man es allerdings nicht.Habe es Anfangs auch nur einfach geklemmt, am besten doppelt (Titan 2x durch Hülse) Mir ist es bei einfacher Klemmung auch schon passiert das es wieder aus der Hülse rutscht. Sehr glattes Material.

    Ansonsten kann ich mich Heiner nur anschliessen, wobei ich die Vorfächer erst ab 8 kg fische.

    Gruß

    Jupp


  9. #8
    Master of Disaster Board-Inventar Avatar von NorbertF
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    Re: Nochmals: Titanvorfächer

    Zitat Zitat von Jupp82

    Knoten kann man es allerdings nicht.
    Oh schade Dann kann ich es nicht gebrauchen.
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  10. #9
    Erfahrener Benutzer Raubfischfänger Avatar von Sebastian Lucius
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    Re: Nochmals: Titanvorfächer

    Ich hatte mal irgendwo gelesen, das jemand den Slim Beauty verwendet.

    http://www.netknots.com/html/slim_beauty_knot.html

    Finde es aber nicht mehr, daher ohne Gewähr

  11. #10
    Zeusgoeswild
    Gast

    Re: Nochmals: Titanvorfächer

    also ich angel auch nur noch mit Titan und bin damit sehr zufrieden.

    Besonders zum jerken da es fast wie eine Spinstange funktioniert !

  12. #11
    Erfahrener Benutzer Board-Inventar
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    Re: Nochmals: Titanvorfächer


    Zur Knotbarkeit von Titan: Mit sehr dünnem Material (weniger als 6kg Tragkraft) geht's, und zwar mit dem Achterknoten (siehe unten). Nicht zu festanziehen und mit einem Tröpfchen "Fishing Glue" fixieren.

    Eine andere Möglichkeit: No Knot-Verbinder, auch das funktioniert. Ist mir allerdings nicht sympathisch, da die Dinger glänzen.

    Titanmaterial ab etwa 6kg Tragkraft würde ich allerdings quetschen, und zwar mit Hülsen der Größe 0. Ab 9kg verwende ich die Quetschhülsen von Drennan, die es meines Wissens in zwei Größen gibt und die sich als als sehr gut erwiesen haben. Die Hülsen vom Durchmesser nicht größer als unbedingt nötig wählen - das ist besonders bei dünnerem Titandraht wichtig! Leider gibt's an Quetschhülsen nichts Kleineres als Größe 0, jedenfalls ist mir da nichts bekannt.

    Ganz besonders wichtig ist die Quetschzange. Es muss mindestens eine Fünfpunkt-Ausführung sein, ich verwende seit dieser Saison sogar eine mit sieben Druckpunkten.


    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  13. #12
    Master of Disaster Board-Inventar Avatar von NorbertF
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    Re: Nochmals: Titanvorfächer

    Schade, quetschen kommt für den angedachten Zweck nicht in Frage. Meine normalen Vorfächer für Hardbaits und Swimbaits quetsche ich sowieso :)
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  14. #13
    Erfahrener Benutzer Board-Inventar
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    Re: Nochmals: Titanvorfächer


    Es gibt übrigens seit einiger Zeit auch mehrfädiges Titanmaterial. In welchen Stärken, weiß ich allerdings nicht, da müsst ihr euch selbst umgucken im Net.

    Zum Quetschen noch: Die Hülsen sollte man natürlich, wie auch bei Stahl, mit Schrumpfschlauch überziehen. Ich verwende dafür transparenten Schrumpfschlauch, so fällt's optisch am wenigsten auf. Den Schrumpfschlauch, wie @Sebastian Lucius oben richtig bemerkt, großzügig bemessen von der Länge.

    EDIT:

    Zu den Quetschhülsen noch mal: Ich verwende, da ich ja nicht mehr UL fische, Titanmaterial von 6,8kg bis 18kg Tragkraft (von Titanium Leader).

    Insgesamt verwende ich vier verschieden starke Varianten, abgestimmt auf meine jeweiligen Combos. Dafür genügen drei Sorten Quetschhülen, nämlich einmal Größe 0 für die 6,8kg-Version und für die anderen die zwei Quetschhülsen-Versionen von Drennan, die übrigens 1cm lang sind.

  15. #14
    Master of Disaster Board-Inventar Avatar von NorbertF
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    Re: Nochmals: Titanvorfächer

    Unter 8kg Tragkraft mag ich gar nicht bei Hechtvorfächern. Und die 8kg auch nur bei kleinen Ködern.

    Ansonsten 14kg und 20kg auch mit den langen Drenan Hülsen, die sind super.
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  16. #15
    Erfahrener Benutzer Board-Inventar
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    Re: Nochmals: Titanvorfächer


    Mit meiner 1oz-Combo fische ich, neben Hecht, gelegentlich auch auf (größere) Barsche und Rapfen. Als Schnur ist da, je nachdem, entweder 6kg Stroft GTP oder eine 14lb Mono drauf. Daran kommen 6,8kg Titanvorfächer. So dünn wie möglich halt, ohne die Montage zu schwächen.

    Früher, als ich noch Light Tackle hatte, habe ich mit noch dünnerem Titan gefischt - besser sowas als gar kein Vorfach. Diese Vorfächer allerdings habe ich, siehe oben, dann geknotet.

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