• Erfahrungsbericht: Tailwalk Trinis TWC602M

    Erfahrungsbericht: Tailwalk Trinis TWC602M & JDM Alphas 103L F-Type



    Im Frühsommer habe ich mich auf die Suche nach meiner ersten Baitcastcombo gemacht. Ich wollte mir eine leichte, kurze Rute zulegen, mit der ich Hardbaits von ca. 7-15 Gramm fischen konnte, dazu eine passende, ebenfalls leichte Rolle. Da ich mich durch Freunde und das Internet vom JDM-Tackle anstecken ließ, musste natürlich eine Kombo aus Fernost her.
    Also habe ich zuerst durch diverse JDM-Foren gestöbert, um mir Meinungen zu verschiedenen Modellen von erfahrenen Baitcastanglern anzuschauen. Denn bei der Menge an verschieden Ruten und Rollen können vor allem Anfänger schnell den Überblick verlieren. Zufälligerweise bin ich dabei auf Fabian von Nippon Tackle gestoßen, den ich kurz darauf per E-Mail anschrieb. Nach ausführlicher Beratung zu Kombos, die in Frage kamen, habe ich mich entschieden: Die Trinis und die Alphas müssen her!

    Nach wenigen Tagen klingelte es an der Tür und der Postbote übergab mir das Paket. Voller Freude packte ich es aus… „Wow! Schaut echt toll aus! Und auch super verarbeitet!“ Ganz zu schweigen von der Alphas, die auf den ersten Blick ebenfalls einen starken Eindruck hinterließ. Als ich die Rolle auf die Rute schraubte, war ich auch von der Optik erstaunt. Optisch harmonieren die beiden super miteinander, sowie auch technisch, aber dazu gleich mehr…
    In den Sommerferien konnte ich die Combo in Polen an einem See endlich austesten. Nachdem ich meine Alphas mit einer Toray Bawo superhard polyamid plus (Nylon) 12LB bespult habe, konnte es endlich losgehen. Zuerst musste die Rolle ja eingeworfen werden. Also montierte ich einen Illex Arnaud 100F und machte ein paar Würfe. Obwohl die Trinis mit 3/16~1/2 Oz Lureweight angegeben ist, stößt sie beim Arnaud (16g) noch nicht auf ihre Grenzen. Beim Wurf lädt sich die Rute hervorragend auf und katapultiert den Köder auf Weite. Bei kleineren Ködern wie dem Illex Squirrel 76 (~9g) oder Pointer 78 (~10g) macht die Kombo eine noch bessere Figur. Bei optimierter Bremseinstellung lassen sich bei mir Weiten von 35m ohne Mühe und Perrücken erzielen. Erfahrenere Angler kommen natürlich noch weiter.

    Da den Fischen das heiße Wetter wohl nicht so gut gefiel und ich nur wenige zum Biss überreden konnte, nutze ich die Zeit, um meine Wurftechnik zu optimieren und noch andere Köder auszutesten. Unter anderem montierte ich einen Squirrel 61 mit ca. 4g und wagte mich somit unter die magische Grenze von 5g. Zu meinem Erstaunen ließ sich auch dieser Köder auf ordentliche Weiten bringen, auch wenn etwas mehr Konzentration von Nöten war. Denn die Rute lädt sich selbst bei leichtesten Ködern sehr gut auf und ermöglicht bei optimaler Bremseinstellung und entsprechenden Wurfskills große Weiten.

    Ein weiterer Pluspunkt ist die Sensibilität der Rute, welche sich bei folgender Situation zeigte:

    Ich fischte mit einem kleinen Pointer an einem Schilfgürtel entlang. Etwa 10m vom Boot entfernt spürte ich kleine Zupfer in der Rute. Zuerst dachte ich, dass mein Köder durch Kraut schwamm, und ich fischte normal weiter. Doch kurz bevor ich ihn wieder aus dem Wasser zog und dann zum neuen Wurf ansetzen wollte, sah ich einen Fingerlangen Barsch, der den Pointer ununterbrochen attackierte…
    Zurück in Deutschland, waren die Fische etwas gutmütiger und somit konnte ich auch die Drilleigenschaften der Rute beurteilen. Der erste etwas stärkere Gegner war ein Schniepelecht von ca.40cm, der mir einen großen Spaß bereitete. Die Kopfschläge wurden wegen der reg-fast-Aktion der Rute sicher abgefedert. Leider blieben größere Kaliber bis jetzt aus, meiner Meinung nach hat sie aber genug Rückgrat, um einen knapp doppelt so großen Hecht sicher auszudrillen. Aber selbst kleinere Barsche um die 20cm machen an dieser Kombo Spaß.
    All diese Eigenschaften, das besonders geringe Gewicht, die hervorragenden Wurf- / Drilleigenschaften und die Sensibilität der Rute bereiten dem Angler im Ganzen sehr viel Spaß. Und das ist doch das wichtigste beim Angeln.
    Ich finde, die Tailwalk Trinis TWC602M ist gepaart mit der Alphas 103L F hinsichtlich des Preises, der Qualität und des Spaßfaktors eine Kombo, die seinesgleichen sucht.



    Philipp Dobras