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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : USA Zander Rods - was machen die denn da?



Blackmax
04.10.2013, 17:44
Egel bei welchem Hersteller man schaut, in den USA sind die "Walley" Ruten, größtenteils so wie unsere UL Stecken konzipiert. Exemplarisch hierfür :




Model
Number


Power


Action


Length
Feet


Pieces


Line Wt.
(Lb.)



Lure Wt.
(Ounces)


No.
Guides



WALLEYE JIGGING SPINNING RODS




DXW661MLXS

ML
XF
6'6"
1
4 - 10
1/16 - 1/8

9



DXW661MXS
M
XF
6'6"

1
6 - 14
1/16 - 1/4

8



DXW681MXS

M
XF
6'8"
1
6-14
1/8-1/2
9



DXW721MLXS
ML
XF
7'2"

1

4 - 10
1/16 - 1/8

10



DXW731MXS
M
XF
7'3"
1
6 - 14
1/8-1/2
10




Nach meinen Recherchen ist er "Walley" der amerikanische Zander. Er wird nicht ganz so groß wie unser Zander, aber das ist nicht das Wesentliche. Man wird in den USA doch auch eine Anschlag setzen und einen größeren Zander vom Boden holen müssen. Warum verwenden die denn so leichten Kram, weiß das jemand ?

Mueritzfischer
04.10.2013, 17:56
Wenn man sich Bilder von gefangenen (und oft auch entnommenen) Walleyes anschaut, dann wird deutlich, dass die Burschen meist in Bereichen von 40 bis 50 cm liegen (wenn nicht sogar kleiner), große Fische sind die Ausnahme. Mindestmaße liegen im Bereich von gar nicht bis zu 18". Also ganz andere Dimensionen als unser Zander.

Boris
04.10.2013, 19:13
St.Croix hat auch durchaus einige kräftigere Walleye-Ruten im Lineup:

http://www.stcroixrods.com/product/legend-tournament-walleye-musky

http://www.stcroixrods.com/product/eyecon-walleye

@Micha: Die von dir verlinkten Ruten haben ja dennoch ein Power-Rating von ML und M. Vielleicht verhalten die sich ähnlich wie die Bait-Finesse-Ruten: niedriges Wurfgewicht und kräftiges Rückgrat.

Blackmax
04.10.2013, 19:30
Das kann gut sein Booris. Habe schon oft gedacht, dass die Amis die Geräte dem spezifischen Einsatzbereich im Rating anpassen. Wenn man die Musky Ruten und deren Rating in der Hand hat, wundert man sich auch was das dann für Knüppel mit z. B. angeblich 3oz. sind.

@Müritzi: Stimmt schon, die sind auch kleiner. Diese kleineren Walleys werden einen Köder anzunehmend aber genauso fest im Babbel halten wie unser Zander. Von daher versteh´ ich die verhältnismäßig, scheinbar filigrane Ausrüstung nicht so recht. Es wird wohl so ein Tackle sein, so wie Booris es beschreibt.

Evtl. bestell ich mir bei nächster Gelegenheit mal so eine Rute mit. Vielleicht entpuppen sich diese Walleyruten, als fix- knackige Barschruten (XF - Action).

Desperados
04.10.2013, 19:59
Oder es braucht, so wie ich die Erfahrung gemacht habe, auch für den Zander keinen solch brutalen Anhieb und Materialen wie in Deutschland gerne geschrieben wird.

Blackmax
04.10.2013, 20:36
Mit der Technik bzw. der Intensität des Anschlags habe ich beim Vertikalangeln viel experimentiert Desporados. Weichere Ruten brachten da mehr Aussteiger, was ich auf die mindere Anschlagskraft zurück geführt habe.

Welche Erfahrung hast du denn gemacht?

P.S.: Schöne FB Seite hast du:-)

Desperados
04.10.2013, 21:28
Vielen Dank :love:

Also aktuell fische ich mit einer 2,7m langen 8-35gr Rute mit 0,13er Powerpro und 0,28 Fluoro (um die 2m) und mit einer Flogger 7-28gr und 10er Power pro und 0,26er Fluoro (ebenfalls un die 2m) gezielt auf Zander.
Mit beiden Kombinationen wurden bereits Zander bis um die 90cm gefangen und selbst Welse bis 1,25cm.
Mit keiner Kombination gab es bisher Probleme. Die Bisse sind bei uns recht selten, (mehr als 2 Zanderbisse am Tag gibt es selten) wodurch ich schon darauf bestehe den Grossteil der Bisse zu verwerten. Ich kann keine Prozente angeben, wieviele Bisse ich verwandele, aber ich sage einfach mal, das die Hak und Landerate sehr hoch ist in Bezug auf die Bisse.
Soweit ja ganz ok und normal, da es sich ja um mein normales Zandertackle handelt, das sich unter den Bedingungen bewährt hat.

Interessanter sind die Beifange beim Barschangeln. Auch dort steigt "des öfteren" ein Zander ein. Das hier verwendete Material (eiger northwall bis 1/2 Oz, zillion crazy cranker bis 1/2 Oz, einige Illex spinning bis 21gr Wg, u.s.w) hat bisher eine sehr gute Hakrate. Dafür wird am leichten Barschgerät natürlich kein dicker Vmc Haken benutzt. Die Schnüre ( in diesem Bereich alle unter 5kg Tragkraft) haben auch allesamt gehalten, meine Austeigerquote finde ich im allgemeinen und im Vergleich mit meinen Angelkollegen als sehr gering. Kommt mir vielleicht nur so vor und warum kann ich auch nicht genau sagen.
Der einzige Grund, warum ich nicht gezielt mit noch leichterem Gerät gezielt auf Zander angele ist einfach nur, weil der Zander grösser wird als der Walleye und mit Ruten um die 1/2 im normalfall nicht genug Druck aufgebaut werden kann um den Zander schnell zu drillen.
Natürlich mag das von mir verwendete Material nicht für den Hauptstrom im Rhein geeignet sein, aber eher aus Drillgründen und nicht wegen der Hakrate oder dem Fischverlust.

Vertikal kann ich nicht so wirklich mitreden. Da habe ich zu wenig Erfahrung mit, um schlüssige Aussagen treffen zu können.
Du schreibst beim Vertikalen fischen ist die Aussteigerquote mit weichen Ruten höher. Ist das auch noch der Fall wenn nicht mehr direkt unterm Boot gefischt wird sondern etwas dahinter ? Ich hab da so ne Theorie, aber naja ... :mrcool:

DerAndi
05.10.2013, 12:19
Also das mit den Light Ruten stimmt voll und ganz. Ich fische eine St. Croix Eyecon Walleye bis 10,5g und sie ist zwar Light Fast angegeben aber sie hat vom Verhalten her eher eine Biegekurve wie meine alten US Bass Ruten aus Glas. Moderate Fast trifft es eher zu und ich nutze sie im Moment wenn ich mit Chubby Minnows und Tiny Fry auf Forellen gehe. Gummianwendungen, für die sie ja gedacht ist laut Hersteller sind maximal 5g Köpfe an 2-3 Inch Low Action Gummis. 2,8er Fat Swing am 2g Split Shot Rig lässt die Rute zwar zu aber nur mit ner kräftigen verbeugung des oberen Drittels der Rute. Nen Chubby38 oder 2er SPinner bringen die Rute bis nahe ans untere Drittel zum biegen bei normalem einkurbeln.
Die Walleyes werden überwiegend mit kleinen Ködern befischt, sei es Federjigs oder Naturköder vertikal oder an leichten Rigs. Die Zimmern auch nicht so hart in die Ruten wie der einheimische Zander. Für mich hat es sich eher angefühlt wie nen kräftiges Tock von nem mittleren Barsch.
Die Bisse des Zanders bei uns sind dagegen vertikal doch schon recht brutal spürbar in den Ruten.

Aktuell fische ich an der Saar eine Legend Tournament Bass Spin bis 1/2z auf Barsch und Zander. Der größte Zander bisher waren 76cm drauf. Mächtig druck aber die Ruten sind ja für sowas ausgelegt.

Socratez
05.10.2013, 12:39
Ein Schwenk ins Vertikale. Ich fische Vertikal sehr gerne weiche Ruten bzw müssen die auf jeden Fall eine Parabolische Aktion haben. Ich mag das einfach mehr. Mein Onkel mit dem ich oft zusammen fische, fischt knüppelharte Stöcke.
Wenn ich Anschlage geht der ganze Arm hoch, sieht meist ziemlich Bescheuert aus, aber ich Strecke den beim Anschlag meist komplett nach oben durch. Der Anschlag von meinem Onkel kommt aus dem Handgelenk er kann nach einem Unfall kaputter Schulter und Elebogen einfach nicht mehr so durchziehen wie ich und begründet damit sein hartes Tackle.
Geliebtes Zitat: "Die Fische müssen sich selbst Aufhängen."
Ich würde mir beim Vertikal fischen zumindest keine Sorgen um den Anschlag machen, du fischst mit maximal 8-10m Leine mit minimalen Schnurbogen unterm Boot. Das ist die direkte Übertragung von dem was du machst.
Ich habe mal bei einer NL Tour mit extremen Fehlbissen den Anschlag einfach verzögert, hat dann einige Schniepel gebracht, seit dem ist meine Theorie bei extremen Fehlbissen, das mir die Winzlinge wieder auf den Sack gehen die will ich dann auch gar nicht fangen :) aber vll bringt dir der Verzögerte Anschlag etwas. (Das geht aber nur mit weichen Ruten)

Rednec
05.10.2013, 12:48
Im deutschen Markt wird ja oftmals in den Artikelbeschreibungen diverser inländischer Ruten "für die Barsch und leichte Zanderangelei " angegeben. Teilweise bei Wurfgewichten bis max 20g.
Deren Aktion ist meist sehr gewöhnungsbedürftig und für mich sehr fraglich...
Die Erfahrung hat mir mittlerweile gelehrt im Drill ohne wenn und aber gegenzuhalten und vehement zu drillen.
Als maximaler Puffer dient ein Fluovorfachfach von 2m, mehr nicht!
Bei der Köderfischangelei mag dies allerdings anders sein...

Boris
05.10.2013, 14:12
[...] Moderate Fast trifft es eher zu [...]

Meine PC60MLF2 hat auch eher ein mod-fast Taper - ich vermute daher, dass das am SCII-Blank liegt. Die Avids (SCIII) und Legend Elites (SCIV) sind deutlich knackiger.


[...] Die Erfahrung hat mir mittlerweile gelehrt im Drill ohne wenn und aber gegenzuhalten und vehement zu drillen. Als maximaler Puffer dient ein Fluovorfachfach von 2m, mehr nicht! [...]

Meines Erachtens kann man mit einem moderate-Taper aber deutlich besser gegenhalten (sowohl konsequenter als auch schonender) als mit einer kompromisslosen fast-Taper-Rute - zumindest nutze ich im M- und MH-Bereich mittlerweile lieber weniger steife Ruten.

Blackmax
05.10.2013, 15:49
Vertikal kann ich nicht so wirklich mitreden. Da habe ich zu wenig Erfahrung mit, um schlüssige Aussagen treffen zu können. Du schreibst beim Vertikalen fischen ist die Aussteigerquote mit weichen Ruten höher. Ist das auch noch der Fall wenn nicht mehr direkt unterm Boot gefischt wird sondern etwas dahinter ? Ich hab da so ne Theorie, aber naja ... :mrcool:

Die Zander mit leicht abgedrifteter Schnur (z. b. beim rumdösen um die Mittagszeit meinerseits:daumendreh:), hängen fast alle. Allerdings bekommt man bei dem spitzeren Winkel der Schnur, nicht unbedingt alles mit. Was denkst denn, was dahinter stecken könnte?

@Soctrates: Ich weiß genau was du meinst. Dabei bekomme ich immer die Krise, wenn ich die Rute soweit anheben muß. Von daher fische ich gar nicht mehr vertikal mit durchgehenden Aktionen. Das ist natürlich keine Kritik an deiner Technik. Warum machst du das so, der Weg ist doch viel länger? Gerade die größeren Zander halten den Köder extrem fest. Man bekommt m. E. diesen dann nicht mehr so leicht bewegt, bzw. den Anschlag eben nicht gut durch.

@ Booris: Als ich noch Karpfen gefischt habe, wollten die Hersteller die steifen Ruten oft als "Hook and hold" Ruten verkaufen - was sich als nicht richtig heraus gestellt hat. Mit den durchgehenden Stöcken, konnte man die Fische nicht nur besser von Hindernissen weghalten. Im Drill habe ich damals mit parabolischen Aktioen deutlich weniger Fische verloren und sie waren schneller müde. Beim VTK Angeln oder bei Zanderruten mag das sicher auch zutreffen. Doch ich mag diese Aktionen wegen der Köderführung und verminderten Kontaktes einfach nicht.

nasobem
05.10.2013, 16:39
"Hook and hold habe ich bei Karpfen mit einer 1,5 lb Gespließten betrieben. Der größte Karpfen hatte da aber auch 75 cm, insofern kein Problem. An der weichen Rute musste ich keinen Millimeter Schnur geben.

Rednec
05.10.2013, 17:09
Doch ich mag diese Aktionen wegen der Köderführung und verminderten Kontaktes einfach nicht.

So sieht's aus!
Bei höherer Distanz noch erschwerter....

Mir mag nur nicht so richtig einleuchten warum ich mit ner parabolischen Aktion die Fische besser von Hindernissen fernhalten kann ?

Blackmax
05.10.2013, 19:13
Stell dir vor, du ziehst gegen einen Expander. Umso mehr du ziehst, um so mehr expansiver Druck wird aufgebaut.
Bei XF Aktionen kann man das Bogenprinzip ganz gut vergleichen. Sobald du über den Spannungspunkt hinaus bist, schießt du nur noch mit Kraft, die Spannung ist weg. Mit der XF Aktion aber, ist die übrig bleibende Kraft Energie, die dann unnachgiebig ist und den Anschalg härter durch bringt.

Habe ich das physikalisch richtig erklärt?:confused:

Heiner
06.10.2013, 20:52
Physikalisch würde man das wohl anders ausdrücken, aber es stimmt im Prinzip. Eine wirklich parabolische Aktion hatte nur eine meiner Ruten, die Deps Boa Constrictor. Wenn ein Dicker dranhing, war es schon ziemlich schwierig, den vor dem Boot zu kontrollieren. Und auch der Anschlag war mit einigen Crankbaits, die größere Haken hatten, nicht so ganz ohne. Man musste schon ziemlich "reinhauen", damit die Haken saßen.

Inzwischen stehe ich nicht mehr auf solche Ruten, außer, vielleicht, auf Barsch.

Hans
07.10.2013, 00:16
mit der BOA auf Barsch?? Alter Schwede,... :-) :-) :-)

Döbelwürger
07.10.2013, 19:06
Ich dachte die Amis fischen VTK weniger Blei sowie kleinere Köder, und meist auch flacher. Da macht es wohl schon Sinn das an eine 1/4oz. Exfaste zu hängen.

Zu Anhieb und Puffer: Da muss man Anhieb (sowie Art des Anhiebs) und Drill unterscheiden.
Wer einmal reinhaut, wird bei weniger Puffer, egal ob die Rute oder die Schnur puffert, mehr an den Haken bringen. Jetzt stellt sich aber heraus, das sich beim Bass z.b ein Pull-Set bewährt, wo keine hohe Geschwindigkeit an der Rutenspitze in Kinetische Energie=1/2mV² umgesetzt wird. Hatte ich schonmal in einem anderen Thread erwähnt. Ich würde gerne mal sehen was nach einem Anhieb mit verschiedenen Ruten am Schnurende unter Wasser ankommt.

Beim Drill kann man auch mit einem Slow-Taper viel Kraft aus dem Handteil bekommen und somit einem Fisch sicher wegpullen, wenn es die Ausreißer vom Fisch zulassen. Bei wenig Entfernung und begrenztem Spielraum drillt ein schlecht pufferndes Fast-Taper natürlich dirigierender.

killwell
07.10.2013, 22:05
Oder es braucht, so wie ich die Erfahrung gemacht habe, auch für den Zander keinen solch brutalen Anhieb und Materialen wie in Deutschland gerne geschrieben wird.

Möchte ich meinen. Als ich seinerzeit noch in B vom Boot aus fischte hatten meine Zanderspinnings 5-30g WG und waren semiparabolisch. Auch an stressigen Tagen mit 22 gelandeten Fischen lag die Aussteigerquote bei nahezu null. Bis 96cm, mit bis zu 107er Hechten als Beifang. Gefischt habe ich damals 12er Fireline mit 1m FC und VMC Jigköpfen, also quasi 08/15.

Aber vieleicht sind die Fische ja seitdem mutiert. :mrcool:

mitch
07.10.2013, 23:06
Oder es braucht, so wie ich die Erfahrung gemacht habe, auch für den Zander keinen solch brutalen Anhieb und Materialen wie in Deutschland gerne geschrieben wird.

Mir blieb es bisher vergönnt, mehr als einen Zander zu fangen. Der ging jedoch auf einen Guard Spin Jig, mit 6lb FC Hauptschnur an einer Full House. Vom Ufer ca 20m entfernt.
Kleiner, dünner Haken, dennoch nicht das Setup, das üblicherweise mit kraftvollem Hooksetting in Verbindung gebracht wird.

Xaxa
08.10.2013, 12:59
Sehr interresante Diskussion! Ich selbst habe festgestellt, dass ich mit einer 21gr Rute (Tailwalk Del Sol) mehr Bisse verwandeln konnte als mit dem harten Stock. Da hing die Kinderstube jedes Mal, wohl weil sie den Köder perfekt einsaugen konnte. Wenn aber mal ein dicker Zander drauf marschierte hab ich ihn jedes Mal im Drill verloren bzw der Haken hat nicht mal gefasst. Daher bervorzuge ich mittlerweile wieder härtere Knüppel. Man fängt zwar weniger Fische aber bei den Großen sitzen die Anhiebe. Auf der anderen Seite macht es mit leichtem Geschirr natürlich viel mehr Spaß und deshalb kann ich nicht behaupten vollends zufrieden mit den härten Ruten zu sein! :)

Blackmax
08.10.2013, 13:31
Sehr interresante Diskussion! Ich selbst habe festgestellt, dass ich mit einer 21gr Rute (Tailwalk Del Sol) mehr Bisse verwandeln konnte als mit dem harten Stock. Da hing die Kinderstube jedes Mal, wohl weil sie den Köder perfekt einsaugen konnte. Wenn aber mal ein dicker Zander drauf marschierte hab ich ihn jedes Mal im Drill verloren bzw der Haken hat nicht mal gefasst. Daher bervorzuge ich mittlerweile wieder härtere Knüppel. Man fängt zwar weniger Fische aber bei den Großen sitzen die Anhiebe. Auf der anderen Seite macht es mit leichtem Geschirr natürlich viel mehr Spaß und deshalb kann ich nicht behaupten vollends zufrieden mit den härten Ruten zu sein! :)

Genau das ist auch meine Erfahrung. An den Tagen an denen vermehrt Schnippel in flacheren Bereichen aktiv waren, habe ich mit weicheren Ruten die besseren Kontakte oft und schlicht vereiert.

Mir geht es weniger um den Spaß mir einer softeren Rute, als mehr um den sinnvollen Einsatz der Technik. Was nahe liegen könnte:

Die kleineren Zander und Barsche sind ja noch "zarter" im Maulbereich. Deshalb werden Ruten wie die "Godfather-Extrem" bis 30 gr. WG, die kleineren Fische vermehrt aussteigen lassen. Hingegen ist das Esszimmer eines Zanders, sagen wir mal ab 70 cm, doch schon ausgeprägt "knochig". In dem Maul wird man den Haken mit weicheren Stecken, eben nicht gut setzen können.

Zum Eingangsthema zurück, müßte man folglich schließen, dass die USA Walleyruten nur bedingt für unsere Zanderangelei geeignet sind. Doch, wer angelt schon gezielt auf Schnippel?

Fopper
08.10.2013, 13:58
Ich wollte nochmal kurz auf das Thema der unterschiedlichen Aktionen eingehen:

Unsere Karpfenangler haben öfters große Welse als Beifang.
Bei Exemplaren >1,70m drillen die Jungs teilweise weit über eine Stunde. Fische über 2 Meter können oft überhaupt nicht gelandet/gebändigt werden.
Bei steiferen Hechtruten mit vergleichbarem Wurfgewicht ist der Spuk meist nach 15-30 Minuten vorbei.

killwell
08.10.2013, 14:04
@blackmax
woher hast du eigentlich die Information, dass die kleineren Zander noch zart im Maulbereich sind? Mir nicht ganz klar warum das so sein sollte.

Xaxa
08.10.2013, 14:19
@killwell
Ich glaube er meint das eher in Relation zu einem 70plus Zander, deren knöchrige Maulpartie ein anderes Gerät für erfolgreiches Hakensetzen erfordert, als dass bei einem "zarten" Schniepel der Fall ist.
Leichtes Gerät, sei es durch niedriges Wurfgewicht oder weniger straffem Rückgrat, kommt in diesem Fall einfach weniger zum Stich. :)

killwell
08.10.2013, 14:33
Du meinst also die Zander sind im Kinderstadium in der Pubertät zarter gebaut als ein "alter" 70iger Zander?
Das wo die Wachstumsrate bei Fischen vor allem futterangebots- und bestandsabhängig ist?
Ist es wohl möglich dass hier Fische irgendwie vermenschlicht werden?
Woher kenne ich bloß diese Sicht der Dinge?

Also mir drängt sich hier die Suche nach dem 75843 Button auf :lachtot:

Blackmax
08.10.2013, 14:37
Woher ich die Information habe? Ich kann nicht sagen wie viele Zander ich in meinem Leben gefangen habe. Doch es dürften in fast 40 Angeljahren und in vielen Male VTK - Angeln, Tausende Zander geworden sein. (Angebermodus aus;-))

Die Schnippel sind "filigraner" (vielleicht ist das der bessere Ausdruck) im Maulbereich. Insbesondere gilt das für den Maulwinkel und den Unterkiefer. Allein der anatomische Stand eines 35cm Zanderleins bringt mit sich, dass z.B. die von mir eingesetzten Gamakatsu Twin Hooks Gr. 1, regelmässig durch den Maulwinkel hindurchstechen. Der Jighaken wird bei den kleinern Zandern, nicht selten komplett durch den Oberkiefer gezimmert. Das alles passiert bei den Größeren Zandern so gut wie nie. Das sind meine Erfahrungen.
Löse mal einen Haken aus einem 35er - oder aus einem 80er, dann siehst´e was ich meine. Mit "Vermenschlichung" hat das gar nix zu tun:confused:.

Döbelwürger
08.10.2013, 15:21
Warum bleibt dann die Kinderstube nicht hängen, wenn das stärkere Gerät sie noch leichter durchschlägt?

Blackmax
08.10.2013, 15:36
Wenn ein kleiner Zander derart gehakt ist, dann hängt er eben. Allerdings schützt das ja nicht vorm ausschlitzen, eben wegen weniger Volumen, in dem der Haken hängt.

Ich denke dass das sehr mit der Ködergröße (z. B. 12 cm aufwärts) zu tun hat und u. a., wo man den Stinger befestigt. Die Kleineren bekommen bei dem entsprechenden Sitz des Stingers, also weit vorn am Köder, oft erst gar nicht ins Maul und man zieht den Köder einfach wieder aus. Es wird sich anzunehmend so verhalten, dass man die Kleineren aufgrund des fehlenden Volumen bzw. Körpermasse, regelrecht ausschlitzt.

Wo sitzt ein Dübel besser, in 20 cm Vollmauerwerk oder in der 9 mm Gipswand?

killwell
08.10.2013, 15:37
Okay, da kann ich nicht mitreden. Meine Zander waren in B im Schnitt um die 1,8kg und sind jetzt selten unter 60cm, wahrscheinlich auf Grund der selektiven Ködergröße. An meiner Rutenwahl hat das jedoch nichts geändert. Meine 3/4oz (804) mit 10lbs FC macht aus jedem 60er einen Surfin' Bird, wenn ich das will.
Heute hatte ich selbst an der Volkey 68L/BFS mit 8lbs Schnur einen 40sec Drill mit einem 65er. Sei's drum.

Blackmax
08.10.2013, 16:09
Die Zeiten der regelmäßig großen Zander sind bei uns in Grenznähe vorbei. Ich glaube den Grund zu kennen, doch das gehört nicht hierher. In der letzten Zeit denke ich öfter darüber nach, deshalb das VTK fischen an den Nagel zu hängen, eben wegen der fehlenden, normalen Fischgrößen. Wie auch immer:

Welche Köder,- bzw. Größe setzt du denn ein? Du fischt mit FC vertikal?

Desperados
08.10.2013, 17:27
@Blackmax, du hast nach meiner Theorie gefragt.

Ich denke die Hauptgründe für Aussteiger und Anschläge die nicht durch kommen sind
a) ungünstiger Winkel zwischen dem Jighaken und der Zugrichtung beim Anschlag
b) fehlender Puffer

Wenn ich mit einen Jighaken zwischen den Zähnen eines kräftigen Zanders vorstelle, der den Köder recht vertikal unterm Boot genommen hat, dann bin ich der Meinung, das bei einem Anschlag der Haken erstmal im Maul umkippt werden muss bevor die Hakenspitze in Zugrichtung bewegt wird (Drehpunkt). Bei zu weichen Ruten wird dadurch der Hakeffekt stark vermindert, da sich genau wie bei Shaolin, die sich einen Speer in den Hals schieben, die Geschwindigkeit zum durchdringen der Haut zu gering ist.
Unter gleichen Kraftaufwand aber höherer Geschwindigkeit würde der Speer den Hals leicht durchbohren.
Eine steifere Rute gewährt hier die nötige Geschwindigkeit um die Position des Jighaken im Maul zu verändern und so den Haken ins Maul zu treiben.
Blackmax schreibt selbst, das beim Nachmittaglichen Dösen und verdriftetem Köder die Zander auch an weicher Rute souverän hängen. Das liegt meiner Meinung nach am veränderten Winkel zwischen Jighaken und Zugrichtung beim Anschlag. Hier muss der Jighaken nicht mehr im Maul versetz werden sondern der Jighaken rutscht sehr viel schneller mit der Hakenspitze nach vorne.

Zu b )
Ich nutze mittlerweile immer um die 1,5-2,5m Fluorocarbon, und meine Verwendeten Ruten sind zwar sehr schnell, gehen aber bereits bei einer Belastung von mittelgrossen Fischen langsam in eine Vollparabolische Aktion, die für ausreichend Puffer sorgt, der erstens verhindert das sich das Loch im Zandermaul nicht zu sehr vergrössert und Puffert eventuelle Drillfehler sehr gut aus. Somit kann ich den Fisch selbst in Moment wo ich nicht zuviel Druck ausüben will (Landung), gut auf Spannung halten, dies übernimmt in dem Fall der Puffer und dennoch brauch ich, im Gegensatz zu rein in der Spitze arbeitenden Ruten nicht zu befürchten das sich in solchen Momenten die Schnur soweit erschlafft das der Zander sich abschütteln kann.
Wärend des Anschlags bringt der Puffer der Rute und des langen Vorfachs keine Nachteile, da quasi keine Dehnung bei schneller Belastung gegeben ist, sondern nur bei konstantem Zug.

killwell
08.10.2013, 19:01
@blackmax
Geheimnis: ich vertikale nicht, dies ist mir wg ADHS schwer möglich. Zudem fehlen mir hier die tauglichen Gewässer. Auch wenn ich vom Boot fische benutze ich in 98% der Fälle kein Echolot, aus Purismus, ich rieche den Fisch.
Meine Ködergröße liegt meist bei 11-18cm.

Heiner
08.10.2013, 22:56
mit der BOA auf Barsch?? Alter Schwede,... :-) :-) :-)

Nein, natürlich nicht auf Barsch. Auf Hecht. Machte Spaß im Drill, aber der Anschlag ging bisweilen daneben, jedenfalls auf längere Distanzen und bei Verwendung größerer Haken.

Solche Ruten haben noch mehr Nachteile: Reduzierte Wurfpräzision und schlechtere Wurfweiten. Ein Teil der aufgewendeten Energie wird nicht auf den Bait übertragen.

Die Boa ist eine Rute für Schwarzbarsch, für Muskie oder Hecht ist sie nicht gemacht worden. Man merkt's, wenn am anderen Ende ein Großer hängt. Dann wird's schwer mit der Kontrolle auf kurze Distanzen.

Ich habe sie mittlerweile verkauft und gegen eine mit medium fast Taper ersetzt. Das funktioniert deutlich besser. Bei tief laufenden Crankbaits rüttelt es dann halt ein bisschen mehr, aber das ist eher in Kauf zu nehmen als diverse Fehlbisse und die anderen Nachteile. Man kann die Boa dann nehmen, wenn vorrangig kleinere Hechte im Teich sind. Aber in besseren Gewässern lieber nicht.

Wo sie sich bei mir hingegen ganz gut bewährt hat: Mit Vibration Baits und kleineren Spinnerbaits auf Zander. Dafür sind schnelle Taper nicht so gut. (So fischen Wenige auf Zander, aber ich habe ein Gewässer, wo das zu gewissen Saisonzeiten erheblich besser funktioniert als Gummi.)

Blackmax
09.10.2013, 10:14
@Desporados: Über den Winkel beim Anschlag haben wir uns auch schon die Birne zerbrochen. Die Antwort sind eigentlich recht kurzschenklige Jigköpfe bzw. Haken, denn die sind näher am "Drehpunkt" beim Anschlag.

Was die Kraft der Rute angeht, da sind für unsere Zwecke die USA Rods wohl nicht zu 100% ungeeignet. Einen Kompromiss aus Kraftübertragung, Schnellkraft und Drillsicherheit ist bei diesen Ruten wirklich schwer zu realisieren, eben für "unsere" Zander. Jedoch scheint man über´m Teich einen weiteren Aspekt bei der Auslgeung des Blanks erkannt zu haben. Es kommt neben dem Anschlag und den Drilleigenschaften noch eine Frage - zumindest beim VTK oder Dropshotangeln hinzu:

Wie kann der Zander (oder Walley) das Gummi möglichst einfach einsaugen? Das dürfte mit einer weicheren Spitze am effektivsten funktionieren. Doch es entsteht ein Problem, wenn ich mit einem 25er Kopf an einer weiche Spitze bzw. einer Ruite mit fixer Aktion fische. Die Spitze ist ständig überlastet, die Führung des Köders ist Murks. Auch verliert man die gewünschte Spannung an solche einer Spitze, eben für das leichte hinziehen in den Zanderbabbel. Wenn sich der Walleyangler leichteren Zeugs (Köpfe oder DS Blei) bedienen kann, fällt dieses Problem an weicheren Sitzen (XF-Action) einfach weg.

Nun könnte man meinen, das man den Blank doch mur den jeweiligen Kopfgewichten anpassen muß. Aber das ist nicht einfach, passionierte Vertikalangler kennen das Problem. Spro hat mit der Godfather 3 versucht dies Aufgabe in den Griff zu bekommen. Leider ist das m. M. mit nur einem Model aus der Reihe gelungen, doch das hat ein leichtes WG - damit sind wir wieder da wo wir waren, Richtung Finesse...

Soeben habe ich mir Rute mit echt speziellen Blank umgebaut. Der Blank ist Symbiose aus einer relativ weichen und dennoch gespannten Spitze, übergehend in ein progressives Rückgrad, das nur bei größeren Belastungen durchgeht. Die Rute ist die Nanocor BC von Cormoran (ja, Cormoran - und ich schäme mich noch nicht mal! :lachtot:) .

Als BC Rute hatte der Stecken für mich eine ganz eigenartige Aktion, mit der ich nix anfangen konnte. Eigenartig filigran und giftig zugleich. Per Zufall habe diese Rute mit dieser "Strangeaction" als perfekte VTK Rute entdeckt. Zum ersten Mal habe ich an einer Rute einen Triggergriff abgeschliffen und Tape drüber gewickelt (wer mich jetzt verhaften lassen will; ich bin unzurechnungsfähig!). Ich fische das Ding erst mal so und werde sie nach weiteren Erfahrungen richtig umbauen.

Wie oben schon erwähnt, lasse ich mir bei Gelegenheit mal eine "Walleyrute" mitkommen. Vielleicht sind das perfekte Barsch- VTK oder ganz leichte Zanderruten für´s flache Wasser, mit den zumindest von mir gewünschten v. g. Aktionseigenschaften.

Blackmax
09.10.2013, 11:39
Wo sie sich bei mir hingegen ganz gut bewährt hat: Mit Vibration Baits und kleineren Spinnerbaits auf Zander. Dafür sind schnelle Taper nicht so gut.

Die meisten Kollegen nutzen solch ein Taper für Spinnerbaits, ab mittleren Blattgrößen mach´ ich das genau so. Für die kleinere Spinnerbaits, ganz gleich auf was ich da fische, mag ich ein Fast - oder besser ein XF-Taper. Die Hauptsache ist ich spüre dass das Blatt läuft und der Anschlag sitzt.

Heiner
10.10.2013, 14:40
Für gewisse Hardbaits ist eine solche Rute große Klasse. Die Boa habe ich zum Schluss mehr auf Zander als auf Hecht verwendet (soweit das machbar war).

Spinnerbaits gehen dann an solch einer Rute, wenn es sich um relativ kleine Exemplare handelt, die nicht viel Druck machen. Anschlagen muss man kaum, die haken sich von selbst sogar an einer derartigen Rute.

Aber die großen Muskie-Spinnerbaits sind erheblich besser an einem medium fast oder fast Taper aufgehoben.
.

Blackmax
19.10.2013, 15:25
Habe mal Bilder von Walleys eingestellt, so klein bleiben die wohl doch nicht. O.k. , alle sind nach vorn gehalten, doch der untere dürfte eine 2 stellige Pfundzahl erreichen:

Valle
19.10.2013, 15:41
http://nwsportsmanmag.com/editors-blog/toadathons-on-2-huge-walleye-landed-near-tri-cities/

In der Mitte, 18lbs also gut 16pfd.
Schwerer als mein größter Zander...

Blackmax
19.10.2013, 15:54
16 Pfd. ist auch für unsere heimischen Zander ein hübscher Brocken, der Unterschied scheint also doch nicht so groß zu sein.

Die Technik der Amis schau ich mir noch mal ganz genau an. Ausserdem will ich wissen wie die Ruten konzipiert sind. Wenn man die oz. Angabe mit der Lineclass vergleicht, ist eigentlich klar das diese Ruten bretthart sein müßten.
So werde ich mir bis Ende des Jahres mal 2 Modelle bestellen. Im Offtopic startet in Kürze ein Gesuch für Mitbesteller von USA Stecken - nicht nur für Walleyruten - das kompensiert die Versandkosten:-).

MSH
19.10.2013, 16:23
Die größten Walleyes werden in der Great Lakes Region gefangen - beim Schleppen großer Blinker oder Wobbler (ähnlich dem Lachsschleppen hierzulande) mit entsprechendem Gerät. Die Walleye-Rute dafür ("Bounce-N-Troll" St.Croix LTWC70MHM) hat ein Lure WT. von 1/2-3 oz ;-).
Die meisten Walleyes hingegen werden mit Finesse-Techniken gefangen, die bei weitem nicht so vielfältig sind wie beim Schwarzbarschangeln. Meist sind das Jigtechniken, bei denen ein Gummifisch oder Köderfisch an einem "Jigkopf" befestigt angeboten wird. Witzigerweise nennen die Amis (Kanada mit eingeschlossen) die Präsentation mit Gufi+Jigkopf genau wie die Deutschen "Jigging". Die Ködergrößen liegen dabei bei max. 10 cm, der 4" Walleye Assassin ist recht beliebt. Und die Bebleiung bewegt sich auch meist zw. 3-10 g, was dicke ausreicht, da sich die Fischerei in meist relativ flachem Wasser abspielt (wenn die Amis von "deep water" sprechen, sind damit Wassertiefen ab ca. 8' also 2,50m gemeint - da braucht es keine 14 g Blei). Die meist sensible Spitze (X-Fast Action) erleichtert dabei Köderpräsentation und Anhieb der sicher zackig beißenden Walleyes, denk ich mal. Hardbaits, mit denen auf Walleyes gefischt wird, sind vorrangig "Minnowbaits", also max. 10 cm lange und v.a. schlanke Twitchbaits (z.B. Rapalas oder Smithwicks Rogue), die auch nicht viel auf die Waage bringen. Auch dafür braucht's keine megakräftigen Ruten.

Ich hab den Thread schon lange im Visier, weil ich mich bisher auch über die Walleye-Ruten-Angaben wunderte. Nachdem ich mir eben in meinem St.Croix-Katalog die Rutenbeschreibungen anschaute, macht das auf einmal Sinn. Ein Walleye ist eben kein Zander, wie der Threadtitel fälschlicherweise vermuten lässt. Und auch kein Schwarzbarsch, für den es ein riesiges Technik-Arsenal braucht.
Und nochmal: US-Ruten sind nicht auf eine bestimmte Zielfischgröße sondern auf die bestmögliche P r ä s e n t a t i o n einer Technik ausgelegt. Genug Rückgrat auch für große Walleyes werden die Ruten trotzdem haben, da kann man sich sicher sein!

Blackmax
19.10.2013, 17:27
Du hast vollkommen Recht MSH, der Headliner ist so nicht richtig.

Das die Amis die Walleys im Flachwasser und im flachen "Weed" fangen, hatte ich mir angelesen. Ob denn der Walley ein anderes Verhalten hat als unser Zander? Dann könnten die weniger lichtempfindlich sein?

MSH
19.10.2013, 18:20
Die sind genauso lichtempfindlich. Deswegen verkriechen sie sich tagsüber ja auch ins Kraut. Und dass sie häufig flach gefangen werden liegt daran, dass sie besonders zahlreich in Gewässern sind, die auch im (Hoch-) Sommer kühle Wassertemperaturen hergeben: Flüsse. Das sind übrigens schon vier bzw. fünf Gemeinsamkeiten zum Zander. Dass Zander seltener im Kraut gefangen werden, liegt vor allem an der unterschiedlichen Geologie und Klimatologie zwischen Mitteleuropa und Nordamerika, die einen entscheidenen Einfluss auf die Gewässer (-verteilung) und deren Bodenbeschaffenheit hat.

Aber was hat das mit den Ruten zu tun?

Blackmax
19.10.2013, 19:29
Aber was hat das mit den Ruten zu tun?

Nix, doch dass was du schreibst ist total interessant.

Weißt du noch mehr Details über die geologischen Unterschiede und den Einfluss auf die Gewässer? Evtl. läßt sich hier noch mehr auf unseren Zander ableiten?

Rednec
19.10.2013, 21:28
Wenn sie sich tagsüber im Kraut verstecken und wiederum kaum welche im Kraut gefangen werden , wo werden sie denn dann gefangen?:conf:

MSH
19.10.2013, 22:29
@Rednec:
Walleyes verstecken sich im Kraut, Zander werden nicht drin gefangen, meinte ich ;-) Ich hab's oben mal geändert.

Meine geologischen Gedanken muss ich erst noch sammeln, das wurde mir ein bischen zuviel und zu kompliziert als ich den Kommentar zu schreiben begann... vielleicht ist es auch nicht ganz stimmig, wie ich es mir anfangs erschloss... bis demnächst.

Rednec
19.10.2013, 23:39
Alles gut!;)
Wer in bestimmten Themen mehr Wissensschatz zu bieten hat , sollte dies auch teilen ...

Blackmax
20.10.2013, 02:04
Meine geologischen Gedanken muss ich erst noch sammeln, das wurde mir ein bischen zuviel und zu kompliziert als ich den Kommentar zu schreiben begann... vielleicht ist es auch nicht ganz stimmig, wie ich es mir anfangs erschloss... bis demnächst.

Mach mal bitte. Ich könnte mir vorstellen das gewisse Erkenntnisse über den Walley durchaus übertragbar, wenn auch nicht generell, auf den Zander sind. Wenn man bedenkt dass der Zander vor 20-30 Jahren noch als schwer zu fangender Fisch galt, können wir bestimmt noch was lernen.
Vor 3 Jahren hat mir in Amsterdam ein Däne erklärt, wie er regelmässig Zander im Freiwasser fängt. Das von ihm beschriebene Verhalten der Zander, hatte ich bis dahin kaum für möglich gehalten - bis ich es selbst erlebt habe.

Döbelwürger
21.10.2013, 00:08
Ich hab vorhin google bemüht und ein paar Sachen gefunden, die sowohl den Eingangspost, als auch die VTK-Wurfgewichtsdebatte betreffen.

Eingangspost

Es scheint so als würde sehr feine Köderpräsentation (leichteste Jigs) benötigt bei zurückhaltenden Fischen. Post 3 beschreibt es sehr gut http://www.walleyecentral.com/forums/showthread.php?t=82058

Für mache scheint es aber tatsächlich von der Fischgröße abhängig gemacht zu werden http://www.lake-link.com/forums/Walleye-Fishing/discuss.cfm/83091/Walleye-Rod

"You are not alone!!!

Most inland walleyes run under 20", often a lot less. I fish a lot of 4'6" to 5'9" ultra-lite and lite rods for walleye. As a matter of fact, I don't fish anything over 6'0"!!!

Fishing is supposed to be fun, and yes, those little rods are probably the most sensitive thing going as long as they are not over-loaded by too heavy of a jig."


Vertikal

Die WG-Debatte ist nicht neu, auch hier in Ger/NL präferieren einige leichtere Ruten oder kein Fast-Taper. Auf Walleye scheinen sie teils sehr flach zu fischen, aber bei mehr Blei fischen die auch keine superleichten Stecken http://www.hotbitefishingcharters.com/choosing-a-fishing-rod-for-vertical-jigging-the-detroit-river/

"The rod power that I recommend is dependent on which jig weights that you use the most of. While on our Detroit River charters we use jigs between 5/8 and 1 ounce in weight. We use rods with either medium or medium heavy power. Either will work well. The medium power will not be optimal for the 1 ounce jigs while the medium heavy may not be optimal for the 5/8 ounce jigs."

Bertus Rozemeijer: "Meine gängigste Vertikal-Angelrute ist um die 1,90 m lang. Sie hat eine parabolische Aktion und ist sensible wie ein offener Nerv! Mit ihr sollte man auch die leichtesten Bewegungen spüren, die man mit dem Köder erzeugt. Das sollte man mit gutem Köderkontakt spüren um auch mehr Vertrauen zu bekommen und damit auch die Fänge zu verbessern."

Quelle: http://www.uli-beyer.com/de/monstertechnik/sonstiges/116-vertikalangeln-auf-zander


Leichtere Wurfgewichte: http://www.vertikalangeln.com/?p=484#more-484

Blackmax
21.10.2013, 00:56
Bertus Rozemeijer: "Meine gängigste Vertikal-Angelrute ist um die 1,90 m lang. Sie hat eine parabolische Aktion und ist sensible wie ein offener Nerv! Mit ihr sollte man auch die leichtesten Bewegungen spüren, die man mit dem Köder erzeugt. Das sollte man mit gutem Köderkontakt spüren um auch mehr Vertrauen zu bekommen und damit auch die Fänge zu verbessern."

Das ist wirklich wahr: Es ist erstaunlich, wie er in ca. 8Metern Tiefein in der Abdrift und einem fast 45° Winkel mit der Parabolic fängt. Die Rute hat er seit ca. 7 Jahren, die ist echt ausgelutscht. Bertus hat mich mit dem Ding mal an einem Tag mit 20/7 Zandern nass gemacht. Seine Theorie ist, dass der Zander mehr Zeit zum inhalieren des Köders hat. Ich glaube ihm trotzdem nicht:mrcool:, dem nettesten Holländer von allen.

Döbelwürger
21.10.2013, 23:47
@Blackmax: Weist du auch was das für ne Rute ist die er da fischt? Ist eine Tendenz erkennbar, das die Niederländer bei den gleichen Bedingungen eher leichtere Ruten fischen? Ich meine das mal irgendwo aufgegriffen zu haben.

Blackmax
22.10.2013, 18:22
Ja, weiß ich: Rozemeijer Balanz Prabolic, nicht mehr im Handel verfügbar, die lief unter Ultimate.

Übriges hat heute alles was unter Rozemeijer vertrieben wird, rein gar nix mehr mit Bertus zu tun.

Rednec
23.10.2013, 00:08
Bertus hat mich mit dem Ding mal an einem Tag mit 20/7 Zandern nass gemacht.

Cool, mit dem warst du fischen?
Ich mag solche alten Haudegen, unter anderem auch Henk S.
Haste mit dem auch schon was zu tun gehabt?

Blackmax
23.10.2013, 09:27
Bertus kenn ich ganz gut, wir sind uns nur nicht einig wer der "bessere" Angler von uns beiden ist :lachtot:. Er ist ein super netter, unglaublicher Kerl mit einer erfüllten Lebensverwirklichung, dem Angeln.
Henk kenne ich nicht wirklich, nur von wenigen Gesprächen auf Messen.

Ach so ja Döbelwürger: Bisher habe ich nicht beobachtet, dass die Holländer allgemein leichtere Ruten fischen. Das ist mal so, mal so, wie bei uns.

Ingo
23.10.2013, 10:25
Bertus kenn ich ganz gut, wir sind uns nur nicht einig wer der "bessere" Angler von uns beiden ist

Ist doch klar oder? Der mit der größten Magnum wer sonst?

Bobbel
23.10.2013, 11:47
Sehr interessantes Thema.
Was fischt ihr denn für Ruten vertikal?
Ich selber hatte immer eine CTS Elite Mag 6,6" angegeben bis 5/8oz gefischt, die kann aber schon etwas mehr als angegeben. Ich hatte selbst Köpfe bis 28gr. in einigen wenigen Passagen sogar 35 gr Köpfe drauf plus 5 oder 5,75" Fin-S, die machen aber kaum Druck. Dennoch "normalerweise" wäre eine strammere Rute tendenziell eher für das Gewicht ausgelegt. Ich habe aber auch mit der Kombo keine Bisse etc die ich der Meinung wäre mit einer "strammen Latte" :-) bekommen zu haben.

Tisie
23.10.2013, 11:59
Hi Boris,


Was fischt ihr denn für Ruten vertikal?
Ich selber hatte immer eine CTS Elite Mag 6,6" angegeben bis 5/8oz gefischt, die kann aber schon etwas mehr als angegeben. Ich hatte selbst Köpfe bis 28gr. in einigen wenigen Passagen sogar 35 gr Köpfe drauf plus 5 oder 5,75" Fin-S, die machen aber kaum Druck. Dennoch "normalerweise" wäre eine strammere Rute tendenziell eher für das Gewicht ausgelegt. Ich habe aber auch mit der Kombo keine Bisse etc die ich der Meinung wäre mit einer "strammen Latte" :-) bekommen zu haben.

erstaunlich hohe Gewichte für den Blank! Fischst Du damit noch im Komfortbereich? Die geht beim zackigen anheben mit 28g nicht in die Knie?

Ich habe den Blank ja auch noch stehen, aber eigentlich für eine leichtere Vertikalrute eingeplant, also max. 20g ... ansonsten verkörpert der Blank im Trockentest die optimale Vertikalrute für mich: von der recht dicken Spitze verspreche ich mir ein gutes Anjiggverhalten, dabei ist der aber kein parabolisches "Brett", sondern baut nach hinten schön progressiv Kraft auf, wovon ich mir einen guten "Druckpunkt" beim Anhieb erhoffe, ohne das der Blank im Drill punktuell "dicht macht" (klingt widersprüchlich, aber Ihr wisst sicher, was ich meine ... d.h. auch unter Last bleibt ein Rest-Puffer erhalten). Also hoffentlich eine Verbesserung in all den Punkten, warum ich vom fast Taper beim Vertikalangeln wieder weg bin, aber auch keine vollparabolische Aktion möchte ;-)

Gruß, Matthias

Blackmax
23.10.2013, 16:26
Ist doch klar oder? Der mit der größten Magnum wer sonst?

Silence!

76355

Bobbel
23.10.2013, 16:37
Hi Boris,



erstaunlich hohe Gewichte für den Blank! Fischst Du damit noch im Komfortbereich? Die geht beim zackigen anheben mit 28g nicht in die Knie?

Ich habe den Blank ja auch noch stehen, aber eigentlich für eine leichtere Vertikalrute eingeplant, also max. 20g ... ansonsten verkörpert der Blank im Trockentest die optimale Vertikalrute für mich: von der recht dicken Spitze verspreche ich mir ein gutes Anjiggverhalten, dabei ist der aber kein parabolisches "Brett", sondern baut nach hinten schön progressiv Kraft auf, wovon ich mir einen guten "Druckpunkt" beim Anhieb erhoffe, ohne das der Blank im Drill punktuell "dicht macht" (klingt widersprüchlich, aber Ihr wisst sicher, was ich meine ... d.h. auch unter Last bleibt ein Rest-Puffer erhalten). Also hoffentlich eine Verbesserung in all den Punkten, warum ich vom fast Taper beim Vertikalangeln wieder weg bin, aber auch keine vollparabolische Aktion möchte ;-)

Gruß, Matthias

Doch, der geht dann schon in die Knie bei hohen Gewichten bzw. die Spitze hängt dann etwas durch beim liften bzw anjiggen. Ist dann nicht mehr im optimalen Bereich, aber der Anhieb kommt trotzdem durch, die Fische hängen. Hab das Teil selbst schon auf Dorsch und Co gefischt:-) Ich bin mit dem nicht zimperlich umgegangen.

Blackmax
23.10.2013, 16:55
Mir geht nichts über einen feinnervigen Blank beim vertikal angeln. Dazu transportiert ein XF Taper / Aktion diesen Anspruch meist am besten. Es ist wirklich nicht einfach einen Blank zu finden, ganz gleich in welcher WG Klasse, der eine gewisse "Elektrizität" besitzt, dabei eine feinfühlige und flexible Spitze, die bei höheren Gewichten nicht einknickt. Wenn die rutenspitze überlastet wird (das von dir erwähnte in die Knie gehen) macht mir das VTK Angeln damit keine Freude mehr.

Bobbel
23.10.2013, 17:40
Die Aktion des CTS passt schon zum vertikalen. Mir macht es nichts, wenn die Spitze leicht nachgibt. Die Rückstellgeschwindigkeit des Blanks ist schnell und der Blank ist feinnervig. Bisse werden wunderbar übertragen und der Anschlag kommt durch und man fischt eben kein Brett. Die Aktion ist ähnlich der Mag Bass Serie von Loomis. Ich habe hier noch eine davon zum Vergleich stehen ist eine IMX 783 MB. Ich finde diese sehr gut geeignet. XFast mit richtiger Spitzenaktion hingegen finde ich nicht so doll. Der CTS baut schön stetig Druck auf und ist fast.

Fritze
11.01.2015, 22:46
Alle Achtung, jede Menge guter Informationen in diesem Tread, auch wenn er schon etwas älter ist. :thumgs:
Interessant auch das Für und Wider leicht : schwerer beim Zanderangeln.

Als ich noch in Berlin lebte (während des Studiums), bin ich mit einer Daiwa Power Mesh mit einem WG bis 40 g (was die niemals hat) und einem vollparabolischen "Fliegenrutenblank" losgezogen, damals noch mit Monofil.
Ich habe gefangen (Köder waren Twister um 10 cm), war zufrieden ... nur ich weiß bis heute nicht, was ich dabei an Bissen einfach gar nicht gemerkt habe.

Heute, an völlig anderen Gewässern, bevorzuge ich Ruten mit 60g / 80g WG, verwende aber regelmäßig Köder um die 15 cm. Ich jigge, vertikal fische ich nicht (später, wenn der Tatterich kommt reicht das immer noch).

Ich denke nicht einmal unbedingt die Masse des Köders ist für die Aktion der Rute entscheidend, sonder dessen Volumen. Wenn ein Zander seine vielen Hundszähne in einen voluminösen Gummi haut, ist der Widerstand den es zu überwinden gilt ungleich höher als bei einem 3,75" Köder, der noch dazu evtl. schlank ist, unabhängig vom Jiggewicht.

Blackmax, was ist aus der Aktion "Ruten aus den USA" geworden?

Es klingt jetzt evtl. überheblich: Neulich habe ich ein Walley Angelvideo aus USA gesehen, die Herren fischten Twister, da habe ich mich ernsthaft gefragt was die da treiben, ob die das nicht besser können ... und diese Kaugummiruten :confused:

Lusso
11.01.2015, 23:08
Wenn ein Zander seine vielen Hundszähne in einen voluminösen Gummi haut, ist der Widerstand den es zu überwinden gilt ungleich höher als bei einem 3,75" Köder, der noch dazu evtl. schlank ist.


Ich bin der Meinung das ein Zander in aller Regel einsaugt. Und "unangepasste" Gummiköder mit zu harter Gummimischung oder aufgrund des Volumens nicht faltbarer(einsaugbare) Köder führen zu Fehlbissen. An den guten Ruten merkt man diesen Fehlbiss jedoch und in der Folge geht jeder Anschlag ins Leere. Die dabei typischen Bissspuren entstehen meist beim Einsaugen, und seltener beim "angeschlagenen Ausspucken". In ruhigen Gewässerzonen stellt man ab und an ein besonderes Beissverhalten fest; das sogenannte Kneifen. Dabei beißt der Zander tatsächlich in den Beutefisch, um diesen bewegungsunfähig zu machen und später zu verspeisen. Dann ist ein Stinger für die Bissausbeute höchst förderlich und die Bissspuren der Zander sind im letzten Drittel des Gummiköders.
Bei mir ging die Formel, je größer der Zander desto besser die Bissausbeute fast immer auf. Die Ladeluke eines 80er Fisches ist schon enorm.

Fritze
11.01.2015, 23:20
Lusso, hier wieder ein Jein.

Ich fange sehr viel Zander auch auf harte Gummifische (US-Renosky, Attractor, Fox Pro Shad, das erste Modell etc.). Wenn die Zander gut drauf sind und komplett einsaugen, hast Du Recht, machen sie den Mäkligen trifft meine Ansicht zu.

Für`s Einsaugen ist dann wieder wichtig, dass der Köder so leicht wie möglich ist und siehe Attractor, Shaker, Mann`s Shad u.a. eine anständige "Ansaugvorrichtung" hat.

... oder halt keine starre Achse zum Haken, weshalb ich mir Systeme mit beweglichen Bleiköpfen baue.

88054

Diese 22 cm Würmer sind mit meine besten Zanderköder (im "meinen" Gewässern).

... aber grundsätzlich ging es ja hier um die Ruten.

Dem ausschließlichen Einsaugen widerspreche ich auch > siehe Bisse auf Wobbler / Jerks oder die von den Vertikalanglern hervorgebrachten Beobachtungen, da macht ein Zander anscheinend beides, saugen und draufhämmern. Schleppangelzander kommen beim ausschließlichen Ansaugen auch nicht weit bzw. würden nicht am Haken landen.

Bongi303
11.01.2015, 23:22
Ich bin der Meinung das ein Zander in aller Regel einsaugt. Und "unangepasste" Gummiköder mit zu harter Gummimischung oder aufgrund des Volumens nicht faltbarer(einsaugbare) Köder führen zu Fehlbissen. An den guten Ruten merkt man diesen Fehlbiss jedoch und in der Folge geht jeder Anschlag ins Leere. Die dabei typischen Bissspuren entstehen meist beim Einsaugen, und seltener beim "angeschlagenen Ausspucken". In ruhigen Gewässerzonen stellt man ab und an ein besonderes Beissverhalten fest; das sogenannte Kneifen. Dabei beißt der Zander tatsächlich in den Beutefisch, um diesen bewegungsunfähig zu machen und später zu verspeisen. Dann ist ein Stinger für die Bissausbeute höchst förderlich und die Bissspuren der Zander sind im letzten Drittel des Gummiköders.
Bei mir ging die Formel, je größer der Zander desto besser die Bissausbeute fast immer auf. Die Ladeluke eines 80er Fisches ist schon enorm.


Außerdem gibt es auch noch das Phänomen der Aufleger.
Grade bei kleineren Fischen hab ich das öfter im Jahr das die Fische von unten im Kiefer oder auch im Bereich der Brustflossen gehakt werden. Manchmal merkt man diese art der Bisse als schwaches "Tock" öfter m.M.n aber als Wiederstand beim ankurbeln bzw. anjiggen.

@Fritze

Das Wobbeln auf Zander halte ich für kein gutes Beispiel für nicht saugende Bisse. Dagegen spricht m.M.n die hohe Zahl von Fehlbissen bei "zu hartem" Setup. Einen großen Teil meiner Angelzeit verbringe ich beim nächtlichen Wobbeln auf Zander. Ich habe lange an meinem Setup gearbeitet um die zahl der Fehlbisse zu minimieren. Erst seit ich eine regular Rute mit durchgehend Fluo fische halten sich die Fehlbisse sehr in Grenzen. Ich schließe daraus das die "biegefreudigere" Rute in Verbindung mit einer dehnbareren Schnur das einsaugen begünstigt. Weiterhin spricht m.M.n für ein einsaugen das viele Bisse während Spinnstops kommen.
Allerdings gilt auch hier, wie immer beim angeln, keine Regel ohne Ausnahme ;-).

Gruß Michael

Fritze
12.01.2015, 18:27
@Fritze
Das Wobbeln auf Zander halte ich für kein gutes Beispiel für nicht saugende Bisse. Dagegen spricht m.M.n die hohe Zahl von Fehlbissen bei "zu hartem" Setup. Einen großen Teil meiner Angelzeit verbringe ich beim nächtlichen Wobbeln auf Zander. Ich habe lange an meinem Setup gearbeitet um die zahl der Fehlbisse zu minimieren. Erst seit ich eine regular Rute mit durchgehend Fluo fische halten sich die Fehlbisse sehr in Grenzen. Ich schließe daraus das die "biegefreudigere" Rute in Verbindung mit einer dehnbareren Schnur das einsaugen begünstigt. Weiterhin spricht m.M.n für ein einsaugen das viele Bisse während Spinnstops kommen.
Allerdings gilt auch hier, wie immer beim angeln, keine Regel ohne Ausnahme ;-).
Gruß Michael

Ich habe in den letzten zwei Jahren sehr viel mit Wobblern auf Zander gefischt & gefangen, ob nun bei Tag oder nachts. Fehlbisse habe ich dabei kaum, muss aber sagen sehr viele Bisse kommen auch bei mir dann, wenn ich den Wobbler kurz stehen lasse. Heißt also, dass ich eventuelle Fehlansauger vielleicht gar nicht bemerke, weiß ich nicht.
Zu Monoschnur will ich aufgrund des besseren Bemerkens von potentiellen Hängern mit Geflecht nicht zurückkehren.

Im Gegensatz zu Hechten greifen und verschlingen Zander zu über 70 % ihre Beute von hinten, die drehen auch nichts um wie der Hecht; dazu habe ich vor Jahren beim Studium mal eine Untersuchung gelesen, es deckt sich auch mit eigenen Beobachtungen über viele Jahre (Lage von Futterfischen im Zandermagen).
Wenn man das zugrunde legt, könnte ich auch behaupten, dass Gummifische im Zandermaul nur gefaltet sind, weil sie zu weich waren - wäre ja auch mal überdenkenswert. Sinnieren kann man auch darüber, dass große Gummifische bei gleicher Jigmasse besser angesaugt werden können als kleine Modelle, da sie mehr Fläche bieten, die Dichte ist vernachlässigbar da meistens gleich schwer (Kunststoffe / Gummi liegen etwas unter 1,0 >>>
http://de.wikibooks.org/wiki/Tabellensammlung_Chemie/_Dichte_fester_Stoffe ).

... und die richtigen Ladeluken ziehen sich die Köder schon rein ins Maul, der Rest kann meinetwegen weg bleiben :-B

... und ich bleibe dabei, dass es sich mit straffen Ruten besser auf Zander fischt, jedenfalls bei meinen Ködergrößen :hb:

senta18
12.01.2015, 19:13
... ein 16er Kopyto zu weich ? Der Bursche war grad mal 40-50cm ... Es ist davon auszugehen, das der K. vor dem Anschlag noch ein paar Zentimenter weiter drinnen war.

atrox
12.01.2015, 19:18
Ihr dürft meiner Meinung nach Walley und Zander nicht gleich setzen - auch wenn sie ähnlich aussehen!
Diese US-Walley Ruten haben meist ca. 3/8 - 1/2 oz und sind zum Zanderfischen hier ziemlich unbrauchbar.... Abgesehen von den 3oz Trolling Ruten für das Bottom bouncing
Man muss ja auch beachten das die Walley Köder viel kleiner sind als die Köder die hier zum Zanderfischen genutzt werden - größer als 4" wird doch kaum gefischt - eher kleiner....

Ich fische eine St. Croix Walley Jig n Rig mit 3/8 oz die zwar als fast angegeben ist aber eher Richtung mod. geht!
In meinen Augen sind das sehr gute Ruten zum Barsch angeln - wahrscheinlich oft viel besser geeignet als die meisten Bass Ruten, die deutlich straffer daher kommen! Aber zum Zander angeln sind se nix!

Was nicht bedeutet das leichte Ruten nicht geeignet sind (wissen aber hier die meisten selbst) - die meisten Zander hab ich wohl mit einer 1oz Bassrute gefangen - wobei ich mittlerweile ganz gerne wieder eine 2.40 Spinning mit 75 gr. benutze, fische damit aber quasi die gleichen Köder wie an der 1oz BC

Lusso
12.01.2015, 19:51
Die Lage der Beutefische im Magen ist doch ein Indiz fürs Falten. Beim Schlucken der Beute steckt sich diese über die Seite des geringsten Widerstandes. Somit ist die Lage vorgegeben. Aber schau mal das Bild von Senta 18 da sieht man den typischen "Saugbiss".
Bei der Ködergröße die Du auf Zander fischst, müssen die Ruten schon recht straff und kraftvoll sein, sonst bringst Du diese ja nicht auf Distanz. Solange wir über Fänge und deren Ursachen diskutieren finde ich dies sehr entspannt; besser als andersrum.

Fritze
12.01.2015, 22:31
Die Lage der Beutefische im Magen ist doch ein Indiz fürs Falten. Beim Schlucken der Beute steckt sich diese über die Seite des geringsten Widerstandes. Somit ist die Lage vorgegeben. Aber schau mal das Bild von Senta 18 da sieht man den typischen "Saugbiss".
Bei der Ködergröße die Du auf Zander fischst, müssen die Ruten schon recht straff und kraftvoll sein, sonst bringst Du diese ja nicht auf Distanz. Solange wir über Fänge und deren Ursachen diskutieren finde ich dies sehr entspannt; besser als andersrum.

Lusso, das mag ja bei ner 10er oder 15er Plötze so sein, ich habe aber auch schon 25 cm; 30 cm Brassen im Magen von 65er Zandern verkehrt herum gefunden und das nicht nur ein Mal. Was soll sich da noch falten?

Wir haben Zanderbrut in Netzgehegen aufgezogen. Hinein hängten wir eine Lampe, die nachts die Plötzenbrut aus dem See ins Gehege lockte. Kostenloses Futter, der Plötzenschwarm rotierte immer um die Lampe herum.
Die kleinen Plötzen maßen etwa 1/3 der Länge der Zanderbrütlinge, ja richtig gelesen. Die Plötzchen wurden immer von hinten gepackt und reingewürgt, absolut krass. Da wurde auch nichts gefaltet, das wäre gar nicht gegangen bei dem Größenverhältnis zwischen Räuber : Beute.

Der Kopyto, ja bekanntlich recht hart, ist doch ein gutes Beispiel für saugen+draufhämmern, sonst könnte so ein Pinscher den gar nicht ins Maul bekommen. :mrcool: außerdem, Boddenzander gilt nicht :mrcool:

Wie auch immer, es sind ja nur Denkansätze. ... Hauptsache wir fangen was.

Gezielt auf Zander fische ich je nach Gewässer, ich habe da glücklicherweise ein gewisses Repertoire zur Verfügung, zwischen 60g WG und 120g WG, das hängt auch stark von der Ködergröße ab, manchmal ist auch ein 23er Kopyto auf Zander am Start. Ich weiß das ich ein Extremist bin, finde es deshalb gut mal gründlich zu gucken wie es andere machen.

88069
Beispiel: Den 23er Kopyto hat der Zander nicht gefaltet, viel guckt aber nicht mehr raus.
Dito auf 21er Attractor:
88070

Interessant ebenfalls, dass die Walleys doch so anders ticken. Das hätte ich im Leben nicht vermutet. Danke für die Erkenntnis.

Musky64
12.01.2015, 22:32
Ich fische seit ca.10 Monaten eine ST.Croix LegendXtreme LXS70MHF auf Zander vorwiegend vom Boot aus.
Die Rute ist sauschnell,man merkt jeden kleinen Anfasser und die Rute hat super Power.Ich fische damit vorwiegend in unseren Talsperren von 4"Easy Shiner bis 5,8"Fat Swing Impakt an 10g bis 22g Bleiköpfen.Der Griff ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn erst einmal ein Zander richtig reinhaut, merkt man den Biss oft bis in das Handgelenk.Zum fischen mit der Stationärrolle kann ich die Rute nur empfehlen ,mich wundert nur das hier keiner diese auf dem Schirm hat.In meinen Bekanntenkreis sind einige gute Raubfischangler, die sich diese Rute auf meinen Rat auch gekauft haben und voll begeistert sind.Früher habe ich zum Zanderfischen die Abu Fantasista Orenji,Yabai sowie zuletzt Shiro Nano genutzt aber diese Ruten können der St.Croix nicht das Wasser reichen.
Auf www.youtube.com/watch?v=TCHanWnpXlA ist ein Video von mir zu sehen ,wo ich mit der Rute einen 1,17 cm Hecht drille.

Gruss Sven

Lusso
12.01.2015, 22:47
Wie wir ja festgestellt haben ist der "Walleye completely different to the Sander". Hervorragende Spinnruten für Zander findet man bei den Trout Rods. Ich denke die Zanderrute ist in deutschen Anglerköpfen eben nicht nur 7 Fuss lang. Und Zanderangeln findet vorwiegend vom Ufer aus statt und daher sind die antiquarischen Längenerziehungen vergangener Jahre sicher mitzubewerten. Da kommen Längen von 240 bis 270 wesentlich besser.

MSH
09.03.2015, 14:01
[…] Meine geologischen Gedanken muss ich erst noch sammeln, das wurde mir ein bischen zuviel und zu kompliziert als ich den Kommentar zu schreiben begann... vielleicht ist es auch nicht ganz stimmig, wie ich es mir anfangs erschloss... bis demnächst.

Zeit und Raum sind für Geographen relativ. Seit ich „damals“ :-B eine kleine Ausführung über den naturräumlichen Einfluss auf die Biologie von Walleye vs. Zander versprochen habe, will ich das nachholen (zur Erinnerung: es handelt sich um meinen Austausch mit @Blackmax zw. den Posts #41 - #46 auf den Seiten 3-4). Ich habe mir an der Uni-Bibliothek ein Buch über „The Physical Geography of North America“ (Orme, A.R., 2001, Oxford) angesehen und immer mal wieder drüber nachgedacht. Ich hatte auch gute Sätze, die Sinn ergaben, aber es ist schon ne Weile her und das, was ich aufschrieb, ist in der Zwischenzeit mit meiner Festplatte gelöscht worden.
However, jetzt habe ich endlich die Nerven und auch ein paar neue Ansätze, die mir erst heute einfielen als ich entschied, meine Antwort, die mir schon lange auf dem Herzen liegt, zu verfassen.

Mein erster Gedanke war, dass die Flüsse in Mitteleuropa meist einer bestimmten Richtung folgen. In Deutschland verlaufen alle Hauptströme von S nach N, weil es das natürliche Gefälle vom Gebirge (Alpen) zum Meer (Nord- und Ostsee) ist. In Nordamerika sieht das im Verbreitungsgebiet der Walleyes (die Karten googelt ihr bitte selbst: „distribution walleye“) ganz anders aus. Walleyes kommen vor allem in der Great Lakes Region vor, die verschiedene geologische Provinzen beinhaltet. Ich konnte nicht wirklich ein Muster erkennen, was mich erstmal zurückwarf. DAS Ding, was aber auffällt ist, dass die Geologie sehr komplex, und das Gelände deutlich flacher ist als bei uns. Die Reliefenergie, also wie stark der Höhenunterschied auf einer bestimmten Strecke ist, ist dort also sehr viel geringer. Folglich ist keine dominierende Fließrichtung der Flüsse vorgeben. Ok, der St. Lawrence ist ein gewaltiger Strom, der in den Atlantik fließt, aber das Verbreitungsgebiet der Walleyes ist ja n bischen größer. Im Landesinneren befinden sich viele kleine und mittelgroße Flüsse (und natürlich auch Seen), die relativ unstrukturiert vor sich hinfließen. Und das macht den Großteil des Verbreitungsgebietes – und damit der Angeltechniken bzw. Rutenangebote auf den Walleye – aus. Die Great Lakes sind einfach ein Ausnahme-Gebiet, das man auch nur zu bestimmten Zeiten erfolgreich auf die ganz großen Walleyes beangeln kann. Das liegt nicht nur am Verhalten der Fische (z.B. Laich- / Fresswanderungen in bestimmte Gewässerbereiche) sondern auch an den technischen Möglichkeiten: bei Eis oder starkem Wind erreicht man viele Fische einfach nicht mehr. Ist genau dasselbe wie hier in den Bodden, wo die meisten Großhechte im Winter (nicht) gefangen werden.
Mein nächster Gedanke zielte auf den Gewässergrund ab. Ich dachte, dass die hiesigen großen Flüsse weniger Vegetation haben als die vergleichsweise kleineren Flüsse in Nordamerika. Das liegt vor allem daran, dass große Ströme sehr viel Trübstoffe mitführen, die die Tiefe, bis zu der Licht vordringen und das Wachstum von Unterwasserpflanzen ermöglichen kann (= euphotische Zone), einschränken. In Amerika müssten die weniger stark strömenden und Sediment führenden Flüsse größere Sichttiefen haben, weil der Untergrund des Ursprungsgebietes der Flüsse meist deutlich fester ist als hierzulande. Vor allem auf dem kanadischen Schild – einer geologischen Provinz, die aus Granit, einem sehr festen, verwitterungsbeständigen Gestein besteht (sieht man auf den Fotos in Post #38 ganz gut, oder denkt an Schweden). So ganz gefällt mir dieser Gedankengang nicht, weil auch kleinere Flüsse immer irgendwie Sediment führen, aber im Endeffekt geht’s darum, dass dem nordamerikanischen „Zander“ mehr Vegetation in seinem Lebensraum zur Verfügung steht. Und wie das in der Biogeographie so schön dargestellt wird, haben Viecher ähnlicher Biologie bei unterschiedlichen Lebensraumbedingungen auch unterschiedliche Körper und Verhaltensweisen, die sich nach den äußeren Faktoren richten. Ein Walleye in einem mittelgroßen, komplex gegliederten Fluss mit unterschiedlichen Habitaten hat einfach bessere Überlebenschancen wenn er etwas wendiger und nicht so ein fetter Tanker ist. In einem großen Strom aber, wo man viel Strecke machen muss, ist Körpergröße wiederum von Vorteil, weil dieser mehr Energie speichern und freisetzen kann. Es gibt auch hier Beispiele, wo sich Zander in Pflanzennähe aufhalten, aber das sind dann eher die Ausnahmen der (deutschlandweit betrachteten) Regel, die sich v.a. auf Seen bezieht (Talsperren ausgenommen).
Ok, mein Versuch, das mit Angeltechniken zu verbinden, sieht so aus: wenn es in Nordamerika Unterwasserpflanzen gibt, wachsen diese aufgrund des weitgehend sehr harten Bodens, auf dem sie keinen Halt finden, in eher flachem Wasser bis max. 4-6 m (die Schwedenbesucher mögen mir bitte bestätigen, dass es dort oben keine ausgedehnten Unterwasserpflanzenfelder tiefer als 4-6 m gibt). Zumal die Seen in Nordamerika und Skandinavien auch immer etwas durch Tannine oder den sauren Untergrund (Granit ist ein sehr saures Gestein) getrübt sind und damit wieder die Sichttiefe herabsetzen. Deutschlands kalkhaltige Böden der Alpen und des norddeutschen Tieflandes begünstigen klarere Gewässer (Kalk fällt Eisen und andere Schwebstoffe aus). In so flachem Wasser, das auch noch wenig strömt (wir erinnern uns an die geringe Reliefenergie), braucht man keine ½ oz zum Walleye-Jiggen. Zumal man bei Krautbetten über diesen hinwegangelt – selbst, wenn es an der Stelle 6 oder gar 8m tief ist, wachsen die Pflanzen so hoch, dass man darüber nur 2-3 m Tiefe hat. Und direkt ins dichteste Kraut ziehen Walleyes nicht, dafür sind sie nicht ausgelegt (ein Largemouth Bass schon), eher halten sie sich in Krautlücken auf, und die kann man mit seinem ¼ oz-Jig auch wieder gut erreichen.
Heute fällt mir ein, dass ja auch das Klima einen großen Einfluss hat. Die Region da drüben liegt zwar etwa auf gleicher Höhe wie Deutschland, aber in Nordamerika gibt es keine Gebirge, die die kalte Polarluft abbremsen, wie es in Europa (Skandinavien) der Fall ist. Es wird in Nordamerika also deutlich (länger) kälter, und im Kalten wachsen Viecher langsamer – und werden auch größer. Häääää, das widerspricht sich doch dann, oder? Nicht, wenn der Hauptlebensraum ständig strömende, energieverbrauchende Flüsse sind. Das kennen wir hier bei Regenbogenforellen, die in Zuchtanlagen sehr viel größer und fetter werden als im Gebirgsbach, und in Amerika ist es dasselbe bei den Walleyes in den Flüssen und kleinen Seen vs. den Great Lakes.
Ausnahmen gibt es natürlich auch dort. Die Walleyes in Post #38 sind sicher riesig und sicher nicht aus den Great Lakes selbst. Aber das ist dasselbe als wenn man hier den 1,15 m Hecht aus dem Dorfweiher fängt. Es gibt sie, und in JEDEM größeren Gewässer gibt es auch einen +80 cm Zander, da bin ich mir sicher. Aber die Ausgangsfrage ist ja, „USA Walleye* Rods – was machen die denn da?“. Und damit ein Rutenhersteller eine ganze Rutenserie auf den Markt bringt, braucht’s ein bischen mehr als eine handvoll Ausnahme-Fische einiger glücklicher oder extrem versierter Angler. Solche Entscheidungen richten sich nach der großen Masse zur Verfügung stehender Möglichkeiten. Daran richten sich meine Ausführungen, die ein (sicher unvollständiger) Versuch ist, die Eigenschaften von St.Croix’s Walleye rod-Serie zu erklären, wobei ich Biologie (Körperbau + Verhalten) und naturräumliche Bedingungen des Verbreitungsgebietes des nordamerikanischen Zander-Verwandten miteinander verbinde.

Bis vielleicht „demnächst“ :-B
Sebastian


*Ey, Micha, kannste mal bitte auch endlich die Thread-Überschrift ändern!? Mannn…

Fritze
09.03.2015, 22:35
Klasse, besten Dank für Deine Erläuterungen > so wird Einiges verständlicher.

Kaprifischer
10.03.2015, 16:20
BioGeoGraphieReferat zur Entwicklung von Walleye Rods :thumgs:

Tisie
10.03.2015, 16:47
Interessanter Ansatz!

Passt aber zu meinem früheren Verständnis, daß die US/JP Bassruten (zumindest im MagBass Bereich) viel mehr für unserer Hecht- und Zanderangelei als zum eigentlichen Barschangeln geeignet sind. Für unsere Barsche sollten die Walleye-Ruten dagegen besser passen – verkehrte Welt ;-) ... interessant finde ich in dem Kontext auch die immer stärker aufkommende BFS-Geschichte, v.a. wenn man sich in den Videos dann mal genau anschaut, was die Japaner dort teilweise als „Microbait“ bezeichnen und am BFS-Tackle fischen und welche Fische die mit dem Gerät drillen und mitunter sogar ausheben :-)

Gruß, Matthias

MSH
10.03.2015, 22:36
Also ganz so einfach - dass für die mitteleuropäische Flussbarsch-Angelei eher leichtere Walleye-Ruten, und Bass-Ruten eher für die Hecht- und Zanderangelei geeignet sind - ist es nicht.
Ich sag's immer wieder: die Ruten-Spezifikationen amerikanischer und japanischer Ruten orientieren sich vorrangig an einer Präsentation, nicht nach dem Zielfisch. Natürlich haben sie mehr Backbone als es für den größten europäischen Flussbarsch benötigt, aber ne Rute hat noch mehr als Power. Zumal auch diese auf eine bestimmte Präsentation ausgelegt ist. Wenn ich mit nem 3/4 oz-Jig + 4" Creature Bait Trailer in dichtem Holz in +4m Tiefe fische, brauche ich einfach mal ne Rute, die a) den schweren Jig problemlos befördern kann und b) genug Bums hat, einen Anhieb durchzuzimmern. Und da spielt es überhaupt keine Rolle, ob der Fisch am Ende ein Zander-, Schwarz- oder Flussbarsch ist - und es gibt genug Situationen, wo man sogar hierzulande auf diese Weise auf Flussbarsche fischen kann, da muss man noch nichtmal nach Spanien fahren. Und für so eine schwere Angelei braucht's einfach angemessenes Gerät. Klar, wenn Du Deine Flussbarsche lieber mit kleinen Ködern fängst, bist Du bei anderen Rutenserien vielleicht besser bedient, aber das liegt dann nicht an der Rute oder dem Zielfisch sondern einfach an Deinen ganz individuellen und speziellen Bedürfnissen. Es gibt aber haufenweise Situationen in D, wo auch bei der Barsch-Angelei schweres Gerät aus dem Schwarzbarsch-Bereich angemessen ist. Und weil die Angelei auf diesen so vielfältig ist, sage ich den Amis auch einfach mal die größte Kompetenz nach, was Ruteneigenschaften bestimmter Techniken betrifft, von denen auch viele hierzulande greifen.
Und ich denke auch, dass sich US- vs. JP bass-Ruten voneinander unterscheiden, wenn auch nicht so stark wie etwa US vs. D. Mal abgesehen von der Verarbeitung ist auch die Angelei in Japan sehr viel feinfühliger. Deren Finesse-Techniken sind nochmal ne Nummer feiner als in Amerika, und es gibt auch welche, die in Amerika einfach nicht greifen, weil sie zu verspielt sind, z.B. Spybaiting - was die extrem klaren und hochfrequentierten, weil verhältnismäßig kleinen, Stauseen in Japan aber erfordern. Auch deswegen erkläre ich mir die Vorliebe deutscher Angler (zumindest der anglerisch etwas gebildeteren) für japanisches Angelgerät, weil deren Gewässer- und Angelbedingungen denen in großen Teilen Deutschlands (v.a. im Westen, also dem geographischen, nicht politischen) näher kommen als nordamerikanische Riesenteiche mit üppigster Vegetation.

Tisie
10.03.2015, 23:40
Ja, klar, darauf wollte ich ja hinaus ... die typische Barschangelei ist hier köderseitig im Durchschnitt einfach deutlich feiner/leichter/kleiner als die typische Barschangelei in den USA. Dein Beispiel fällt da schon etwas aus dem Rahmen ... auch ich fische ab und zu mal in tiefer liegenden Baumkronen - aber nicht mit 21g-Jigs ;-)

OHKW
11.03.2015, 14:39
Naja, wie man auf diversen Videos sieht, beanspruchen die Amis ihre Ruten auch deutlich mehr als das hierzulande üblich ist.
Bei uns in Österreich und soweit ich das mitbekommen hab, tendieren die Leute meist dazu mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Auf der anderen Seite schei...en sich dann wieder viele an ihr Rütchen auch mal ein bisserl zu verbiegen. Dementsprechend die tollen Drillvideos mit komplett offener Bremse am Haifischtackle. Das zieht sich vom Plumsangler Azubi bis zum Fernsehangler.
Möglicherweise versucht man so auch die paar Schniepel die die Gewässer noch hergeben zur Drillherausforderung hochzustilisieren.
Für mich eher unverständlich. Wie schon geschrieben wurde macht es am meisten Sinn das Tackle am zu präsentierenden Köder zu orientieren.

Döbelwürger
11.03.2015, 15:04
Wie schon geschrieben wurde macht es am meisten Sinn das Tackle am zu präsentierenden Köder zu orientieren.

Über Sinn und Zweck debattiert es sich aber nicht so langwierig (wie in diesem Thread), wenn nur das der entscheidende Parameter wäre. Ist der eigentlich für alle gleich? Denn eigentlich sollte dieser ja lauten:

Gerät für "wie bekommt man am wahrscheinlichsten größtmögliche/viele Fische ins Boot".

Ich behaupte jetzt einfach mal die Prämisse ist für "Turnament"-Angler wie Bassangler und (VTK)-Holländer gleich.
Für Walleye-Angler auch? Oder wollen die Drillspaß? Ist denke ich garnicht so trivial wie sichs anhört.
Beim Bassen allermeist: Kurzmöglicher forcierter Drill bringt am wahrscheinlichsten Fisch ins Boot, passt aber auch mit Köderführung + Anhieb überein. Die Jungs sind sich da meines Wissens einig.
Beim Zander-VTK gibts zwei Sachen: (1) Harte Rute, harter Anhieb, "forcierter" Drill. (2) Leichte Rute, harter Anhieb, puffernder Drill. Da sind sich die Angler irgendwie nicht einig.

Vielleicht sollte man explizit nachforschen, wie die Amis genau auf Walleye fischen. Kam etwas zu kurz hier im Thread, obwohl ja davon die Fragestellung abhängt.

Tisie
11.03.2015, 15:07
Naja, wie man auf diversen Videos sieht, beanspruchen die Amis ihre Ruten auch deutlich mehr als das hierzulande üblich ist.

Und die Japaner nicht weniger ;-) ... ich hatte es oben ja schon angedeutet, selbst mit BFS-Ruten heben die noch recht dicke Fische aus.

Man darf bei der ganzen Betrachtung auch den Wettkampf-Aspekt nicht vergessen, der sicher einer der Haupt-Antriebe für die Tackle-Industrie in US/JP ist ... dort geht es eben nicht um Drillspaß, sondern darum den Fisch so schnell wie möglich ins Boot zu bekommen und das spiegelt sich natürlich auch im Gerät wieder.

Ansonsten trifft Deine Beobachtung auch bei uns in D zu, hier scheinen ebenfalls viele Angst vor Belastung des Geräts zu haben, dabei bringt das deutliche Vorteile:

- Verringerung der Drillzeit => gut für den Fisch
- größere Vorspannung der Schnur => mehr Spannungs-Reserve, d.h. Schnurspannung bleibt auch bei Richtungswechseln/Sprüngen des Fisches erhalten => weniger Aussteiger

Ich habe schon viele Fische dadurch abkommen sehen und sage meinen Freunden (gerade beim Fliegenfischen) immer wieder, die Rute doch mal richtig krumm zu machen ... die geht davon nicht kaputt und das Risiko des Fisch-Verlustes sinkt - ist teilweise schwer in die Köpfe zu bekommen.

Gruß, Matthias

Tisie
11.03.2015, 15:29
Da haben sich unsere Beiträge überschnitten, aber inhaltlich passt's ja ;-)


Beim Zander-VTK gibts zwei Sachen: (1) Harte Rute, harter Anhieb, "forcierter" Drill. (2) Leichte Rute, harter Anhieb, puffernder Drill. Da sind sich die Angler irgendwie nicht einig.

Ich bin nicht der große VTK-Spezi (größtenteils werfend unterwegs), aber fest davon überzeugt, daß gerade bei großen Zandern der harte, durchdringende Anhieb und dann im Drill der ständige Erhalt einer hohen Schnurspannung über fangen oder verlieren entscheidet. Diese Erfahrung habe ich selbst gemacht und das deckt sich mit den Erfahrungen und Berichten vieler Freunde und Bekannter.

Große Zander (teilw. als Beifang) an (zu) leichtem Gerät gehen überproportional oft verloren, d.h. Deine Variante 2 (leichte Rute) würde ich von vornherein ausschließen - eine gewisse Power/Schnurklasse muß man (für große Zander) einfach voraussetzen. Die Differenzierung erfolgt dann viel mehr über die Aktion, d.h. bei gleicher Power bevorzugen einige die fast Taper Aktion mit sensiblerer Spitze und hartem Rückgrat, andere hingegegen eher die durchgehende Aktion mit steiferer Spitze (und trotzdem sehr schneller Rückstellung!).

Beide Typen verlangen vom Angler im Drill ein anderes Verhalten: die durchgehende Aktion nimmt einem mehr Pufferarbeit ab, während man bei der Spitzenaktion viel mehr mit dem Arm arbeiten/mitgehen muß, um zu viel Druck auszugleichen und in entgegengesetzter Richtung die Schnurspannung zu erhalten.

Beides funktioniert (ebenso wie die vielen Mischformen dazwischen), ein absolutes besser-schlechter gibt es nicht ... ich nehme für leichtere Köder lieber eine spitzenbetontere Aktion, da die Köderfürhung damit einfach taktiler ist und für die mittleren/schweren Sachen bevorzuge ich eine steifere Spitze (direkteres anjiggen) mit einer eher progressiveren bzw. - je nach konkretem Modell mehr oder weniger - durchgehenden Aktion.

Da die amerikanischen Walleyes wohl bei weitem nicht so groß werden wie unsere, spielt dieser Aspekt (den Anhieb gegen einen großen Köder im starken "Klammergriff" eines großen Zanders durchzubringen) evtl. keine allzu große Rolle und der Wettkampf-Aspekt ggf. auch nicht so sehr wie beim Schwarzbarsch (???), so daß hier durchaus ein Grund für die Ausprägung der Walleye-Ruten liegen könnte?!

Gruß, Matthias

CHN
11.03.2015, 15:52
Unabhängig von den walleyischen Spezialitäten in Amiland ein ganz akutes Problem hier: die Angel könnt ja kaputt gehen, wenn sie sich biegt! Ich habe schon x Diskussionen mit Anglern geführt und gesagt, die sollen mal die Bremse zumachen und den Fisch einfach rauskurbeln - die Angel IST dazu gedacht, sich zu krümmen!!! Haben aber viele Angst vor.
Gestern 85er Hecht an einer Loomis Jerkbait 752 (1/4 - 3/8oz WG), Curado 51e + R1 Stroft. Drillzeit: 20 Sekunden, wenns hoch kommt. Fisch ist kurz vorm Ufer 1x kurz in die Bremse und hat ca. 2 Meter Schnur abgezogen. 70er und 60er in unter 10 Sekunden - grad hergekurbelt. An "richtigem" Hechtgerät ein Witz!
Klar - der Stecken biegt sich bis über mit Mitte - aber das soll er ja auch! Bis die Hechtels richtig geschnallt haben, was geht, durften sie schon wieder schwimmen! Aussteiger bei Wobblern = unter 1%, trifft auf Zander und Barsch genauso zu. Ich drille grundsätzlich extrem forciert! Rute in Verbindung mit einem 3 -4m langem Fluostück zwischen Hauptschnur und Stahl puffern wunderbar.

Zu den Walleyes: ich habe mich da mal ein bissle eingelesen und die Methoden sind doch recht unterschiedlich in Amiland. Gummis ja eher klein und fein, auch hinter so Bodentastern. Mit tieflaufenden Wobblern wird gefischt - das ist dann gar nicht so unähnlich zu den Methoden hier ... . Ziemlich vielschichtig auf jeden Fall. Aber die trauen sich halt auch zu, das Gerät so zu belasten, wie es gedacht ist!
Btw.: der Walleye wird doch auch recht groß - nur ist die Durchschnittsgröße viel geringer, als bei "unserem" Zander, oder nicht?

MSH
11.03.2015, 16:30
Der Wettkampfgedanke fiel mir auch noch ein, ich hielt ihn aber zurück, weil der Thread nicht zu sehr abdriften sollte, was sich leicht abzuzeichnen schien. Glücklicherweise hat er wieder eine Wende zum eigentlichen Thema bekommen.

Auch die Walleye-Angelei hat eine starke Wettkampf-Szene. Dass diese nicht so dominant wie beim Schwarzbarsch ist, liegt einfach am kleineren Verbreitungsgebiet der Walleyes. Noch kleiner ist die Wettkampfszene beim Musky, und auch dort liegt es am kleineren Verbreitungsgebiet, vor allem aber auch an der sehr viel geringeren Erfolgsquote bzw. hoher Ausdauer, die ein Angler mitbringen muss, um dauerhaft erfolgreich zu bleiben. Dennoch ist die Walleye-Tournament-Angelei sehr stark. Genauso wie die Redfish-Angelei im Salzwasser (Golfküste). In Amerika, v.a. den USA, ist ALLES Wettkampf. Und wenn nicht, wird es dazu gemacht.

Der Wettkampf-Ansatz in der Schwarzbarsch-Angelei hat einen enormen Einfluss auf die Industrie. Sobald ein Pro mit einer neuen Technik Erfolg hat, wird diese promoted, ausgebaut und bis aufs letzte ausgereizt. Und doch denke ich, dass die Wettkämpfe kaum einen Einfluss auf die Ruteneigenschaften haben. Und zwar so:
@Döbelwürger hat es auf den Punkt gebracht: in Amerika geht es vor allem um Effizienz! Being efficient brings you more success in a shorter time frame - so you have less to worry about (oder so ähnlich würde man das da ausdrücken). Effizient ist alles, und spiegelt sich seit eh und je in der amerikanischen Kultur wieder. Es ist aber der Effizienz-Ansatz, der sich in Denken & Handeln der Amerikaner zuerst manifestiert, nicht die Konkurrenz. Die ersten Siedler mussten zusehen, dass sie möglichst sicher und günstig durch dieses unwegsame Land kommen. Da sollte man sogar noch eher zusammenhalten. Wenn aber erstmal ein sicheres System hergestellt ist, ist zuviel Nähe nicht mehr ganz so gesund... Konkurrenz folgt also auf Effizienz. Und sobald diese etabliert ist, wird es schwierig, beide auseinanderzuhalten (wird mir gerade beim Schreiben bewusst).
Ist genau wie hier: lange angelt man mit dem, was angeboten wird. Zum Beispiel Weidenstock und Pferdehaar. Aber mit den Erfahrungen steigt das Bedürfnis nach "mehr" oder "besser". Mehr Fisch, mehr Spaß, whatever. Und da kommt die Wettkampfangelei ins Spiel. Ein Wettkampfangler ist im Vergleich zum Schönwetter- oder Wochenendangler:
- viel öfter auf dem Wasser
- unter verschiedensten Gewässer- und Wetter-Bedingungen auf dem Wasser
- unter extrem hohem Druck, Fisch fangen zu MÜSSEN
Und deswegen gibt deren Input in der Industrie oft Standards vor, vor allem in der Schwarzbarsch-Angelei.
Je kleiner eine "Zielfisch-Szene" wird, umso größer wird dann auch der Einfluss eines anderen Faktors: Guides. Und auch findige Privatpersonen. Das ist besonders in der Musky-Szene offensichtlich, wo einzelne Personen und deren Unternehmen großen Einfluss auf Verarbeitungsqualitäten (die beim Musky-Fischen sehr wichtig ist, sonst verlierste zuviel $ an Tackle oder gar Fisch), oder Ködertypen (und die dafür notwendigen Ruten) haben können. Ein gutes Beispiel dafür sind die allseits beliebten MuskyMayhem-Bucktails, oder - um mal zum Ausgangsthema zu kommen - das beim Walleye-Angeln extrem erfolgreiche und beliebte, von Lindy entwickelte, Live Bait-Rig mit den vielen Perlen, wie sie hierzulande beim Plattfischangeln verwendet werden. Dieser Erfindungsreichtum einzelner Personen wird in der Tournament-Szene durch großen Leistungs-Druck künstlich hergestellt.

Unabhängig davon, dass mein kultureller Ansatz der Effizienz sicher stark die Wettkampfangelei beeinflusst ist, muss man diese aber auch noch mit dem Zieflisch bzw. seiner Biologie (Bau + Verhalten) verbinden, was ich schon in Post #73 am Bsp. des Walleye versuchte. In Bezug auf den jetzt mit ins Spiel gebrachten Schwarzbarsch bedeutet das, dass eine Rute viel Power haben muss, wenn man einen Fisch, der auf kleine Körpergröße viel Volumen und Masse (= Widerstand) mitbringt, aus dichtestem Kraut zerren muss - nicht, weil es Spaß macht, sondern weil man ihn sonst verliert bzw. gar nicht erst fängt. Denn wenn man in bestimmten Ecken, z.B. Florida, überhaupt einen Schwarzbarsch fangen will, muss man da rein. Und weil ein fettes 10 kg schweres Schwarzbarschschwein nunmal ordentlich viel Kraft hat, braucht man ordentlich viel Bums in der Rute, um die sich wehrende Masse innerhalb von Sekunden aus einem dichten Pflanzendschungel zu zerren und möglichst oberflächennah durch das immernoch extrem dichte Dickicht zum Boot zu befördern.
Das hat überhaupt nichts mit Wettkampf zu tun sondern unterliegt dem einfachen praktischen Nutzen. Die Wettkampfangelei moderiert höchstens, dass man nur glücklich sein kann (= "gewinnen"), wenn man JEDEN Fisch oder noch mehr große Fische fängt.

Döbelwürger
11.03.2015, 16:38
@Tisie: Ja es ist sicher beides berechtigt. Wer einen 4/0er aufwärts handlen will hat sicher andere Vorgaben als z.b einen Fireball mit Stinger zu fischen. Ich habe hier keine Zander und fischte VTK eher mit totem Köfi.


Zu den Walleyes: ich habe mich da mal ein bissle eingelesen und die Methoden sind doch recht unterschiedlich in Amiland. Gummis ja eher klein und fein, auch hinter so Bodentastern. Mit tieflaufenden Wobblern wird gefischt - das ist dann gar nicht so unähnlich zu den Methoden hier ... . Ziemlich vielschichtig auf jeden Fall. Aber die trauen sich halt auch zu, das Gerät so zu belasten, wie es gedacht ist!
Btw.: der Walleye wird doch auch recht groß - nur ist die Durchschnittsgröße viel geringer, als bei "unserem" Zander, oder nicht?

Sehr gutes Posting. Habe gerade auch nochmal Youtube laufen lassen. Die fischen wohl meist filigraner, dementsprechend andere Hakengrößen. So frittig sind diese Perciden garnicht.
Das ganze erinnert mich an ein gutes Posting von Norbert das einige Jahre her ist, einfach mal dünnere und auch kleinere Offset-Haken zu verwenden, dann klappts auch mit durchgehend FC.
Wenn man hier in unseren Gefilden die Vertikaler sieht, dann hängen da doch eher größere Lappen mit entsprechend dickeren Haken dran. Sicher meist berechtigt. Dementsprechend wird angehauen. Tät ich von heute an in Zanderbrühe fischen, würde ich mir aber trotzdem nicht erzählen lassen, ich müsste zwangweise das starrste Brett für den 4/0er VMC-Jig nehmen, der dann in der Gerätezusammenstellung irgendwelcher Reviews auftaucht... .Fische die Jigs zwar auch, aber dann auf die Fischarten wo´s egal ist (Barbe, Döbel) oder viel im Wasser liegen bleibt.

Bisher siehts für mich so aus, als würde die filigrane Präsentation mit entsprechend feinen Haken auch mit feineren Walleye-Rods einher gehen.

PS: @MSH: Du hast schnelle Finger :mrcool: Gute Beschreibung, is nicht viel hinzuzufügen.

Tisie
11.03.2015, 17:22
Das fischen im heavy Cover ist ein anderer Aspekt - ohne entsprechendes Gerät undenkbar (z.B. https://www.youtube.com/watch?v=DD06x1nVDAo), das ist hier wohl allen klar.

Die Drilltechnik beschränkt sich aber keinesfalls auf solche Situationen und ich denke schon, daß hier der Wettkampf-Aspekt eine bedeutende Rolle spielt, denn die Japaner zeigen in den einschlägigen Videos ein sehr ähnliches Verhalten oder greift da auch Dein American-History Effizienz-Ansatz? ;-)

Tisie
11.03.2015, 17:35
P.S.@CHN & Döbelwürger: Ja, mit kleineren Ködern und feineren Haken funktioniert das Hooksetting auch mit leichteren Ruten (das Problem der am zu leichten Setup öfter aussteigenden großen Zander bleibt jedoch, ich habe dazu noch eine andere Theorie ...) und da schließt sich auch der Kreis zu meiner Anfangs-Aussage, daß die Walleye-Ruten eher zu unserer typischen Barschangelei passen würden als zu unserer typischen Zanderangelei.

Weiß jemand von denen, die sich damit schon intensiver beschäftigt haben, ob die Walleyes anatomisch signifikante Unterschiede zu unseren Zandern im Maulbereich aufweisen?

Gruß, Matthias

MSH
11.03.2015, 17:50
Auch die Schwarzbarsche in Japan verhalten sich wie die in Amerika. Den zahlreichen Youtube-Videos nach zu urteilen scheinen die dortigen Seen weniger dichte Krautmatten zu haben. Es sind oft Talsperren, wo die Fische wenig Cover aus Vegetation haben, weil a) der Untergrund sehr fest ist und b) es gleich am Ufer extrem steil abgeht, und c) verhindern stark schwankende Wasserstände ebenfalls ein stabiles Makrophyten-Wachstum, aber wie dynamisch das in Japan ist, kann ich nur vermuten. Wahrscheinlich aber auch ganz ordentlich, da auch deren Talsperren vorrangig der Energiegewinnung für haufenweise Menschen auf engstem Raum dienen dürften.
Und was die japanische Drillweise betrifft, ist das Wort "Verhalten" sehr schön gewählt. Wenn ich sehe, wie die bei jedem Dreipfünder tanzen und sich in die Rute legen als würden sie mit Hulk Tauziehen, kann ich nur :rolleyes: Schwarzbarsche sind in Japan eine eingeschleppte Spezies - und wo kommen sie her? Genau, aus dem Land, das sie auch nach Europa, z.B. Spanien, brachte. Oft von Soldaten übrigens, damit sie auch bei Auslandseinsätzen ihren heimatlichen Genüssen nachgehen können. Das heißt, dass die japanische Schwarzbarsch-Angelei sehr viel jünger ist als die amerikanische. Und das gilt auch für die Wettkampf-Angelei, die sich auch nur an Amerika orientiert. Und genauso cool tut wie die europäische Schwarzbarsch-Wettkampf-Szene. Der Unterschied ist nur, dass die Industrie in Japan einen sehr viel größeren Markt bedienen kann als in Europa, weil die Gewässer und Menschen dort offensichtlich mehr hergeben. Das Iaconelli-artige Rumgehampel der Japaner aber bleibt übertriebenes Getue, um es den Amis gleichzutun. Es lebe Nike - just do it (ohne drüber nachzudenken)!

Aber was hat die Art zu Drillen mit der Rutenbautechnik zu tun? Angler, die ihr Gerät kaum belasten, gibt es auch in Amerika zuhauf.