PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Greys Prowla Specialist Lure 2,74 20-50g/40-80g vs Shimano Speedmaster AX 300XH



Mannheimer
14.09.2012, 16:21
Ich berichte hier von meinen Erfahrungen bzw meiner Meinung bezüglich der Greys Prowla Platinum Specialist Lure 2,74m in den Wurfgewichtsklassen von 20-50g und 40-80g, sowie der Shimano Speedmaster AX 300HXH mit 50-100g Wurfgewicht.

Ich habe die Greys Ruten nur kurz bessen und probegefischt, konnte mir jedoch meine Meinung darüber bilden und möchte die mit euch teilen.

Review: Greys Prowla Platinum Specialist Lure 2,74m

Einleitung:
Zur Greys Prowla Platinum Specialist Lure, kurz SL oder GPSL040 (2,74m,20-50g) bzw GPSL045 (2,74m,40-80g) wie sie der Hersteller nennt lässt sich zunächst sagen, dass es sich hierbei um eine Qualitativ hochwertige Rute handelt welche in der -80g sowie in der -50g Klasse bretthart und wahnsinnig schnell ist.
Wie sich die Ruten unterscheiden und wie ich diese Einschätze erfahrt ihr in folgendem.

Beringung:
Mit sechs Ringen plus Spitzenring, also Insgesamt sieben Ringen auf 274cm, ist die Greys gut ausgerüstet. Es könnten optisch gesehen ein paar mehr sein aber beim Angeln sind mir keine großen Nachteile dadurch aufgefallen.
Greys Prowla setzt bei der GSPL040 auf filigrane Einstegringe, lediglich der Starterring kommt in Doppelstegform daher. Die Ringe sind deutlich größer als bei der Shimano Yasei Aspius oder Speedmaster aber noch in annehmbaren Bereich.
Für die GPSL045 sollten es dann wohl massive Doppelstegringe sein, die relativ zur leichteren Versionen etwas größer ausfallen.
Das Gewicht der Ringe macht sich bemerkbar und die Kopflastigkeit der 40-80g Rute lässt sich nicht mehr unter den Tisch kehren, dazu aber später mehr.

Griff und Rollenhalter:
Recht kurz und dünn gehalten, so beschreibt man den Korkgriff der Greys am besten. Um es mit mittelalterlichen Maßen auszudrücken ist von Rollenhalter zum Ende Rute etwas mehr als eine Elle platz.
Zum Angeln für den einen vielleicht ganz angenehm stellte sich spätestens beim Werfen erste zweifel an diese Konstruktion. Die Hände sind gezwungenermaßen recht eng beieinander und der richtige Schwung wollte mir wohl nicht gelingen, was aber auch am später beschriebenen Blank liegen kann.
Ein D-Tecta Rollenhalter hält Shimano Stradic, Spro Red Arc und Co an fest an Ort und stelle.
Nicht ganz einfach lässt sich die dünne Feststellschreibe anziehen, es gelingt jedoch mit etwas Übung sicher ganz gut. Richtig massiv würde ich die Konstruktion nicht beschreiben und mit etwas Kraftaufwand sind die flachen Windungen sicher zu beschädigen, das möchte jedoch keiner, weshalb es bei humanem Zudrehen bleiben sollte - Nach FEST kommt bekanntlich LOSE.
Der Rollenhalter bietet ein noch weiteres Feature, den direkten Kontakt zum Blank. Dazu wurde der Kork im Foregrip mit einer Aussparung versehen. Gedacht ist es den direkten Kontakt des Blanks mit den Fingern aufnehmen zu können.
Eine deutliche Verbessrung konnte ich beim Angeln aber nicht feststellen.
Bemerkt habe ich jedoch die dünne des Griffs. Anfang empfang ich es als äußerst angenehm, nach 15 Minuten intensivstem Jiggen änderte sich meine Meinung jedoch. Durch den dünnen Griff muss man die Hand relativ weit schließen was bei mir mit der Zeit zu Verkrampfungen führte.
Andere mögen dies vielleicht nicht so empfinden, wir haben nunmal nicht alle Einheitsgrößen was unsere Handform betrifft, meine Meinung ist dazu leider nicht positiv.

Blank und Praxistest:
Der Blank beider Ruten ist dünn und die Rute erhält dadurch eine Grundleichtigkeit.
Schnell ist er bei beiden Modellen, jedoch ist die -80g Version so hart, dass selbst ein 60g Sargblei nur am Spitzenring angebunden die Rute kaum sichtbar beansprucht.
Auf starken druck reagieren beide Ruten ähnlich und tendieren zu einer semi- bis parabolischen Aktion.
Beim Faulenzen bewegen sich die Spitzen kaum. Im Stillwasser sind mit der 20-50g Version sogar Köpfe von 40g und einem 13cm Action Shad gut zu führen. Im Fließwasser stößt man bei 28g jedoch schon an die Grenzen und vielleicht etwas darüber hinaus.
Mit der 40-80g Variante sind sicherlich auch 50g Köpfe in der Strömung drin.

Durch die härte des Blanks ging mir die Sensibilität etwas verloren. Gerade wenn der Untergrund sandig wird konnte das auftreffen des Köders nicht deutlich genug wahrgenommen werden.

Die schweren Doppelstegringe bei der GPSL045 sorgen zudem für eine starke Kopflastigkeit, die selbst mit einer 4000 Stradic GTM RB nicht ausreichend ausgeglichen werden konnte.
Das feinere Modell ist durch die feinere Beringung deutlich leichter und nicht so stark Kopflastig. Eine 3000er Rollte bringt sie schon nahe an einen guten Punkt in Fakto Ausgeglichenkeit.
Beide Ruten behalten jedoch im nackten Zustand (ohne Rolle) eine nicht zu vernachlässigende Kopflastigkeit die sicher auch durch das kurz geratene Griffstück zustande kommt.

Am unteren Teil des Blank befindet sich bei der Greys Prowla 40-80g eine seitlich angebrachte Hakenöse, bei der 20-50g Greys war diese unten angebracht. Ob es sich dabei um verschiedene Produktionen handelt kann ich nicht beurteilen. Vielleicht unterscheiden nur die Gewichtsklassen über die Anbringung.

Fazit:
Die Greys Prowla ist eine super verarbeitete und Brettharte Rute, dafür kann man sie lieben oder hassen.
Ich empfand das Angeln mit ihr zwar als ok aber für diesen Preis habe ich mir mehr erhoff, vorallem was den Köderkontakt angeht.

Review:Shimano Speedmaster AX 300XH

Einleitung:
Nachdem mich die Greys Rute nicht zufrieden gestimmt hat musste eine brauchbare Alternative her. Die oft kritisierte aber auch hoch gelobte Speedmaster AX von Shimano sollte es werden. Wie sich diese im Vergleich zu Greys Prowlas Spitzenrute verhält könnt ihr folgendem Bericht entnehmen.

Beringung:
Die Beringung ist so, wie ich es mir bei einer Jigrute vorstelle. Auf 300cm verteilen sich sage und schreibe 11 Ringe (inklusive Spitzenring). Vom Startring ausgehen wird die größe der Einstegringe immer kleiner. So ändert sich der der Abstand der Ringe zum Blank. Die oberen 5 Ringe (Spitzenring nicht inbegriffen) verzichten kann auf den Steg und liegen direkt am Blank.
Dies gewährleistet, dass die Schnur sehr eng am Blank geführt wird.
Durch die hohe Anzahl der Ringe verteilt sich das Gewicht ausgeglichen auf den Blank, was zu einer strafferen Aktion führt.

Griff und Rollenhalter:
Der Griff, ebenfalls aus Kork, ist mit 1 1/2 Ellen länger als bei der Greys und im unteren Bereich ist eine Teilung à la Duplon angedeutet. Die Länge sorgt dafür, dass man beim Werfen ausreichende Hebelkräfte wirken lassen kann um den Köder bis ins Nirvana zu schleudern.
Angenehm ist die dicke des Foregrips an der sich die Rute am besten halten und führen lässt.
Eine Besonderheit: Der Foregrip dient zur Befestigung der Rolle indem er, durch ein Gewinde gezwungen, nach unten gedreht wird.
Sensibilität durch diese Konstruktion ging aber nach meinem empfingen nicht verloren.

Blank und Praxistest:
Der Blank ist nicht ganz so hart und steif wie bei der Greys Prowla Rute und die Spitze ist sensibler.
Faum faulenzen neigt diese sich ein wenig, schnellt jedoch rasendschnell wieder zurück. Auch auf sandigem Grund konnte man den abgesunkenen Köder im Griff spüren, sowie das entlasten der Spitze sehen.
Schnell ist die Rute ohnehin und durch die oben angesprochene Ringanzahl wird der Blank zusätzlich gestützt.
Bei Belastung gibt zunächst das obere viertel der Rutenspitze nach bis man sie bei starkem Zug in einer Semiparabolische Aktion wiederfindet.
In Sachen Köderkontakt bietet die Rute noch einiges mehr. Steht der Köder in der Strömung kann man sogar die Vibrationen der Schnur und das Schlagen des Aktionshads im Rutengriff spüren.
Die Wurfweiten der Shimano Rute sind beeindruckend. Der Blank lädt sich super auf und der schöne Griff trägt das nötigste dazu bei, den Köder weit zu werfen.

Mit einer 4000er Stradic GTM RB ist der Balancepunkt direkt auf dem Foregrip, perfekt!

Die Hakenöse befindet sich ebenfalls am unteren Teil des Blanks, kurz vor dem Foregrip hat aber eine ausergwöhnlich Form - ich glaube typisch für Shimano.

Fait:
Die teils starke Kritik an der Speedmaster kann ich beim besten willen nicht nachvollziehen. Für mich ist die Rute klar besser als die Greys. An Sensibilität und Beringung kann ihr die Specialist Lure meiner Meinung nach nicht das Wasser reichen.
Für mich die ideale Rute für den Rheinstrom und einige stillere Seitenarme. Ich bin mir sicher beim Hechtangeln würde die SSMAX30XH auch keine schlechte Figur machen.


Wie gesagt, dies ist meine persönliche Einschätzung und muss nicht jeder anderen Meinung übereinstimmen. Geschmäcker sind nunmal verschieden.

LG Chris

PS: Dieser Beitrag kann auch gerne im Reviewbereich verwendet oder auf Wunsch dafür angepasst werden.