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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zander besser bei klarem Wasser???



Oolfred
07.11.2009, 17:28
Angeregt von dem "Zander bei Nacht - Thread" wollte ich mal ein Phänomen beschreiben, was eher im Gegensatz zu der gegenläufigen Annahme, Zander wären in trüben Wasser aktiver, steht.

Das Phänomen, das ich von einem recht großen, im Schnitt 10m tiefen und generell eher trüben Baggersee her kenne, ist folgendes:

Die Zander wollen bei allzu trüben Wasser, welches durch den Baggerbetrieb immer etwas unterschiedlich in der Intensität ist, tagsüber überhaupt nicht mehr beißen^^ Wenn der See zu trüb (Sichtweite ca. 1m) ist, herscht dort eine generelle Beißflaute und der See wird von erfahrenen Raubfischanglern gemieden.

Der Baggersee ist seit jeher recht trüb, (ca 1 - 2m Sichtweite) und hatte somit einen soliden Zanderbestand, den man recht gut beangeln konnte und halbwegs vernünftige - bis schlechte Fangerfolge hatte. Je nach Wassertrübung! War die Trübung einigermaßen klar - fieng man gut, war sie trüber - eher schlecht!

Dieses Frühjahr nahm dieses Phänomen seinen Höhepunkt: Das Wasser ist aufgrund des längerfristig eingestellten Baggerbetriebs aufgeklart wie noch nie (Sichttiefe ca 3-4m) und alle (Die Plumps-Angler, wie auch die Gummi-Angler) haben Zander gefangen en masse, was regelrecht zur Verwunderung ( und leider wohl auch zu Massenentnahmen) geführt hat...

Wie erklärt sich dieses Phänomen nun mit der "Trüb ist gut - Theorie"?
(Wie sie beispielsweise im "Zander bei Nacht - Thread" erläutert wurde)

Oder handelt es sich hierbei einfach nur um eine Gradation des Zanderbestandes?

Im anglerischen Volksmund heißt dies ja das mystische "Zanderjahr", was dann per Prognose alle 6-7 Jahre stattfinden soll!?

Einige Angler nehmen diese Binsenweißheit ja auch schon als Ursache dafür an, weshalb mancherorts sogut wie gar keine Zander gefangen werden: - " Es ist eben kein Zander Jahr, das war vor 4 Jahren.."


Nunja >ich< sehe das so:
Ein Zanderbestand braucht immer eine Weile (und natürlich auch gute Umwelt-Bedingungen), um sich bei all dem Angeldruck halbwegs aufzubauen. Sobald er dann allerdings ein gesundes Außmaß erreicht hat, wird er wieder total platt geknüppelt, da sich die guten Fänge bis zu den Kochtopfanglern rumgesprochen haben..

Anschließend wird dann nur noch sehr schlecht gefangen, bzw. einige lernfähige und beißfaule Zander überleben den Massenansturm der Angler, und es dauert 6 - 7 Jahre bis sich der Bestand wieder erholt hat und die nächste Zandergeneration wieder an die Angel geht..

Oder wie seht ihr das?

Und wie erklärt sich das, dass die Zander an diesem See bei klarerem Wasser scheinbar besser beißen wollen?

NorbertF
07.11.2009, 17:47
Ich sehs wie du, es dauert einfach 6-7 Jahre bis wieder ein paar gewachsen sind. Dann werden sie wieder geplättet wenn sichs rumspricht dass wieder welche beissen.
Denn in Holland ist jedes Jahr Zanderjahr ;)

Du redest nicht zufällig vom Opfinger See?

Heiner
07.11.2009, 18:03
Das Phänomen kenne ich allerdings auch. Die (wenigen) Zander, die mir in einem ähnlich trübem Vereinsgewässer an den Haken gegangen sind beim Hechtangeln, haben allesamt dann gebissen, wenn die Trübung etwas weniger ausgeprägt war (ich führe Buch darüber).

Ist auf Hecht ganz ähnlich in dem See: Bei allzu starker Trübung (Sichtiefen von maximal 1m) geht gar nichts mehr, da braucht man gar nicht erst anfangen mit dem Angeln.

Hans
08.11.2009, 01:54
Ihr könnt alle nicht fischen!!!!!!!


so hieß es vor einem Jahr bei unserer Jahreshauptversammlung des Vereins. Vorangegangen war eine verbale Auseinandersetzung der Angler in Richtung Vorstandschaft. Die Angler beschwerten sich, dass immer weniger Zander gefangen werden. Als Antwort von seitens des Vorstandes.. Was wollt ihr denn, der Berufsfischer berichtete mir, dass er noch nie soviel Zander, wie in diesem Jahr in seinen Netzen hatte. Ihr könnt doch alle nicht fischen :doh: :doh: :doh:


Wie blöd kann man doch nur sein ... oder?? Diese Kombination eines Vergleiches einem Angler vorzuwerfen. Berufsfischer, die eh den meisten Anglern ein Dorn im Auge sind.

Dennoch finde ich, hat er teilweise Recht. Meine Meinung zum Thema "Wassertrübung und Zanderfänge"... Die Zander sind da... man muß nur den Dreh raushaben, auf was und wie sie reagieren. Es gibt wenige Angler, die fangen IMMER sehr gut, egal wie trüb oder klar das Wasser ist... wobei andere leer ausgehen. Ich glaube eher, es ist eine Frage der Präsentation und die Wahl des Köders.. und am wichtigsten... die Gewässerkenntnis.. Standplätze usw.

Oolfred
13.11.2009, 10:18
Ich hab mal noch eine allgemeine Frage:

Baggerseen, in denen noch aktiv gebaggert wird, sind auch oft unterschiedlich getrübt. D.h. Die eine Hälfte des Sees ist eher klar, die andere eher trüb bis sehr trüb.

Wo fangt ihr besser?
Oder richtet ihr euch gar nicht danach?

MAS
13.11.2009, 10:27
Am Übergang von trüb zu klar gehts am besten!
Das ein wahres Fischmagnet :hb:

Sascha
13.11.2009, 11:13
Also ich fische auch an einem See, der zur Hälfte trüb und niedriger ist, hier fange ich mehr, aber auch mehr untermassige Zander. Im klaren Bereich geht viel weniger, aber dann sind es Zander ab 60 cm aufwärts, dabei hast Du mehr Angeltage ohne Biss!

Am Rhein ist es eigentlich ähnlich, momentan bei niedrigen, klaren Wasser habe ich eigentlich Fische wenn es noch dunkel ist oder dunkel wird, ansonsten musst Du tiefe Buhnen suchen und davon gibt es nicht soviele.

aspattacks
14.01.2010, 08:19
Hmmm also bei uns am Rhein kann es garnicht trüb genug sein! ;-)

Bei uns freuen sich alle wen es trüb wird auf die Zander am Tag

Wobei ich nachts am besten bei klarem Wasser fange.