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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fehlbisse



Heiner
19.10.2008, 22:45
Auf Anregung von @Hans in einem anderen Thread hier einmal was zum Thema Fehlbisse.

Bestimmte Kunstköder sind dafür bekanntlich besonders anfällig, in lockerer Reihenfolge zum Beispiel: große Hardbaits und große Softbaits allgemein, aber auch Topwater-Lures, großformatige Jerkbaits oder Spinnerbaits.

Falls ihr Tipps parat habt, wie sich Fehlbisse wenn schon nicht verhindern, so zumindest doch reduzieren lassen, dann schreibt was dazu.

Abhilfemaßnahmen könnten sein: Haken oder spezielle Hakenmontagen, Wahl von Schnur und Rute, oder einfach nur bestimmte Anschlag-Techniken und was euch sonst noch dazu einfällt.

hdidi
19.10.2008, 23:17
Also speziell bei 9cm Poppern und den 7cm Slidern habe ich die Erfahrung gemacht, daß nach dem Austausch der Originaldrillinge gegen Barbariendrillinge von VMC die Fehlbissrate sehr stark zurückgeht.
Der Grund in meinen Augen ist einfach das dünnere Material, welches leichter eindringt ins Kiefer.
Besonders die Austeigerquote minimierte sich dadurch sehr stark.

Bei den Spinnerbaits hingen alle gefangenen Hechte am Unterkiefer von aussen gehakt.
Daß zeigt eindeutig, daß die Burschen die Blätter attackieren.

Bei den Ruten bin ich Verfechter der absolut harten Spitzen, welche auch noch eine Chance bringen, wenn man den Biss als solchen übersieht.

Hans
19.10.2008, 23:26
Das Phänomen ist mir speziell beim 6" Saltshaker sehr oft vorgekommen. Nicht dass der Fisch "ausschlitzt", sondern dass ich ihn gar nicht richtig haken konnte. Der Hecht hat eine Beisskraft sondergleichen und seine Zähne bohren sich komplett in die Beute, also in den Gummi. Da kann man anschlagen soviel und so hart man will, man bewegt eher den Kopf des Fisches anstelle des Köders im Maul. Ein spezielles Timing ist von Nöten, um den Fisch überhaupt zu haken. Bei mir ist es der Zeitpunkt, wo der Hecht mit seiner Beute sich aus dem Staub machen möchte. Also Biss - Kopfschütteln - und dann wieder ab in die Tiefe.. dann ist mein Anschlagszeitpunkt.

Noch einen weiteren Tipp für große Gummis. Die 6" fische ich mit einem Zusatzdrilling. Dieser ist aber ca. 2cm hinterm Bleikopf angebracht.. und das seitlich.. Jetzt fragen sich einige bestimmt "warum 2cm hinterm Bleikopf??" Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass 90% aller Attacken auf diesen Köder im vorderen Bereich des Gufis sind. Wahrscheinlich deshalb, damit der Hecht die Beute schneller kopfvoran verschlingen kann. Ein weiterer Aspekt für die seitliche Anbringung.. Ich führe den Köder meistens 2-3m über Grund. d.h. der Hecht kommt von unten auf den Köder zugeschossen. Jetzt liegt der eigentliche Jighaken flach im Maul, schaut evtl. sogar noch aus dem Maul heraus. Wie soll dann der Haken sein Ziel finden. Da kommt der seitliche Drilling ins Spiel.

Während der Drills mit Großködern, schlage ich mehrmals nochmal an. Nur um sicher zu gehen, dass der Haken auch wirklich geasst hat. Der Zeitpunkt ist kurz nach der ersten Flucht. Der Hecht versucht in diesem Moment den Köder wieder loszuwerden und öffnet sein Maul. Das ist genau der richtige Zeitpunkt, um den Anschlag nochmal zu setzen. Nur um auch Nummer sicher zu gehen.

Jacky
19.10.2008, 23:37
Jo, das mit den Gummis und der Beißkraft kann ich bestägigen...ohne seitlich angebrachten Drilling schauts schlecht aus.
Und das die meisten am Kopf zupacken ebenfalls.
Bin schon dazu übergegangen nen kleinen Jighaken zu verwenden damit der Gufi optimal spielen kann und dafür evtl. zwei Seitendrillinge anzubringen.

Bei großen Hardbaits soll man sowieso öfter anschlagen...eben wegen der schraubstockähnlichen Kiefer und auch wegen der dickdrähtigen Haken.
Das hat mich am Anfang einige Hechte beim Jerken gekostet...da sie nach einem zu laschen Anhieb den Jerk einfach ausgespuckt haben... :-B
Gruß Sepp

sp!nner
19.10.2008, 23:55
Bei 12-16er Gufis benutze ich ebenfalls nen Zusatzdrilling-allerdings nicht am Kopf sondern wie Jacky nen kleineren Jig und den Drilling weiter hinten. Letztes Jahr mehr Fisch am Zusatzdrilling gehabt als am Jig (z.B. 3Hechte-davon 2 am Drilling ohne den ich sie nicht kriegt hätt).
An Hardbaits habe ich selten die Drillinge gewechselt.. Ruten mag ich eher die schnelleren/härteren ausser beim twichen kleiner Baits wo ne Regular ausreicht.Bis auf die Deportivo haben eigentlich alle Ruten ne Fast (Reg/Fast) Taper wegen der besseren Bisserkennung und Köderkontrolle, weil mir die mehr liegen und ich mehr Spaß damit hab.

Hans
19.10.2008, 23:56
Jep... hab shon einige Brummer deswegen verloren.. Die Bisse kommen aber auch so sau komisch. Oftmals laufen sie bis vor die Füße mit. Wenn man den Köder dann aus dem Wasser ziehen will, kommt die Attacke von unten. d.h. man will gerade rausziehen und ist gar nicht auf den Biss gefasst. Dann hällt man im ersten Moment einfach nur dagegen anstelle anzuschlagen. Logisch, wenn der Bursche das Maul aufmacht.. isser wech. :frown: :frown: :frown:

ich könnt Bücher darüber schreiben :doh: :doh: :doh:

Heiner
20.10.2008, 00:36
Zu Gummis kann ich nicht viel sagen, weil ich ja noch nicht viel damit gefischt habe. Nur einen etwas skurril anmutenden Tipp will ich hier wiedergeben, den ich neulich von einem Bekannnten bekommen habe, der häufig mit T-Rigs oder Softjerks und versenktem Haken auf Hecht fischt. Der führt den Haken nicht auf dem Rücken heraus sondern seitlich, sodass er leicht versenkt in der Flanke sitzt. Das soll, meinte er, die Fehlbissrate beim Hecht deutlich reduzieren.

Aber zu Hardbaits, mit denen ich mehr Erfahrung habe. Wie @Hans richtig sagte: Bei großen Hardbaits, die nicht mit erstklassigen Haken geliefert werden (bei fast allen europäischen Lures der Fall), ist ein Austausch gegen Top-Haken (Owner, Gamakatsu, VMC) unumgänglich.

Das Eindrücken der Widerhaken mit einer Flachzange, wie es von vielen Anglern bevorzugt wird, die Catch & Release betreiben, trägt ebenfalls dazu bei, dass die Haken leichter eindringen. Allerdings sollte dann mit stets gespannter Schnur gedrillt werden, was man bekanntlich aber eh tun sollte.

Bei manchen Hardbaits, vor allem großen Jerkbaits, sind die Hakengrößen zum Teil überdimensoniert. Es genügt, dass der Haken etwas breiter ist als der Körper des Kunstköders, aber keineswegs muss er nach beiden Seiten um 1cm überstehen. Bei großen Jerkbaits kann es außerdem hilfreich sein, einen zweiten Sprengring zu montieren an jedem Haken, weil das die Gefahr des Aushebelns reduziert.

Von den Jerkbaits sind besonders die Glider anfällig für Fehlbisse. Wahrscheinlich, weil Hechte die weit ausladenden Bewegungen nicht besonders gut berechnen können vor dem Biss. Daher kann es hilfreich sein, diese Köder nicht mit allzu starken Schlägen zu führen und immer wieder Pausen einzulegen, damit der Fisch das Ziel genau fixieren kann. Hardbaits, die in einer engen Bahn laufen, sind hingegen weit weniger Fehlbissen ausgesetzt.

Zum Thema Ruten: Schnelle Ruten sind, auch das wurde schon gesagt, grundsätzlich besser als solche mit langsamem Taper. Und geflochtene Schnur ist besser als monofile.

Aber es gibt Köder, die sich an schnellen Ruten nur schlecht führen lassen, insbesondere große, tief laufende Crankbaits. Für die ist ein slow oder regular Taper die mit Abstand beste Wahl. Aber dann muss eine Rute her, die länger ist als die üblichen; 2,20m sollte eine solche Rute mindestens haben, mehr ist besser. Nur damit bekommt man den Anschlag auch auf längere Distanz sicher durch.

Die Firma DEPS hat solche Ruten im Programm, zum Beispiel die Boa Constrictor, die bei einem spezifizierten WG von 2oz (tatsächlich wirft sie aber Lures bis 80g) eine Länge von 2,31m aufweist (siehe oberes Bild). Für noch größere Kaliber um und über 100g empfiehlt sich die Dom Driver (siehe unteres Bild), die es auf rund 2,44m Länge bringt. Beide Ruten haben einen relativ langen Foregrip, so dass ein zweihändiger Anschlag bequem möglich ist. Allerdings gehören diese Ruten zur Oberklasse und sind entsprechend teuer.

Denny
20.10.2008, 09:42
Manche Fachliteratur rät auch dazu die Drillinge mit einem 2 cm Stahlvorfach an dem Kunstköder zu befestigen um so die Fehlbissrate zu verringern, nur wird dadurch die Laufeigenschaft des Kunstköders stark verändert.

Hat jemand schon Erfahrungen damit gemacht?

jürgen
20.10.2008, 09:54
Oftmals laufen sie bis vor die Füße mit. Wenn man den Köder dann aus dem Wasser ziehen will, kommt die Attacke von unten. d.h. man will gerade rausziehen und ist gar nicht auf den Biss gefasst.


Deshalb zupfe ich den Köder immer noch einmal 4-5m vor dem Boot oder 2-3m vor dem Ufer 4-5 mal auf der Stelle. Hab so schon viele Hechte erwischt die mir sonst nur nachgelaufen wären, oder es zu wegen Blitzattacken zu Fehlbissen gekommen wäre. Wenn wir wüßten wieviele Nachläufer wir wirklich haben ohne sie zu sehen würden wir wahrscheinlich durchdrehen :doh: :-B.

Bei Gufis bis 4,5" verwende ich grundsätzlich keine Angstdrillinge. Wenn sie nicht hängen bleiben, in den Jigkopf oder nur in die Schwanzschaufel beißen hab ich halt Pech gehabt. Ich bin der Meinung daß sich bei bestimmten GuFis mit viel Eigenleben mit Angstdrillingen negativ im Lauf beeinträchtigt werden. Oftmals sind es aber eh die kleineren Fische die man bis dieser Ködergröße ohne Angsdrilling verliert, und mit Bissen in der 1. Absinkphase von vorne in den Jigkopf hat man eh kaum Chancen.
Bei größeren GuFis macht das natürlich viel Sinn.

@ Denny: Kenn das nur vom Forellen-Spinnfischen mit monofilem 1cm Vorfach hinten und Einzelhaken. Die Bißausbeute im Fließgewässer ist dadurch wesentlich besser.

Bei großen Realbaits mit nur 1 Drilling am Bauch wird das auch so empfohlen.

Heiner
20.10.2008, 21:40
Ich finde die Methode mit zwei Sprengringen pro Haken irgendwie besser. Aber ich denke, ein kleines Stück Vorfach wird wohl die gleiche Wirkung haben.

sphinxx
12.12.2008, 12:02
bei spinnerbaits gibts oft fehlbisse weil die fische auf die blätter beissen anstatt auf den haken...

da hilfts dann einfach nen trailerbait auf den haken zu ziehen um den fisch darauf zu locken...

am besten gefallen mir da der deps deathadder und die illex nitro soft spring...

grösse abhängig vom spinnerbait...aber ganz wichtig, der trailerbait muss weich sein...dann spielt er zusätzlich noch im wasser und die fische fokussieren den gummi und nich die blätter!

von trailerhaken halte ich nich viel,weil dann die beiden hakenbögen nicht weit genug auseinander stehen um vernünftig zu haken...



ansonsten generell...wiederhaken andrücken, das hilft mehr als man denkt und mehr fische werden dadurch def. nicht verloren...GESPANNTE SCHNUR!!!!!....

gegen aussteiger hilft meiner meinung nach am besten ne monofile schnur...da ich hauptsächlich mit wobblern und spinnerbaits fische hab ich eh mono drauf...und durch den dehnungsfaktor schaft es der fischt nicht mehr so leicht sich den köder raus zu helben oder auszuschlitzen!

mir der richtigen rute kommen auch anschläge durch!

Heiner
13.12.2008, 12:26
Yep, ein Trailer wird helfen, um bei Spinnerbaits die Fehlbissrate zu reduzieren.

Wenn man aber keine Trailer mag, so wie ich, dann gibt es noch eine Möglichkeit, die Fehlbissrate drastisch zu senken: Spinnerbaits so flach anbieten, dass die Hechte von unten zupacken können. Stehen die Hechte nicht allzu tief, heißt das allerdings, dass man um Spinnerbaits mit wenig Gewicht (1/4oz) und/oder sehr viel Auftrieb
(2 große Blättchen) kaum herum kommt.

EDIT: Für die, die Spinnerbaits nicht kennen: Auf Barsch spielt das keine große Rolle. Die schnappen so gut wie nie nach den Blättchen, sondern immer nach dem Haken, egal, wie man den Spinnerbait führt.

Dafür kann man durch die Wahl der Spinnerbait-Größe sehr schön selektieren, welche Barschformate an den Haken gehen und welche nicht. Auf kleinere Barsche müssen sehr kleine Spinnerbaits gewählt werden, die größeren nehmen sie entweder nicht, oder, wenn doch einmal, bleiben sie kaum je hängen, weil sie den Haken garnicht zu fassen kriegen, sondern bloß die Gummi-Schwanzfäden.

Auf den unten im Bild gezeigten Spinnerbait (Illex Super Eruption 1/4 oz) zum Beispiel habe ich noch nie einen Barsch unter 25cm erwischt bislang. Auf kleinere Formate (1/8 oz) indessen schon.

(Dito beim Hecht. Große Hechtformate über 70cm erfordern größere Spinnerbaits als den im Bild gezeigten.)

ChrisB
13.12.2008, 19:21
Ich hatte am Freitag beim Vertikalen das Problem, dass ich von 6 eindeutigen, harten Bissen nur zwei verwerten konnte und das trotz Angstdrilling am 15 No-Action-GuFi.

In den anderen vier Fällen war der GuFi zu einer "Roulade" gerollt oder fast schon verknotet. Soll heissen, das beim Biss entstandene Knäul hat sämtliche Haken selbst verdeckt.

Das kommt bei mir gelegentlich vor aber in dieser Häufigkeit trat das bisher noch nicht bei mir auf.

Kennt Ihr das? Wie schafft Ihr hier Abhilfe?

sphinxx
13.12.2008, 20:13
ja das kenn ich...

wenn der zander den gummi einsaugt und der köder relativ gross ist dann muss er den quasi ins maul falten...

das dumme ist das die hakenspitze dann nicht mehr richtung rutenspitze zeigt sondern in die andere richtung.

das heist beim anschlag ziehst die ganze geschichte einfach nur raus aus dem maul, weil der haken in die falsche richtung zeigt...
das ergebnis ist die von dir angesprochene roulade... :-B
dagegen helfen nur grosse fische,oder eben etwas kleinere köder...

ein etwas kleinerer jighaken hilft oft auch...weil der im geschlossenen zandermaul noch spielraum hat sich zu bewegen und beim anschlag doch noch in die richtige richtung dreht...

ChrisB
14.12.2008, 23:09
Da nehm ich auf jedenfall die Variante mit den größeren Fischen! :-B

Aber so war auch meine Theorie. Die zwei Hängengebliebenen waren auch beide um die 30-35 cm große Zanderle.

Stephan
14.12.2008, 23:16
Ich hatte am Freitag beim Vertikalen das Problem, dass ich von 6 eindeutigen, harten Bissen nur zwei verwerten konnte und das trotz Angstdrilling am 15 No-Action-GuFi.

In den anderen vier Fällen war der GuFi zu einer "Roulade" gerollt oder fast schon verknotet. Soll heissen, das beim Biss entstandene Knäul hat sämtliche Haken selbst verdeckt.

Das kommt bei mir gelegentlich vor aber in dieser Häufigkeit trat das bisher noch nicht bei mir auf.

Kennt Ihr das? Wie schafft Ihr hier Abhilfe?


Das mit der Roulade ist mir auch schon 4-5 mal passiert trotz Angstdrilling. :doh:
Seit ich den Angstdrilling beim Vertikalen am Unteren ende des Köders montiere ........ funkt das. :thumgs:

sphinxx
15.12.2008, 15:11
naja wer würde nich lieber die grossen fische nehmen? :-B

aber versuchs mal mit nem kleineren jig...also der hakenbogen nich zu lang...

und nem absolut weichen gummi...

zusatzdrilling ist pflicht!...


hoffe denn bleiben mehr hängen :hb:


:petri:

ChrisB
15.12.2008, 16:48
naja wer würde nich lieber die grossen fische nehmen? :-B

aber versuchs mal mit nem kleineren jig...also der hakenbogen nich zu lang...

und nem absolut weichen gummi...

zusatzdrilling ist pflicht!...



Ich hatte in diesem Fall die Flexishads von Mann's mit nem 2/0 Jigkopf und Zusatzdrilling. Die Dinger sind wirklich sehr weich. Aber waren Wohl keine "Granaten" zur Stelle am Freitag. :frown:

@ Stephan: Drilling war unten, leider haben Sie's trotzdem geschafft.

sphinxx
15.12.2008, 21:25
hm...naja,vielleicht hast halt einfach nur pech gehabt und die kinderstube erwischt!

ich kann dir den octotail von rozemeijer empfehlen...die sind super! :thumgs: